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Gomera 2010 - Hermigua

 
Blick von Hermigua auf den Teide auf Teneriffa

Nach 2008 verschlägt es uns im November 2010 zum zweiten Mal auf das kleine Kanaren-Eiland. Wir haben relativ kurzfristig gebucht, da wir zunächst noch mit Sizilien / Stromboli geliebäugelt hatten. Die stabileren Wetteraussichten zu dieser Jahreszeit gaben letztlich jedoch den Ausschlag für La Gomera.

Da das Casa Nisarga in El Guro, in dem wir beim letzten Mal gewohnt haben, leider belegt war, mussten wir uns im Internet auf die Suche nach Alternativen machen. Eine zwischenzeitliche Idee, ggf. nach La Palma zu fahren, scheiterte an den Fährverbindungen. Auch war für uns das Übersetzen per Flugzeug mit Binter keine wirklich gute Alternative, da man auf Teneriffa zum Flughafen auf der anderen Inselseite in Santa Cruz wechseln müsste. Die Fahrt dorthin mit dem Bus ist etwas kompliziert und das Taxi zu teuer. Wir haben schließlich unsere Unterkünfte bei Gomera Individual gebucht, einem Vermittlungsportal eines deutschen Paares, das jahrelang selbst auf Gomera gelebt hat. Wir haben beschlossen, die ersten fünf Tage im Norden der Insel, in Hermigua, zu verbringen und danach ins Valle Gran Rey umzuziehen.


6./7.11.2010

Den Flug haben wir erneut bei Ryan-Air gebucht zum unschlagbar günstigen Preis von 150,-- € pro Person, allerdings ab Weeze, einem kleinen ehemaligen Militärflughafen an der holländischen Grenze. Unser Flug startet bereits um 7.00 Uhr morgens, so dass wir uns entscheiden, die 320 Kilometer bis Weeze bereits am Vortag zu fahren und in der Nähe von Weeze zu übernachten. Wir haben ein Doppelzimmer in dem netten Landhaus Voeskenshof (60,-- €/Nacht) gebucht. Beim Einchecken ordert das überaus nette Landhaus Team direkt ein Taxi, das uns am nächsten Morgen zum 14 Kilometer entfernten Airport von Weeze bringen soll. Wir genießen abends im Hotel ein leckeres Wildgericht und stimmen uns so in aller Ruhe auf den bevorstehenden Urlaub ein.

Das Taxi ist pünktlich und auch der Flug startet, wie wir das von Ryan Air gewohnt sind, auf die Minute genau. Wenn man sich auf die teilweise rigiden Regularien der irischen Airline, insbesondere bezüglich des Gepäcks und des Bordservices, einstellen kann, ist man aus unserer Sicht mit der häufig in der Kritik stehenden Airline bestens bedient.

In Teneriffa warten wir auf den Bus, Linie 111 nach Los Chrisitanos, Mit der gleichen Linie kann man in umgekehrter Richtung zum Flughafen Teneriffa Nord fahren. Mittlerweile fährt kein Bus mehr hinab zum Hafen, so dass man noch einen guten Kilometer laufen muss. Da wir noch jede Menge Zeit haben, kaufen wir in einem kleinen Mini-Mercado Getränke ein und lassen und dann in der La Croissanteria Bar in der Fußgängerzone nieder - eine Bar im spanischen Teneriffa, die einen französischem Namen trägt und italienische Leckereien anbietet! Wir bestellen eine Mix Tapas Platte für 11 Euro, die reichhaltig und von ausgezeichneter Qualität ist. Gesättigt legen wir die letzten Meter zum Fähranleger zurück. Im Fährgebäude erwartet uns eine faustdicke Überraschung: Die Preise der Fred Olsen Fähre haben sich im Vergleich zu unserem letzten Besuch 2008 halbiert. Die Fahrt nach San Sebastian hin und zurück kostet jetzt gerade noch 34 € pro Person. Mit der kleinen Schnellfähre Benchi Express setzen wir in einer Stunde über nach Gomera. Der Benchi Express hat den Betrieb des früheren Garajonay Express übernommen und fährt weiter über Santiago ins Valle Gran Rey.

Wir verlassen die Fähre in San Sebastian, wo uns ein Mitarbeiter der Autovermietung PAE in Empfang nimmt. Das Auto haben wir ebenfalls über die Seite von Gomera-Individual gebucht. Wir telefonieren mit unserer Vermieterin in Hermigua und kündigen unser Kommen mittels eines spanischen Satzes an, den uns die Vermittler übermittelt haben. Die knapp 30 Kilometer legen wir in einer halben Stunde zurück und beziehen unser kleines Häuschen.

Das Casita Monica (52,--€/Nacht inkl. Endreinigung) steht am Strand von Hermigua, dem Playa de Catalina. Es ist zweckmäßig eingerichtet und verfügt über zwei Schlafzimmer, eine Küche mit Essbereich, Duschbad sowie einem kleinen Wohnzimmer. Prunkstück des Häuschens ist die Terrasse mit einem phantastischen Blick auf die vor dem Meer liegenden Bananenplantagen und den imposanten 4000 Meter hohen Teide auf Teneriffa – Meeresrauschen ist in dem „idyllischen Ensemble“ inbegriffen. Unterhalb vermietet Taxifahrer Ramon zudem die relativ günstigen Apartments Santa Catalina, allerdings ohne den ungestörten Ausblick aufgrund der gegenüber liegenden, etwas heruntergekommen wirkenden, Piloto Bar. Hier werden wir es in den nächsten fünf Tagen sicher sehr gut aushalten können.
 


Hermigua gilt als das wasserreichste Tal La Gomeras und wird ganzjährig vom Rio del Cedro versorgt. Hier leben die Bewohner neben dem kaum wahrzunehmenden Tourismus hauptsächlich von der Landwirtschaft. Die sonnige Seite des Tales ist in mühsamer Arbeit von den Urbewohnern terrassiert worden. Hier werden noch immer Kartoffeln, Papayas, Bananen, Getreide, Hülsenfrüchte, Kürbisse, Bohnen und Trauben angebaut. Das Tal von Hermigua rühmt sich bereits auf seinem Ortsschild mit dem Slogan „Willkommen in Hermigua, wo wir das beste Klima der Welt haben“ – dies stellte kürzlich ein internationales Meteorologen Komitee fest, und seit dem schmückt sich das Örtchen mit dem Titel. Das Klima ist ganzjährig mild und variiert nur wenig zwischen Sommer und Winter.

Häufig hängt eine dichte Wolkendecke über dem Tal. Ein leichter Wind sorgt außerdem für angen
ehme Temperaturen – kein Klima für den nach schneller Urlaubsbräune suchenden Pauschaltouristen. Unten am langen Steinstrand von Santa Catalina brechen sich mit großer Wucht die mächtigen Wellen des Atlantiks. Der starke Sog ermöglicht zudem keine ungetrübten Badefreuden. Baden kann man an ruhigeren Tagen wunderbar im natürlichen Meerwasserschwimmbecken, den Ruinen der ehemaligen Verladestation für die Bananenfrachter. Ein Originalfoto des Hafens hängt in unserem Casita.

Auf einem kleinen Erkundungsgang ins Dorf entdecken noch weitere nett gelegene Casas, z.B. das Los Veroles, unweit unseres Hauses auf der Stichstraße in Richtung Playa. Wir kaufen noch ein paar Kleinigkeiten für unser morgiges Frühstück ein und verbringen dann einen lauschigen Abend bei Rotwein, Käse, Salami und Oliven auf unserer Traumterrasse.


8.11.2010
Nach einem Einkauf in einem der kleinen Supermercados von Hermigua – hier erhält man gerade einmal das Notwendigste –, genießen wir unser Frühstück mit Blick auf den durch die Morgensonne erleuchteten Teide. Wir lassen es erst einmal ruhig angehen und relaxen auf den Sonnenliegen des Casitas. Gegen Mittag holt uns allerdings der Unternehmungsgeist ein und wir brechen zu unserer ersten Wanderung auf. An der Abzweigung zum Naturschwimmbecken von Hermigua führt ein Treppenweg steil den Berg hinauf in Richtung Playa de La Caleta, der uns die Bucht von Hermigua zu Füßen legt.


Bis zur Kammhöhe „Camina“ benötigt man ungefähr eine halbe Stunde. Von hier aus kann man direkt hinuntersteigen zum Playa de La Caleta. Wir entscheiden uns allerdings für einen sehr viel größeren Bogen und wandern auf einer gemütlichen Pistenstraße in Richtung Casas del Palmar. Der Blick auf den Teide bleibt uns leider auf dem ganzen Weg durch ein dichtes Wolkenband versperrt. Nach einer ganzen Weile führt ein sehr schöner Camino zu den in einem Barranco gelegenen Casas de Moralito. Hier gedeihen unter anderem Avocados und Kürbisse. Über einen abenteuerlichen Steg überqueren wir das Bachbett. Der Weg steigt nun eine Weile steil an bis wir ein bereits von unten gut sichtbares Wegkreuz auf dem Sattel erreichen. An der Weggabelung kann man nun, wie im Wanderführer beschrieben, rechts durch den seicht abfallenden Hang nach El Palmar laufen oder aber die aus unserer Sicht wesentlich schönere Variante nach links über einen schmalen Grad zwischen zwei Barrancos mit phantastischen Tiefblicken. Dieser Abschnitt ist sicherlich der grandioseste Abschnitt der gesamten Wanderung und man verpasst ihn, wenn man sich an die Beschreibung im Rother hält.


Am Ende des Grades führt ein etwas unangenehm zu laufender gerölliger Pfad steil hinab zum Barranco Canada la Barraca. Von oben bereits gut auszumachen ist der mit einem Holzgeländer gesicherte Camino, der zur Punta San Lorenzo führt. Wir ersparen uns heute allerdings den Abstecher und nehmen den Pfad mit luftigem Tiefblick zur Playa de La Caleta. Unten am Strand befindet sich das nett gelegene Restaurant Macondo. Wir ordern Ziegenfleisch (8,--€) sowie Thunfisch in Soße (6,--€). Beide Gerichte überzeugen uns nicht vollends, jedoch kann man bei dem niedrigen Preis sicher nicht meckern.

Mit der Wirkung eines Gläschen Vino Blancos und mit vollem Magen müssen wir ausgerechnet jetzt den am wenigsten motivierenden Abschnitt dieser Wanderung absolvieren. Auf einer Asphaltstraße geht es stetig bergauf zur Kammhöhe Camina. Auf gleichem Weg wie heute morgen steigen wir von dort hinab nach Hermigua. Das Tal wird malerisch illuminiert durch „Beams“, die sich durch kleine Wolkenlöcher hindurch zwängen und die bunten Häuser im oberen Tal beleuchten.


Unten ernten gerade Bauern die riesigen grünen und noch nicht reifen Bananenstauden, die bis zu einem Zentner schwer werden können. Bis heute ist die Bananenernte eine echte Knochenarbeit, da die Stauden zunächst per „Manneskraft“ aus den terrassiert angelegten Plantagen befördert werden müssen. Im Dorf gibt es eine Cooperativa Agricola Insular, wo die Früchte sortiert, verpackt und anschließend auf das spanische Festland verschifft werden. Am Abend bewundern wir auf unserer Terrasse liegend den Sternenhimmel mit zahlreichen Sternschnuppen und anschließend einen Salat mit einer in Moralito gepflückten Avocado.


9.11.2010

Die Morgensonne lädt heute zu einem herrlichen Sonnenbad auf unserer Terrasse ein. Heute wollen wir den gemütlich wirkenden Camino zur Punta San Lorenzo, den wir bei unserer gestrigen Wanderung ausgemacht haben, erkunden. Mit dem Auto fahren wir die mittlerweile asphaltierte Straße zum Playa La Caleta und stellen ihn dort ab, wo wir bei unserer gestrigen Wanderung auf den Fahrweg gestoßen sind. Es ist ein Camino mit interessanter Historie, denn er wurde um die Jahrhundertwende angelegt, um die Bananendampfer zu beladen, die bei schwerer See in Hermigua nicht anlegen konnten. Wir können uns lebhaft vorstellen, wie mühsam der Transport der Bananen für Mensch und Tier von Hermigua bis hier her gewesen sein muss!

Die 2,6 Kilometer bis zur Punta San Lorenzo, die wir in ungefähr 45 Minuten bewältigen, kann man getrost in die Kategorie „Genusswanderung“ einordnen. Traumhafte Ausblicke machen den Pfad dennoch zu einem echten Wander-Highlight Gomeras! Der nahezu wolkenlose Himmel ermöglicht einen perfekten Ausblick auf den gegenüber liegenden Teide.



Das Holzgeländer, das den Wanderer vor dem Absturz an der senkrecht ins Meer abfallenden Felswand schützen soll, scheint erst in jüngster Zeit installiert worden zu sein. Im hinteren Teil des Weges hat früher ein Stahlseil in der Felswand zur Absicherung an einem besonders schmalen Wegesabschnitt für Sicherheit gesorgt. Aufgrund des Geländers hat das Stahlseil nun allerdings seine Funktion verloren. Unten an der Punta sind die Überreste der Verladestation auszumachen. Wir lassen uns dort nieder und entdecken in einem mit Wasser voll gelaufenen Becken der Ruine zahlreiche bunte Fische. Nach einer kurzen Pause geht es auf selben Weg zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Wir fahren hinunter zur Playa La Caleta. In der kleinen geschützt liegenden Bucht kann man für gomerische Verhältnisse hervorragend baden. Es gibt am Strand sogar einen kleinen Abschnitt mit schwarzem Sand, wo man es sich unter einem Stroh-Sonnenschirm gemütlich machen kann. Der kleine Snack in der Macondo Bar fällt heute zufrieden stellender aus. Wir ordern Salata di Pulpo in Zitronensaft (4,--€) – der Tintenfisch ist sehr zart und lecker – sowie Auberginen mit Tomaten und Ziegenkäse überbacken (7,--€).

Nach diesem Mittagssnack verschlägt es uns wieder an den Strand - ein bisschen lesen und sonnenbaden ist angesagt. Allerdings ziehen wie fast jeden Nachmittag auch heute dicke Wolken auf; sogleich wird es dadurch kühler.

Heute Abend wollen wir noch ein von unserem Vermieter empfohlenes Lokal in Hermigua testen. Die Restaurant-Empfehlungen unseres Reiseführers Michael Müller (Auflage 2006) sind teilweise veraltet und nicht mehr existent. Beispielsweise hat das uns
gegenüber liegende Restaurant El Faro dicht gemacht, die Piloto Bar ist zwar geöffnet, macht aber keinen besonders einladenden Eindruck. Das Restaurant Tasca Barco Telemaco liegt am Plaza la Encarnacion in der Nähe der weithin sichtbaren gleichnamigen Pfarrkirche. Der kleine Kirchplatz lädt dort mit Schatten spendenden Lorbeerbäumen zum Ausruhen ein.

Wir nehmen auf der nett gelegenen Terrasse mit nur wenigen Tischen Platz. Hier kann man unter Palmen gemütlich speisen. Die überaus freundliche Bedienung - ein Serbe, der in Heilbronn geboren wurde, in Kolumbien sich mit Basketball spielen mehr schlecht als recht über Wasser hält und in den Wintermonaten regelmäßig nach Gomera zum Geld verdienen kommt - gibt uns zunächst einige Erläuterungen zu der Speisekarte. Wir entscheiden uns für Tomaten mit gomerischem Ziegenkäse als Vorspeise (7,-- €) und einem gegrillten, einer Brasse ähnlichen, Fisch (Sama), den wir uns zunächst an der Theke aussuchen können. Der Fisch kommt, wie könnte es auch anders sein, mit Pappas Arrugadas, den kanarischen Runzelkartoffeln in Salzkruste. Der Fisch ist sehr frisch und unglaublich lecker. Wo bekommt man sonst noch Fischgerichte in dieser Qualität zu einem solch günstigen Preis (10,-- €)?


10.11.2010
Heute steht eine der großartigsten Wanderungen Gomeras auf dem Programm, die spektakuläre Rundtour von Agulo zum Centro de Visitantes Juega de Bolas. Wir stellen unser Auto am Casa Aixa in Agulo ab. Direkt daneben steigt ein Treppenweg in gerader Linie steil den Berg hinauf. Wenn man vor der senkrechten Steilwand von Agulo steht, kann man es kaum glauben, das dieses Massiv von normalen Wanderern zu bewältigen ist. Der schön angelegte Camino führt in nicht enden wollenden Serpentinen bis zum Mirador von Agulo und ist extrem schweißtreibend. Trittsicher und schwindelfrei sollte man bei diesem Pfad durch die Steilwand unbedingt sein. Der Mirador von Agulo präsentiert uns dann eines der besten Fotomotive Gomeras: Das schönste Dörfchen Gomeras, Agulo, mit seinen bunt getünchten Häusern, die von Bananenplantagen und Terrassenfeldern eingefasst werden und den am Horizont majestätisch thronenden Teide.



Über eine Hochebene gelangen wir zur Staumauer des Embalse de la Palmita mit einem zerfallenen Gehöft, unter malerischen Palmen gelegen. Oberhalb des Stausees liegen die Casas del Chorro – ideale Unterkünfte für Individualisten, die die Natur und Einsamkeit lieben. Hinter dem Stausee geht es nun über einen asphaltierten Fahrweg stetig bergan. Die Vegetation ändert sich – Kiefern sind nunmehr vorherrschend. Am Centro de Visitantes Juega de Bolas angekommen, schauen wir uns einen sehr interessanten Film über die einzigartige Flora und Fauna des „Laurisilvas“, des gomerischen Lorbeerwaldes, an. Das freundliche Personal am Schalter des Hauptgebäudes führt den Film in einem Kino auf Wunsch in gewünschter Sprache vor. Das ursprünglich auf allen kanarischen Inseln vorhandene Ökosystem eines Lorbeerwaldes wurde durch den Menschen mehr und mehr verdrängt und ist heute in dieser Größenordnung nur noch auf Gomera vorhanden. 1987 wurde der Nebelwald zum Unesco Weltkulturerbe ernannt. Im Innenhof des Besucherzentrums sind zahlreiche endemische Pflanzen zu bewundern. In ganz Europa gibt es kein anderes Ökosystem, in dem so viele endemische Arten gedeihen wie auf Gomera.

Der Rückweg führt zunächst leicht ansteigend durch den Hang der Canada Grande bis zu einem steingepflasterten Camino, der in den Barranco de las Rosas hinabführt. Auch hier sind wieder grandiose Tiefblicke allgegenwärtig. Der Weg endet wenige Meter vor dem Tunnel nach Agulo an der Carreta del Norte. Wir kreuzen die Straße, umgehen den kleinen Felsvorsprung und gelangen schließlich zum Friedhof von Agulo. In einem Supermarkt kaufen wir für unser heutiges Abendessen ein. Durch die schmalen Gassen geht es zurück zu unserem Auto. Wir haben das Gefühl, das einige Häuser in Agulo seit unserem letzten Besuch restauriert worden sind und das Örtchen langsam seinem Ruf als schönstes Dorf Gomeras gerecht wird.

Bei unserem Casita angekommen, gönnen wir uns einen Café con Leche, dazu gibt es frisch gebackene leckere Kekse (die Kokos- und die Mandel-Kekse sind ein Traum!!!), die wir in Juega de Bolas zum Stückpreis von 0,50 € erworben haben.

In keinem Restaurant Hermiguas sitzt man so idyllisch wie auf unserer Terrasse. Aus diesem Grund ziehen wir ein Abendessen zu Hause einem Restaurantbesuch vor. Es gibt Nudeln mit einer Avocado-Chorizzo Soße – eine Eigenkreation, in der wir der italienischen Küche einen spanischen Touch verleihen. Das Rezept der sehr leckeren Soße: Chorizo, gehackten Knoblauch und Zwiebeln anbraten, gewürfelte Tomaten hinzufügen. Sahne und eine Avocado pürieren und hinzufügen, köcheln lassen und vor dem Servieren eine gute Handvoll gehackte Petersilie hinzufügen. Buen provecho!


11.11.2010
Wir beginnen den Tag mit einem Spaziergang zum benachbarten Lepe. Meterhohe Wellen brechen sich vor dem felsigen Strand von Santa Catalina.

Das Sträßchen führt vorbei an terrassierten Bananenplantagen. Wir lassen uns durch die einmalig schönen Gässchen des winzigen Dörfchens treiben. Lepe ist ein einziger blühender Obstgarten. Hier gedeihen Mangos, Sternfrüchte, Avocados, Papayas, Orangen und vieles mehr in den üppig wuchernenden Gärten. Außerdem erfreut, wie in anderen Orten Gomeras auch, eine beeindruckende farbenfrohe Blütenpracht in den gepflegt angelegten Gärtchen der Casas das Auge des Besuchers.

 

 

Eine alte Frau spricht uns in einem der Gässchen an. Wir geben ihr zu verstehen, dass wir im Casa Santa Catalina wohnen. Sie schenkt uns daraufhin ein paar super süße Bananen, natürlich geerntet im eigenen Garten in Lepe. Zwei Casas mit schönem Ausblick auf das Meer können in dem idyllischen Weiler gemietet werden, das Los Delfines I und II (zu buchen über Los Telares) und das El Sitio. Für uns steht fest, nicht Agulo ist das schönste Dorf Gomeras sondern eindeutig Lepe! Sicher einmal eine sehr gute Alternative für unseren nächsten Aufenthalt auf La Gomera.



Anschließend fahren wir nach San Sebastian und von dort aus zur Playa de Avalos. Dieser Palmen umsäumte Strand ist mittlerweile leider eingezäunt und „Opfer“ eines Investors geworden. Die Baustelle mit den in den Hang gebauten Apartmentanlagen erinnert stark an „architektonische Gräueltaten“ auf Teneriffa oder Gran Canaria und passt so gar nicht in das ansonsten noch immer verschlafen wirkende Gomera. Offenbar ruhen die Bauarbeiten – die Baustelle wirkt verlassen und herunter gekommen – die Gründe dafür bleiben uns unerschlossen. Ansonsten ist die Landschaft um San Sebastian sehr trocken und karg. Die weitere Fahrt zum Playa del Cangrejo führt über eine abenteuerliche rote Schotterpiste entlang der wild zerklüfteten Steilküste.



Unten am Strand ist die Kapelle Santuario de la Virgen de Guadalupe aus dem 16. Jahrhundert auszumachen. Die Kapelle ist alle fünf Jahre Schauplatz einer zweiwöchigen Fiesta, in der die Statue der Heiligen Jungfrau über das Meer nach San Sebastian gefahren wird.

Da wir hier keinen schönen Strand zum Verweilen finden, beschließen wir direkt weiter in den Barranco de la Villa, die Schlucht, der San Sebastian zu Füßen liegt, zu fahren. Wir wollen dort in einem der im Michael Müller Reiseführer wärmstens empfohlenen Restaurants eine Kleinigkeit essen. Leider sind nahezu alle Restaurants mittlerweile verschwunden, lediglich das La Cabana in Lengrero existiert noch, hat jedoch donnerstags Ruhetag. Zudem wirkt die „Bretterbude“ am Straßenrand von Außen auch nicht sehr einladend. Besonders der untere Teil des Tals beeindruckt durch sattes Grün und einem Blütenmeer, das sich entlang des trockenen Bachlaufes in den kleinen Weilern zieht. Oben, jenseits der Staumauer, werden das Tal und auch die Straße deutlich enger. Hier haben sich offenbar zahlreiche Aussteiger teils schwer zugängliche Fincas gebaut, die durch Lastenaufzüge mit der Straße verbunden sind.

Uns knurrt inzwischen der Magen und so fahren wir zurück zum Hafen von San Sebastian. Unsere Wahl fällt auf das Restaurant El Charcon an der Playa de la Cueva. Hier sitzt man ungestört und herrlich nahe am Meer. Wir entscheiden uns für Thunfisch, eingewickelt in einem Mantel von iberischem Schinken mit Avocado Creme und Tomaten (10,-- €) sowie Seezunge in Butter (9,-- €). Als Vorspeise gibt es eine Fischsuppe. Alle Fischgerichte sind frisch und sehr delikat zubereitet.

Wir nehmen noch ein kurzes Sonnenbad am Strand und laufen danach durch die Gassen der Hauptstadt sowie dem wunderschönen Stadtpark, in dem das Wahrzeichen San Sebastians, der Torre del Conde aus dem 15. Jahrhundert, steht. Er diente einst den spanischen Besetzern als strategischer Rückhalt vor den aufständischen Ureinwohnern, den Guanchen.

 

 

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