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Gomera 2011 - Wanderungen

 

 

Wanderungen
Wir haben während unseres Aufenthaltes 2011 auf Gomera nahezu täglich erlebnisreiche Wanderungen unternommen. Im Folgenden beschreiben wir lediglich die Wanderungen, die wir in unseren Reiseberichten von 2008 und 2010 noch nicht erwähnt haben.


Von El Guro nach El Cercado

Gleich am ersten Tag nach unserer Ankunft machen wir eine wunderbare Tour von El Guro nach El Cercado. Der schweißtreibende Aufstieg zur Kammhöhe Degollada del Cerrill über die Ermita de Los Reyes entspricht einer Tour, die wir 2008 bereits gemacht haben (Rother Nr. 26). Oben folgen wir dann aber dem gelb-weiß markierten Hauptpfad, der sanft hinab führt in den Barranco de Argaga. Gomerische Dattelpalmen säumen das Bachbett so weit das Auge reicht. Im trockenen Bachbett auf den ausgewaschenen Felsen legen wir erst einmal eine kurze Rast ein. Auf der anderen Seite des Barrancos setzt sich der Weg fort zu einem verfallenen Wasserkanal. Über einen Kanalweg geht es nun zu den verlassenen Steinhäuschen von La Matanza. Leider versperrt uns an der Felsscharte bei La Matanza, an der sich einige Pfade kreuzen, dichter Nebel die ansonsten sicher schöne Aussicht auf das Valle Gran Rey. An dem etwas verwirrenden Wegweiser setzen wir den Weg entlang von Terrassenfeldern fort in Richtung El Cercado. Dort erfrischen wir uns in einer kleinen Bar, aus der es verlockend nach frischem Knoblauch duftet, mit einem kühlen Getränk. Mit dem 15.15 Uhr Bus fahren wir zurück in Valle Gran Rey, der Fahrpreis beträgt 3 €.

Rundtour von Vallehermoso über den Roque Blanco und El Tion

Wir sind mit Christina & Marcus zum Wandern verabredet, um eine unserer Lieblingstouren auf Gomera zu machen, von Vallehermoso zur Cumbre de Chijeré. Diese Tour bietet im zweiten Abschnitt atemberaubende Ausblicke auf die nördliche Küste Gomeras. Empfehlenswert ist daher ein makelloser blauer Himmel, den wir leider am heutigen Tag nicht vorfinden. Daher entscheiden wir uns kurzer Hand für eine ebenso reizvolle Alternative: Die Rundwanderung von Vallehermoso über El Tion. Allerdings wählen wir dieses Mal die Variante über den Embalse de la Encantadora (Wanderweg LG7), die deutlich reizvollere Variante dieser Tour, wie sich herausstellen wird. Zunächst geht es über einen verwachsenen, aber schönen Pfad bergauf. Wir folgen den nicht immer auf den ersten Blick auszumachenden Markierungen bis zu einem Grad, von dem man einen phantastischen Blick auf zwei Seitentäler Vallehermosos und den markanten Roque Cano hat. Kurze Zeit später kommt auch bereits der Stausee von Encantadora in Sicht, der malerisch unten im Talkessel liegt.

Zahlreiche Palmen säumen das Ufer beim Weiler Rosas de las Piedras am gegenüber liegenden Seeufer. Der nun folgende Abstieg über den komplett zu gewucherten steilen Pfad erfolgt durch dichte dornige Macchia und hinterlässt an unseren Beinen deutliche Spuren. Offenbar wird diese Wegvariante nicht von vielen Wanderern gewählt. Über ein asphaltiertes Sträßchen geht es entlang des linken Stauseeufers aufwärts in Richtung El Tion. Ein in Serpentinen aufwärts führender Bergpfad führt schließlich hinauf auf den Roque Blanco, ein dreißig minütiger schweißtreibender Anstieg. Die Bergalm El Tion mit seinen saftig grünen Wiesen kommt in Sicht und wird nach einer weiteren halben Stunde Wanderung ohne nennenswerte Steigung erreicht. El Tion ist ein wunderbarer Platz, um eine ausgedehnte Rast einzulegen. Wir verspeisen unseren mitgebrachten Proviant und plaudern eine ganze Weile mit Christina und Marcus über unsere letzte Reise nach Costa Rica.

Ab El Tion entspricht der Weg der im
Rother Wanderführer beschriebenen Tour Nummer 40, die wir in unserem Reisebericht 2010 ausführlich beschrieben haben. Der Abstieg mit Blick auf den mächtigen Vulkankegel Roque Cano ist ein wahrer Genuss! Zurück in Vallehermoso lassen wir uns ein kühles Bier in der Bar Central schmecken. Nachdem wir unseren Einkauf im gut sortierten Spar-Laden erledigt haben, machen wir uns auf den Weg zurück ins Valle.


Von Alojera zur Playa de Trigo
Eine gemütliche einstündige Wanderung führt von Alojela hinunter zur Playa de Trigo, sicher einer der besten Strände auf Gomera überhaupt und noch immer ein Geheimtipp. Wir sind an diesem Tag zumindest mehr oder weniger alleine am Strand. Baden ist allerdings aufgrund der gewaltigen Wellen nicht möglich. Neben der Bar Perdomo in Alojera geht es über einen Treppenweg hinunter über Terrassenfelder und einen Palmenhain zum Barranco Grund. Der Abstieg ist relativ unspektakulär, da man stets den kargen stark eordierten Barranco vor Augen hat. Auf dem Rückweg ist der Ausblick auf die zahlreichen Palmen und die Terrassenfelder von Alojera sehr viel schöner.

Am Abend essen wir in der Bar Prisma am Playa de Alojera. Uns gefällt das Ambiente dieser Bar besonders gut. Hier sitzt man in einem Treppengang mit Blick auf das raue Meer, Sonnenuntergang inbegriffen. Es gibt ehrliche gomerische Hausmannskost, zumeist Fisch, zu zivilen Preisen, zum Beispiel Bacalao (Kabeljau als Stockfisch) für 10,--€ oder Chocos a la Plancha (ganzer Tintenfisch) für 8,50 €.


Rundtour von Lo del Gato nach Taco
Zu dieser wunderbaren Tour kommen wir eigentlich mehr zufällig: Der Inselsüden um Santiago ist am heutigen verregneten Tag das einzige trockene Fleckchen, die Sonne lässt sich sogar zwischen den Wolken hier und da blicken. Anders als im Rother beschrieben (Tour Nr. 13), starten wir bei Lo del Gato am Endpunkt der Straße. Im oberen Teil der Anfahrt ist diese Straße eine Schotterpiste mit Schlaglöchern, so dass man sich mit dem Auto gemächlich zum Ausgangspunkt der Wanderung vorkämpfen muss. Der erste Teil der Tour erfordert ein bisschen Orientierungsvermögen. An den letzten Häusern von Lo del Gato gelangt man zu einem Wasserreservoir, von dort aus windet sich ein verwachsener Camino den Hang hinauf. Hier und da sind Steinmännchen auszumachen, die bei der Orientierung ein wenig helfen. Der imposante Roque Agando thront majestätisch oberhalb des Barrancos.

Nach ca. einer halben Stunde sieht man links oben im Hang eine scheinbar einzeln stehende Palme stehen, die man ansteuern muss. Ab hier ist der Weg nunmehr leicht zu finden. Über einen schönen Bergpfad mit schönem Ausblick in das Tal von Guarimar gelangt man zu einem aussichtsreichen Rastplatz, von Palmen umsäumt. Hier legen wir eine Rast ein, um unseren mitgebrachten Proviant zu verzehren. Entsetzt stellen wir fest, dass ich leider die falsche Tüte aus unserem Kühlschrank eingepackt habe, in der sich lediglich ein Stück Butter, ein paar Scheiben Schinken und ein Käse befindet. Unsere Wandergefährten Christina und Marcus helfen uns aus der Patsche, in dem sie uns etwas von ihrer Wegzehrung abgeben.

Wir steigen hinab zum kleinen Weiler El Cabezo. Von dort aus führt eine geteerte Straße auf die Talstraße, der wir rund zehn Minuten um eine vor uns liegende Felsnase, die das Tal von Guarimar von dem Barranco de Benchichigua trennt, bis nach Taco folgen. Weiter geht es nach Pastrana, dem Einstieg in den Benchichigua Barranco. Leider hat inzwischen ein dichter Nieselregen eingesetzt, so dass wir bis auf die Knochen nass werden. Der Camino führt zunächst an üppigen Terrassengärten mit Bananen, Orangen, Feigen und Wein vorbei und setzt sich fort hinab in den Grund des Barrancos. Wir folgen dem Camino auf der rechten Hangseite, den mächtigen Roque Agando vor Augen. Auf dem schön angelegten Bergpfad gelangen wir nach einer Stunde schließlich zu einer mit einem Steinmännchen gekennzeichneten Weggabelung, wo wir links hinunter steigen zu dem nun vor uns liegenden Ausgangspunkt Lo del Gato. Den zweiten Teil dieser tollen Tour haben wir im vergangenen Jahr bereits einmal in umgekehrter Richtung gemacht, als wir von Imada über die Eremita de San Juan bis nach Taco gewandert sind.


Von Imada durch den Barranco de Santiago bis nach Taco und zurück durch den Barranco de Guarimiar
Eine atemberaubende Variante in den traumhaft schönen Tälern um Imada ist diese Tour, die wir am heutigen Tag ausgewählt haben. Imada ist wahrlich ein Sonnenloch – wenn es auf der ganzen Insel, so wie heute, regnet, scheint oberhalb von Santiago die Sonne! Wir starten am Umkehrplatz vor der Bar des Dörfchens und wandern über den gelb-weiß markierten Camino über Terrassenfelder in Richtung des Weilers El Azadoe mit seinen verfallenen Häuschen. Über eine Felsscharte gelangen wir hinüber auf die andere Seite des Bergrückens und folgen dem gut sichtbaren Bergpfad. Unter uns liegt der kleine Weiler Lo del Gato, Ausgangspunkt unserer Wanderung vor wenigen Tagen. Nach ca. einer halben Stunde mündet der Pfad auf den Weg, über den wir von Lo del Gato kommend nach Taco gewandert sind. Oberhalb von Taco rasten wir an dem selben aussichtsreichen Plätzchen wie vor wenigen Tagen. Anschließend folgen wir dem Pfad bis nach Taco. Auf der anderen Barrancoseite ist bereits der schöne Bergpfad nach Imada auszumachen. Unten an der Straße angekommen, versuchen wir durch den Barrancogrund den Weg auf der anderen Talseite zu erreichen – diese kleine Abkürzung bezahlen wir mit zahlreichen Kaktus- und Agarvestacheln, die sich in unsere Haut bohren und die abends mühsam entfernt werden müssen. Die empfehlenswertere Variante ist, auf der asphaltierten Straße Richtung Santiago ca. 500 Meter hinab zu wandern und von dort aus bequem auf den Pfad einzubiegen. Zum ersten Mal laufen wir heute den phantastischen Barranco de Guariamiar aufwärts. Der Camino ist mittlerweile an seiner spektakulärsten Stelle in der Steilwand mit einem Geländer gesichert worden. Das tut der grandiosen Aussicht in die Schlucht jedoch keinen Abbruch. Der Weg in der Guarimiar Steilwand ist sicherlich einer der schönsten überhaupt auf Gomera. Nach über 4,5 Stunden reiner Gehzeit erreichen wir etwas erschöpft unseren Ausgangspunkt in Imada und erfrischen uns in der dortigen Bar an der Plaza mit einem kühlen Bier.

Kurze Rundtour bei Imada mit Zwischenfall

Unsere geplante Wanderung bei El Cabrito im Süden der Insel findet ein jähes Ende: Kurz hinter dem Aussichtspunkt Degollada de Peraza wollen wir auf einen Parkplatz auf der linken Straßenseite einbiegen, als ein von hinten kommenden Fahrzeug uns rammt. Der Fahrer hat offenbar trotz des gesetzten Blinkers nicht gesehen, dass wir abbiegen wollten. Natürlich entsteht sofort eine temperamentvolle Debatte über die Schuldfrage – in dieser Aufregung können wir mit unseren wenigen Spanischkenntnissen noch nicht punkten. Glücklicherweise ist keinem der Unfallbeteiligten etwas passiert. Am Unfallort trifft dann zufällig der Präsident von La Gomera ein, Senor Casimiro Curbelo, der hier gerade in aller Munde ist aufgrund eines Skandals im Rotlichtmilieu von Madrid. Dort soll er Liebesdienste nicht bezahlt und vor lauter Wut die Einrichtung des Etablissements demoliert haben. Mit unseren Unfallgegnern palavert er eine Zeit lang und schafft es zumindest die Guardia Civil zum Unfallort zu beordern. Uns hingegen würdigt er keines Blickes oder Wortes – für einen hochrangigen Inselpolitiker, der schließlich auch vom Tourismus lebt, nicht gerade ein Ruhmesblatt! Kurze Zeit später trifft zufällig sogar noch ein lokales TV-Kamera Team ein, das interessiert Aufnahmen vom Unfall macht und sogar einige Interviews führt. So spektakulär war das Ereignis doch nun wirklich nicht, so dass davon im Lokal-TV berichtet werden könnte! Inzwischen ist auch die Mitarbeiterin unserer Autovermietung Avis eingetroffen und regelt sämtliche Formalitäten. Sie nimmt uns anschließend mit hinunter nach Santiago ins Avis Büro, da unser Polo nicht mehr fahrbereit ist und abgeschleppt werden muss. Sofort bekommen wir ein neues Fahrzeug. Wir sind wirklich froh, dass wir in diesem Jahr über eine renommierte Autovermietung das Auto angemietet haben, der Service von Avis ist in einem Ernstfall wirklich sehr lobenswert.

Aus einer geplant langen Wanderung wird aufgrund des Zwischenfalls nun ein kurzer 1,5 stündiger Spaziergang bei Imada, allerdings gespickt mit einigen Auf- und Abstiegen, so dass wir doch noch ein kleines Sportprogramm am heutigen Tag absolvieren. Die kleine Runde ist dennoch durchaus lohnenswert, so dass wir sie an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen wollen. Auf dem gleichen Weg wie vor einigen Tagen folgen wir dem wunderschönen Bergpfad mit tollen Ausblicken auf den Barranco de Guarimiar und das idyllische Dörfchen Imada. Kurz vor dem Erreichen des Sattels zum Barranco de Benchichigua biegen wir links ab auf einen weiß-weiß markierten, aufwärts führenden Pfad in Richtung Parajito. Auf der rechten Seite des Barranco de Izador verläuft der Pfad stetig aufwärts. Oben kommt bereits der durch ein Geländer gesicherte Querweg nach Imada in Sicht. Und dieser Wegabschnitt ist wahrhaft als spektakulär zu bezeichnen: Durch eine senkrecht abfallende Wand schlängelt sich der schmale Pfad hinüber bis zu einem Sattel, von wo bereits Imada in Sicht kommt. Wir verweilen noch eine ganze Weile bei herrlichem Sonnenschein und tollem Panorama und beruhigen auf diese Weise unsere Nerven von dem letztlich glimpflich verlaufenen Unfall.

 

Von Agulo nach Hermigua, über Ibo Alfaro zum Lomo Gordo, zurück durch die Steilwand von Agulo
Eine äußerst spektakuläre Wanderung ist die Rundtour von Agulo nach Hermigua zum Lomo Gordo. Nicht zu Unrecht ist diese Tour im Rother Wanderführer schwarz gekennzeichnet und nur geübten Wanderern zu empfehlen, da zwei anstrengende Pfade in den senkrechten Steilwänden von Hermigua und Agulo bewältigt werden müssen. Wir beginnen unsere Tour mit dem unangenehm steilen Abstieg entlang der verlassenen Bananen Terrassenfelder von Agulo. Hier sind die Reste eines Transportliftes zu erkennen, genannt „El Transportador“, über den früher die Bananen zur Verladestelle „El Pescante“ unten am Meer transportiert wurden. Der Lift wurde auch von den Arbeitern für den beschwerlichen Auf- und Abstieg genutzt.  El Pescante wurde 1954 durch einen schweren Sturm zerstört und ist seitdem eine Ruine unten am Meer. Wir erreichen Lepe, für uns eines der idyllischsten Dörfchen auf La Gomera überhaupt. Hier hatten wir bereits im vergangenen Jahr die wunderschön gelegene Finca El Sitio ausgemacht und versuchen nun Informationen über eine Vermietung ausfindig zu machen. Wir fragen einen jungen Mann, der uns zufällig über den Weg läuft. Schnell entwickelt sich ein anregendes Gespräch über Gott und die Welt. Endlich können wir einmal auf Spanisch Konversation betreiben, zumal Juan Luis sich sehr viel Mühe gibt und uns korrigiert, wenn wir etwas grammatikalisch falsch ausdrücken. Schließlich begleitet er uns auf dem Weg nach Hermigua. Im Vergleich zum Vorjahr fällt es uns schon sehr viel leichter, spanisch zu sprechen. Übung macht den Meister – nur häufig brechen die an Touristen gewöhnten Gomeros in den Restaurants oder Supermercados aus der von uns erwünschten spanischen Konversation aus und erwidern unsere Sprachversuche, sehr zu unserem Leidwesen, mit deutschen Wortbrocken, die sie irgendwo im Umgang mit deutschen Touristen gelernt haben. In Hermigua verabschieden wir uns von Juan Luis und tauschen noch E-Mail und Facebook Adressen aus. Unser Weg führt nun empor zur Kirche von Hermigua. Hier ist im Vergleich zum Vorjahr einiges geschehen: Es wurden diverse Kreisel gebaut (wozu braucht man die wohl, bei dem geringen Verkehrsaufkommen?) und der Ortskern mit der Plaza de la Encarnacion kann mittlerweile über eine Umgehungsstraße umfahren werden. Auffallend sind die zahlreichen verwirrenden Einbahnstraßen-Schilder an den Kreiseln, die ein falsches Einbiegen in den Kreisverkehr verhindern sollen, jedoch bei dem einen oder anderen Autofahrer eher das Gegenteil bewirken! Von der Hauptstraße biegt ein asphaltierter Weg ins kleine Dörfchen Ibo Alfaro ab.  Wir folgen den gelb-weißen Markierungen bis zum Fuß der Steilwand von Hermigua. Die im Rother Wanderführer beschriebenen Geländer an den steilen, ausgesetzten Stellen gibt es mittlerweile nicht mehr. Auf diesem Camino sollte der Wanderer schon absolut trittsicher und schwindelfrei sein. Der Pfad eröffnet großartige Ausblicke auf das Tal und theoretisch auch
auf Teneriffa – heute behindert ein dickes Wolkenband jedoch das tolle Panorama. Ungefähr auf halber Höhe in der Steilwand fängt es auch noch an zu nieseln, so dass wir bei jedem Schritt höllisch aufpassen müssen, dass wir auf den teils glitschigen Felsen nicht ausrutschen, was fatale Folgen haben könnte! Dennoch genießen wir diesen spektakulären Aufstieg in vollen Zügen und erreichen wohlbehalten die erodierte Kammhöhe von Lomo Gordo. Weiter geht es durch einen kleinen Buschwald über einen verwachsenen Pfad h
inunter zu der idyllisch gelegenen Ferienanlage Casas de los Churros – in wunderschöner Umgebung gelegen, jedoch ziemlich „ab vom Schuss“. Von hier aus geht es zum Mirador de Agulo, wo man den atemberaubenden Ausblick eine Weile genießen sollte. Abwärts ist die Steilwand sicher noch schöner als in umgekehrter Richtung, da man das Dörfchen Agulo und die Silouette des Teide jederzeit in Blickrichtung hat. Unten wachsen auf den verlassenen Terrassen noch kleine köstliche Tomaten, die wir mit großem Genuss verspeisen. Auf Gomera muss man auf Wanderungen nicht verhungern, da man überall irgendwelche wild wuchernden Früchte findet – und sei es nur die omnipräsenten Kaktusfrüchte!


Von Hermigua nach Los Acevinos

Die Tour ist aufgrund ihrer Länge von rund fünfeinhalb Stunden ziemlich anstrengend, zumal jeweils ein heftiger Auf- sowie Abstieg und jeweils 900 Höhenmeter bewältigt werden müssen. Ausgangspunkt ist die Gofio-Mühle von Hermigua, Anziehungspunkt für Teneriffa-Tagestour-Busse gegenüber dem El Convento. Nebenbei gesagt kann man sich den Besuch der Gofio-Mühle getrost sparen, da außer einem „Plünn-Laden“ nichts wirklich Spannendes zu sehen ist. Zunächst geht es durch den kleinen Ortsteil San Pedro hindurch über eine steile Treppe zu einer kleinen asphaltierten Straße, die unterhalb der markanten Zwillingsfelsen entlang führt. Durch Terrassenfelder, der parallel verlaufende Wasserleitung folgend, steigen wir auf dem schönen Camino kontinuierlich bergan. Es eröffnen sich tolle Ausblicke auf das Valle de Hermigua.

Der Weg hinauf nach El Cedro ist sicherlich einer der meist frequentierten Senderos auf Gomera, dementsprechend kommen uns diverse Wandergruppen entgegen. Hoch oben von El Cedro ergießt sich der höchste Wasserfall Gomeras hinunter ins Tal von Hermigua und bildet dort überall kleine malerische Kaskaden im weiteren Verlauf des Baches. Nach einem schweißtreibenden Anstieg erreichen wir El Cedro und kehren erst einmal in dem kleinen Bergrestaurant La Vista ein, in dessen Gastraum ein wärmendes Feuerchen in einem Kaminofen prasselt. Wir genießen eine hervorragende Brunnenkressesuppe mit Gofio (geröstetes Maismehl) für ganze 2,50 €. Diese Gericht ist das „Nationalgericht“ von La Gomera und wird in vielen Restaurants angeboten, selten jedoch so gut wie hier!

Hinter dem Restaurant setzt sich der Weg fort und ist an einigen Stellen nicht ganz so einfach zu finden. Die Wegbeschreibung im Wanderführer ist in jedem Fall erforderlich. Prompt finden wir zunächst eine Abzweigung kurz oberhalb von El Cedro nicht, da wir ein Steinmännchen an einer Pfadgabelung übersehen. Der Weg verläuft nun weiter über Forstwege oder schmale Pfade durch den schönen Lorbeerwald bis nach Los Avecinos. Es folgt ein längeres nicht ganz so attraktives Wegstück, da man auf asphaltierten Sträßchen das Dorf passieren muss. Der Weg mündet in einen weiteren breiten Schotterweg, von dem schließlich der bergab führende Camino abzweigt. Es folgt ein mühsamer und anstrengender, jedoch äußerst lohnenswerter Abstieg bis zur Ermita de San Juan. Der nun folgende abwärts führende, geradezu endlose Treppenweg gibt den gebeutelten Knien nun noch einmal den Rest! Wir sind froh, als wir endlich die Carretera del Norte in Hermigua erreichen.


Von Alojera über Tazo nach Epina

Eine Wanderung mit Licht und Schatten! Im Rother Wanderführer als „gemütliche Rundtour“ bezeichnet, was jedoch ausschließlich darauf zurück zu führen ist, dass die Wanderung ohne die ansonsten gewohnten steilen An- und Abstiege auskommt. Dennoch ist die Tour aufgrund ihrer Länge mit einer reinen Gehzeit von minimal fünf Stunden als überaus anstrengend zu bezeichnen. Wir starten an der Bar Perdomo in Alojera und folgen zunächst dem Pfad in den Barranco, wie bei unserer Wanderung zur Playa del Triga vor einigen Tagen. Unten auf einer Asphaltstraße, wenden wir uns nach rechts und folgen der Straße gemütlich, jedoch unspektakulär, bergan. Die Straße geht alsbald über in eine Piste. Schon bald kommt ein Palmen bestandenes Tal in Sicht. Auf der gegenüberliegenden Barrancoseite stehen auf den bewirtschafteten Terrassen schöne kanarische Langhäuser.

Wir kreuzen den Barranco und suchen uns unseren Weg mit Hilfe der hier zahlreich aufgestellten Steinmännchen. Kurz vor Tazo passieren wir einen weiteren sehr schönen Palmenhain. In Tazo selbst ist der Weg relativ schwierig zu finden – zunächst kann man sich an dem Laternenpfad relativ gut orientieren. Später sind weder die gelb-weißen Wegmarkierungen, noch irgendwelche Steinmännchen auszumachen, sodass man ein bisschen Orientierungsvermögen benötigt. Den langen, wenn auch nicht sonderlich steilen Anstieg merkt man dann doch ganz schön in den Waden! Nachdem wir Tazo passiert haben, geht es weiterhin aufwärts bis zur Era de Teheta, einem unspektakuläre anmutenden Versammlungsplatz der Ureinwohner. Es folgt ein wunderbarer, mehrere Kilometer langer Höhenweg ohne nennenswerte Anstiege bis nach Epina, der mehrere Taleinschnitte quert und tolle Ausblicke auf das Tal von Alojera eröffnet. Bei gutem Wetter kann man auch La Palma von hier aus ausmachen. Nach einer guten weiteren Stunde erreichen wir Epina, Wir können allen Wanderern nur die Empfehlung geben, oben an der Hauptstraße auf eine Mitfahrgelegenheit zurück nach Alojera zu warten. Der letzte Teil dieser Wanderung ist nicht immer leicht zu finden und aus unserer Sicht auch nicht sonderlich attraktiv. Wir quälen uns zunächst, nachdem wir die Hauptstraße gequert haben, über einen vollkommen verwachsenen Pfad abwärts und treffen irgendwann auf den vom Chorros de Epina kommenden GR 132. Nachdem wir die Hauptstraße mehrfach überquert haben, finden wir den im Wanderführer beschriebenen „Quergang“nicht und improvisieren daher den Rest des Streckenverlaufes. Nach gut sechs Stunden erreichen wir erschöpft und angesichts des letzten Teilstücks etwas genervt unseren Ausgangspunkt an der Bar Perdomo in Alojera.

Blick von der Ermita Coromota auf den Teide
 
Abstieg zum Playa de Vallehermoso mit Blick auf die Nordküste

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