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Gomera 2011 - Valle & Agulo

 


Dieses Mal wählen wir die bequeme Flugvariante mit TUI Fly ab Hannover, auch wenn das Ticket mit 270,-- pro Nase etwas teurer ist als bei Ryan Air in den letzten Jahren. Die weitere Anreise nach Gomera ab dem Flughafen Teneriffa Süd erfolgt wie gehabt mit dem halbstündlich verkehrenden 111er Bus nach Los Christianos und von dort aus mit der Fähre weiter nach San Sebastian auf Gomera. Nachdem die Preise der Fred Olsen Fähre im vergangenen Jahr erstaunlich günstig gewesen sind, erreichen sie in diesem Jahr wieder das alte Niveau: Ca. 60,--€ p.P. hin und zurück.
Wesentlich günstiger ist es, die etwas langsamere Fähre von Armas zu wählen (34,-- € pro Ticket). Leider passen die Fährzeiten nicht immer und es ist nur wirklich günstiger, wenn man beide Passagen bei Armas bucht.


Wir haben einen Mietwagen über billiger-mietwagen.de gebucht. Die Angestellte der Avis Autovermietung wartet bereits am Anleger und übergibt uns einen recht neuen VW Polo. Leider ist unser schönes Casa Estella in La Puntilla schon besetzt gewesen, so dass wir ausweichen auf das Casa Nisarga im Künstlerdorf El Guro, in dem wir bereits 2008 gewesen sind. Somit ist wieder einmal tägliches Treppensteigen (ca. 150 Stufen bis zur Straße) angesagt! Verglichen mit dem Luxus im Vorjahr im Casa Estella kommt uns die Einrichtung in der Casa Nisarga geradezu spartanisch vor, insbesondere die Küchenausstattung lässt einige Wünsche offen. Dennoch kann man auf dem vierflammigen Gasherd mit integriertem Backofen sehr gut selbst kochen. Die himmlische Ruhe in El Guro  und die tolle Lage des Hauses gleichen zudem jegliche Einrichtungsmängel aus. Später stellen wir fest, dass sich unmittelbar neben der Casa Estella unten im Tal eine Großbaustelle befindet, die um 8.00 Uhr morgens die Nacht im Tal beendet. Dort wird der Barranco gegen den Protest der ökologisch engagierten Bewohner betoniert – wieder einmal ein völlig unsinniges gomerisches Projekt, noch dazu mit großem Aufwand finanziert durch EU-Fördermittel. Insofern sind wir im Nachhinein sehr froh, dass wir in El Guro abgestiegen sind.


Das „Valle“ im Wandel

Bereits im vergangenen Jahr haben wir festgestellt, dass sich die Atmosphäre im Valle mehr und mehr verändert. Mittlerweile werden täglich diverse Busladungen voll von dickbäuchigen All-Inclusive-Touristen aus Teneriffa oder aber von Kreuzfahrtschiffen zu einem Tagesausflug an die Playa Maria gekarrt, wahrscheinlich um einmal in ihrem Leben „ausgeflippte Alt-68er Hippies“ zu bestaunen (die es hier jedoch schon lange nicht mehr im Original gibt!). Sie laufen beklebt mit „lustigen bunten Sticker“ in Neonfarbe, auf dem die Nummer ihres Busses steht (damit ja keiner verloren geht ...), dümmlich grinsend die Playa auf und ab und vermengen sich auf der „Promenade“ zwischen La Playa und Vueltas mit der mittlerweile leider ebenfalls stark ansteigenden Anzahl der Alltours-, Neckermann- und Thomas Cook-Gomera Pauschaltouristen. Hier regiert dann eindeutig die deutsche Landessprache, so dass man bisweilen das Gefühl hat, man befände sich auf der Kurpromenade von Travemünde. Etwas Ruhe kehrt erst gegen Nachmittag ein, wenn die Tages-Touristen die letzte Fähre erreichen, die sie zurück in die Bettenburgen von Los Christianos, der Costa Adeje & Co schippert. Wenn im Valle nicht bald ein Sinneswandel einsetzt, wird sich das Ambiente allmählich an die Gruselorte auf Gran Canaria oder Teneriffa annähern, auch wenn sich auf Gomera der ganz große Massentourismus aufgrund des nicht vorhandenen internationalen Flughafens wohl nicht einstellen wird.

Ein weiterer Negativpunkt des Valles ist die mittlerweile unerträgliche Menge der Esoteriker verschiedenster Couleur, die hier ja scheinbar so super-frei von jeglichen Konventionen leben und mit verklärtem Blick durch die Gegend rennen. Auch diese Spezies scheint sich im Valle zu vermehren wie die Karnickel! Uns geht dieses Gehabe der ultimativen Erleuchtung inzwischen ziemlich auf den Keks, weshalb wir uns entschieden haben, künftig nicht mehr im Valle abzusteigen. Es gibt genügend glänzende Alternativen, auch hier auf Gomera. Oder aber wir wechseln komplett die Insel: Von El Hierro liest man ja, dass es auf dem kleinsten Kanaren-Eiland immer noch so sein soll, wie vor zwanzig Jahren auf Gomera.

Zum Glück besteht Gomera nicht nur aus dem Valle Gran Rey. Die Orte im Norden der Insel, zum Beispiel Hermigua, Vallehermoso oder Agulo, sind nach wie vor ruhig und ursprünglich und man kann hier noch immer authentische spanische bzw. gomerische Lebens-Art erleben. Für Gomera sprechen zudem nach wie vor die fantastischen, teils spektakulären Landschaften, die wir auch in diesem Jahr wieder auf den unzähligen Wanderungen genießen und die es in dieser Form sicher auf keiner anderen Kanareninsel gibt.


Das Valle kulinarisch

Gleich am zweiten Abend nach unserer Ankunft treffen wir uns unten bei der Bar Maria mit Christina und Marcus, die wir im vergangenen Jahr auf Gomera kennengelernt haben. Wir verbringen einen schönen Abend im Abisina, für uns eines der besten Restaurants in Valle. Hier gibt es hervorragende gomerische Hausmannskost zu zivilen Preisen. Die kleinen frittierten ganzen Tintenfische (Chocos) für 6,-- € sind ein Gedicht, auch die hausgemachten Fischkroketten oder das Conejo en Salsa (Kaninchen in pikanter kanarischer Soße) hervorragend!

Lediglich noch ein weiteres Restaurant suchen wir in diesem Jahr im Valle auf, das Sebastian in La Calera. Zuvor zeigen wir Christina und Marcus, die in La Calera ein schönes Apartment mit tollem Ausblick gemietet haben, unsere kleine Costa Rica Diashow auf dem Laptop – vielleicht lassen sich die Beiden ja inspirieren!? Das Abendessen bei Sebastian ist wie gewohnt gut. Da wir relativ spät kommen – Reservierungen werden im Sebastian grundsätzlich nicht angenommen -, gibt es nicht mehr alle Gerichte von der Speisekarte. Zum Glück ist aber der Thunfisch noch verfügbar – für viele Gäste der beste Thunfisch der gesamten Insel (10,50 €)! Das können wir nur bestätigen.

Aus kulinarischer Sicht sei im Valle Gran Rey nochmals der deutsche Schlachter Christopher am Hafen von Vueltas erwähnt, der hier zusammen mit seiner Frau seit zehn Jahren ausgezeichnete Fleischprodukte anbietet. Wir wünschten, wir hätten einen solchen Schlachter in der Heimat! Hervorzuheben ist das hervorragende marinierte Conejo en Vino Tinto oder aber das tiefgefrorenes Cabra-Fleisch (Ziege) ohne Knochen, welches man mit Gemüse, zum Beispiel Möhren, Lauch, Zwiebeln, Knoblauch anbrät und dann über mehrere Stunden schmort. Am besten schmeckt das Fleisch übrigens am nächsten Tag nach nochmaligem Aufwärmen! Dazu gibt es bei Christopher leckere tiefgefrorene hausgemachte Kartoffelknödel, die man nur noch erhitzen muss.

Agulo

Die zweite Hälfte unseres Urlaubes verbringen wir in Agulo – das kleine Dörfchen gilt als der schönste Ort der Insel. Wir haben uns in der Villa de Agulo, einer kleinen ruhig gelegenen Apartmentanlage, eingemietet, 59,-- € / Tag. Die gesamte Anlage macht einen sehr gepflegten Eindruck, im Zentrum befindet sich sogar ein kleiner Pool mit Sonnenliegen. Unser Apartment (Nummer 11) verfügt über einen großen Balkon mit Meerblick, von dem man Teneriffa und den Teide sehen kann. Großer Nachteil dieses Apartments ist  seine Ausrichtung zur kleinen Dorfstraße. Zudem ist es lediglich mit einem 1,40 Meter breiten, französischen Bett ausgestattet, für uns ein echtes Ausschlusskriterium. Wir bitten daher die deutsche Verwalterin Simone Schmid am nächsten Morgen um ein anderes Apartment. Am Abend nach einer kleinen Wanderung ziehen wir um ins Apartment Nummer 5, das mit zwei einzelnen breiten Betten ausgestattet und in Richtung Garten ausgerichtet ist. Direkt vor unserer Nase gedeiht ein wundervoller Afrikanischer Tulpenbaum mit prachtvollen orangefarbenen Blüten. Hier werden wir uns sicher in der zweiten Hälfte unseres Urlaubes wohl fühlen. Frau Schmid liest ihren Gästen jeden Wunsch von den Lippen ab und ist auch sonst äußerst bemüht, jedermann zufrieden zu stellen. Unten im großen Aufenthaltsraum, in dem für die Gäate ein Computer und kostenloses W-Lan verfügbar ist, steht täglich ein Teller mit leckeren Mangos, die im Garten der Anlage gedeihen. Noch ein Wort zur Homepage der Villa de Agulo: Die Besucher der Homepage werden durch einen „Agulo-Song“ begrüßt, eine musikalische Liebeserklärung an das Dörfchen, vorgetragen von den Los Parranderos de Hermigua. Diese Folklore Gruppe ist im Tal eine lokale Berühmtheit. Häufig trifft sich die Combo in den Lokalen rund um Hermigua zu spontanen „Sessions“. Die CD ist im Supermarkt von Hermigua, direkt neben der Panaderia, für acht Euro käuflich zu erwerben, allerdings nur als Kopie ohne Cover - die Original CD ist wohl vergriffen.  Wir erfahren nebenbei, dass neben dem Supermarktbesitzer auch Taxifahrer Ramon, in dessen Haus wir im vergangenen Jahr gewohnt haben, bei der Gruppe mitwirkt. Wer ein Stück Gomera mit zurück in die Heimat nehmen möchte, dem sei diese CD wärmstens empfohlen.

Agulo liegt im Nordosten der Insel rund 200 Meter über dem Meeresspiegel und besteht aus den drei Ortsteilen La Montaneta, Las Casas und El Charco. Umgeben ist das Dörfchen von einem imposanten Fels-Amphitheater und terrassierten Feldern, die dem Örtchen einen grünen Gürtel verleihen. Überall wuchern Bananen-, Avocado- oder Mangobäume, viele Grundstücke sind von üppigen Passionsfrucht-Hecken eingefasst. Agulos Markenzeichen sind die Weihnachtssterne, die hier überall in den Gässchen und Gärten wuchern. Zur Adventszeit und zu Weihnachten wird dann nahezu jedes Haus mit den üppigen roten Blüten dekoriert.

Auf der Nordseite der Insel fangen sich vor allem im Winter häufig dichte Wolken, die regelmäßig abregnen und für die üppige Vegetation sorgen. Viele Häuschen sind seit unserem letzten Besuch renoviert und farbig angetüncht worden und haben dadurch das Ortsbild aufgewertet. Mitten durch die Ortsteile Agulos führt die Calle El Cavario hindurch. Sie bildet das Zentrum des Ortes. Hier befinden sich auch das Rathaus sowie die wuchtige Pfarrkirche San Marcos mit ihren auffälligen Betonkuppeln, die zum Zeitpunkt unseres Aufenthaltes gerade restauriert werden. An der Calle El Cavario liegen auch die schönsten Häuser mit der typisch kanarischen Architektur aus dem achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert. Es gibt auch ein letztes kleines Lädchen, von denen es in früheren Zeiten hier einige gegeben hat, den Viveres Marina, mit einer angeschlossenen winzigen Bar. Hier trafen sich in früheren Zeiten die Männer nach einem harten Arbeitstag auf ein Glas Rotwein und einen kleinen Plausch. Diese Tradition wird in der Bar Marina auch heute noch gelebt. Am Abend wird das komplette Dörfchen in einen gedämpften gelben Schein von zahlreichen Straßenlaternen gehüllt, was für ein wahrhaft romantisches Gesamtambiente sorgt.

Ein weiteres Beispiel für kuriose gomerische Bauaktivität entsteht gerade hoch über den Dächern von Agulo: Am Rande der grandiosen Steilwand wird ein Mirador mit einem Skywalk nach dem Vorbild des Grand Canyons gebaut. Der Valle-Bote titelte bereits ketzerisch in einem Bericht über das Projekt: „Skywalk für Arme“! Und tatsächlich bleibt dem kritischen Betrachter unerschlossen, was den Aufwand für dieses Bauwerk rechtfertigt. Allenfalls könnte es zu einer weiteren Attraktion für die Bus-Tagesreisenden aus Teneriffa werden. Bliebt in jedem Fall kritisch anzumerken, dass die traumhafte Steilwand von Agulo durch das Gebäude ein Stück weit verschandelt wurde.

Auch dem idyllischen Meeresschwimmbecken von Hermigua, einer ehemaligen Bananen-Verladestation, statten wir wieder einen Besuch ab – ein wahrlich magischer Ort, insbesondere im diffusen Licht der untergehenden Sonne. Im Winter ist ein Bad im Becken nicht ganz ungefährlich, da hohe Brecher unvermittelt über den Beckenrand schlagen und den unvorsichtigen Badegast an die scharfkantigen Beckenränder drücken können. Es ist hier schon zu zahlreichen schweren Unfällen gekommen. Auch wenn das Meer noch so harmlos aussieht, so kann es schon im nächsten Moment die gefahrbringende Monsterwelle bringen!

Noch ein Tipp für all diejenigen, die sich für ihren Rückflug online einchecken wollen: In Hermigua kann man in der Casa de la Cultura auf dem Plaza de la Encarnacion kostenlos ins Internet und auch sein Flugticket ausdrucken. Öffnungszeiten sind Montag bis Samstag von 9 – 13 Uhr sowie 16 – 20 Uhr.


Agulo/Hermigua kulinarisch

In Agulo gibt es einige Restaurants, die wir während unseres Aufenthaltes ausprobiert haben. Allen voran zu erwähnen ist das „El Vieja Escuela“ (Die Alte Schule) – für uns ein Restaurantname mit Tradition, da dies in Hamburg das bevorzugte Restaurant ist, in das wir schon so oft mit unserer mittlerweile 104 jährigen Omi gegangen sind! Hier gibt es vorzügliche Churros de Pescado – nicht etwa Fischstäbchen, wie man glauben könnte, sondern in einem sehr lockeren und wohlschmeckenden Teig ausgebackene Fischstückchen mit hausgemachten Patatas Fritas (oder wahlweise Pappas Arrugadas con Mojo).

Das El Molino, an der Hauptstraße nach Vallerhermoso gelegen, ist ebenfalls ein authentisches Restaurant, in dem auch zahlreiche Einheimische verkehren. Es ist schon eine Wohltat nach neun Tagen Valle Gran Rey spanisch sprechende Menschen in den Restaurants vorzufinden! Auch wenn der Inhaber des El Molino seine paar Bocken Deutsch, wie zum Beispiel „viele Vitaminos“ fortlaufend anbringen möchte, bleibt für uns doch insgesamt ein eher positiver Eindruck. Der Thunfisch, den wir ordern, hat zwar nicht die überragende Qualität aus dem „Sebastian“ in La Calera, aber „Tuna en Salsa rojo“ kostet ganze 6,-- € und ist augenscheinlich mit Herz zubereitet worden! Auch die Garbanzos con Chorizo (Kichererbsen mit einer spanischen scharfen Salami) als Entremese (4 €) sind empfehlenswert.

Seit Mai 2011 ist das El Faro unten am Playa Santa Catalina in Hermigua wieder eröffnet. Die deutsche Inhaberin Petra hat nach größeren Renovierungsarbeiten aus dem El Faro ein schmuckes gemütliches Restaurant gemacht und serviert vor allem frischen gegrillten Fisch, wie zum Beispiel Dorada, Tuna, Bonito (ebenfalls ein Thunfisch mit dunklerem festen Fleisch) oder Lubina (Wolfsbarsch). Wir entscheiden uns für Lubina, der mit Pappas Arugadas und hausgemachten Mojos kommt und sehr saftig und lecker ist. Es gibt auch eine Auswahl Tapas und Entremeses. Wir testen die überbackene Aubergine (6,50 €) und die Boquerrones (3 €) – beide Vorspeisen sind ebenfalls empfehlenswert. Natürlich läuft als Hintergrundmusik die CD von den Parranderos de Hermigua. Bei wärmeren Temperaturen kann man im El Faro auch auf der Dachterrasse mit Blick auf das Meer sehr idyllisch speisen.

Auch die Bar Mocondo unten am Playa La Caleta, der Nachbarbucht von Hermigua, statten wir abermals einen Besuch nach der tollen Genuss-Wanderung zur ehemaligen Bananenverladestation ab. Wir testen einen gegrillten Tintenfisch (Choco) für immerhin 10 Euro, der allenfalls mittelmäßig ist. Die teils ruppige Gangart der Bedienung ist zudem gelinde gesagt gewöhnungsbedürftig. Nach dem Besitzerwechsel im Oktober 2010 hat sich die Qualität des Restaurants offenbar etwas verändert, wurde doch die Bar am Playa La Caleta im Michael Müller Reiseführer noch lobend erwähnt. Am Strand von La Caleta kann man wunderbare Steinmännchen bauen, ein geredezu "meditativer Zeitvertreib", den Corinna in diesem Urlaub mit wachsender Leidenschaft entdeckt!


Sonstige neue Entdeckungen auf Gomera


La Dama

Erstmals fahren wir hinab in diesem Jahr in das Nachbartal des Valle Gran Rey. Von Chipude ausgehend führt eine gut ausgebaute vierzehn Kilometer lange Straße zu dem Dorf, das sich komplett dem Anbau von Bananen verschrieben hat. Auch La Dama profitiert von dem warmen Klima des Südens der Insel. Während oben in Chipude noch kühle Temperaturen um 10 Grad vorherrschten, ist es hier unten nach einer gerade einmal 20 minütigen Autofahrt mit 24 Grad sommerlich warm. Einige Häuser von La Dama thronen auf der Abbruchkante zum Barranco de la Rajita und haben einen geradezu atemberaubenden Ausblick auf das Meer. Eines davon, das Casa Muna, ein im marokkanischen Stil geschmackvoll eingerichtetes Haus für bis zu sechs Personen, kann auch über die Homepage von Gomera Individual gemietet werden. Die Idylle des Tales von La Dama wird ein wenig beeinträchtigt durch die teils eingehüllten Bananenplantagen. Ansonsten geht es hier unten äußerst beschaulich zu. Es gibt lediglich eine kleine Bar mit angeschlossenem Tante Emma Laden, der bei unserem Besuch allerdings nicht geöffnet ist. Die nächste Einkaufsmöglichkeit gibt es erst wieder in Chipude, 20 Autominuten entfernt. Vom großzügigen durch Platanen beschatteten Vorplatz der Ermita des las Nieves hat man einen ebenfalls schönen Blick auf die Playa de la Rajita.

Unten an der Playa erschließt sich dem Besucher das Flair des Strandes erst auf den zweiten Blick, zumal hier die Ruinen der ehemaligen Bananenverladestation von La Dama einem kontinuierlichen Verfall ausgesetzt sind. Wenn man die Barracken im Hintergrund ausblenden kann, hat man hier himmlische Ruhe und hat den Strand mehr oder weniger ganz für sich ganz alleine. Das Meer ist heute hier unten so ruhig, dass wir das einzige Bad unseres diesjährigen Gomera-Urlaubes im Atlantik wagen. Ansonsten verbringen wir einen wunderbaren Strandtag mit einem guten Buch und viel Sonne.

Gegen Abend fahren wir zurück nach Agulo über Igualero. An der dortigen Ermita befindet sich der Mirador de Igualero, von dem aus wir ein fantastisches Farbschauspiel durch die untergehende Sonne über dem von Nebelschwaden umhüllten Tafelberg Fortalezza geboten bekommen. Hier oben pfeift ein eisiger Wind - wenn man bedenkt, dass wir vor gerade einmal einer halben Stunde bei 24 Grad Lufttemperatur im Atlantik gebadet haben!




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