Über uns
A - Mühlbach 2010 - 2012
CR - Costa Rica 2011
CR - Costa Rica 2017
D - Amrum 2010
D - Daarß 2000 ff.
D - Hannover-Hamburg per Bike 2009
D - Havelland 2017
D - Rügen 2011
D - Sehlendorf 2012
E - Galizien 2006
E - Gomera 2008
=> Gomera 2008 Teil 1
=> Gomera 2008 Teil 2
E - Gomera 2010
E - Gomera 2011
E - La Palma 2014
E - Mallorca 2006
ECU - Ecuador 2018
GR - Kreta 2010
I - Amalfi & Cilento 2012
I - Elba 2008
I - Sardinien 2009
I - Südtirol 2013
I - Südtirol 2016
I - Toskana 2007
I - Toskana 2008
I - Toskana 2015
LT-LV-EST - Baltikum 2017
Ma - Marokko - 2015
NAM - Kaokoveld-Caprivi 2014
P - Algarve 2013
P - Madeira 2017
RB - Botswana 2013
RB-NAM-ZA - Namaqualand-KTP & more 2015
RB-NAM - Okawango-Sambesi-Kwando 2016
USA - Florida 2009
USA - Südwest 2007
ZA - Südafrika 2012
ZA - Western Cape 2016
Newsletter bestellen
Foto-Equipment
Foto-Tipps (NEU)
Foto-Verwertung
Literatur
Packlisten
Reisen schlau planen
Videos
Kontakt
Impressum
 

Gomera 2008 Teil 2

24.11.2008
Heute steht eine der klassischen Wandertouren auf Gomera auf dem Programm – die Rundtour entlang des Roque El Cano bei Vallehermoso
. Die Fahrt hinunter nach Vallehermoso ist alles andere als ein Vergnügen. Die Fahrspur wird gerade verbreitert und wir müssen permanent anhalten, damit Baufahrzeuge mit Schutt beladen werden können. Zunächst müssen wir in Vallehermoso unser Benzinproblem lösen, da wir bereits auf Reserve fahren. Auf den Kanaren macht tanken noch richtig Spaß – es ist lange her, dass man einen Kleinwagen für 25 Euro voll tanken konnte! Der Liter Normalbenzin kostet hier gerade einmal 65 Cent.

Vallehermoso bedeutet wörtlich übersetzt „das schöne Tal“ – ein immergrünes fruchtbares Tal, das beherrscht wird von einem gigantischen Felsbrocken, dem Roque Cano. Ansonsten wirkt das Örtchen etwas schläfrig und unspektakulär. Auf der Plaza parken wir unser Auto und laufen zunächst über eine asphaltierte Straße bergan, die später in eine geröllige Sandpiste übergeht. Wir passieren das fruchtbare terrassenförmig angelegte Tal oberhalb des Ortes. Hier gedeihen Wein, Gemüse, Mais, Zitronen- und Orangenbäume. Eine knappe Stunde lang geht es aufwärts, bevor ein steiler Pfad in Serpentinen nach El Tion von der Schotterstraße abzweigt. Dies ist der einzige anstrengende Abschnitt auf dieser ansonsten recht gemütlichen Wanderung.



Am Wasserhäuschen von El Tion machen wir eine kurze Pause und setzen unseren Weg schließlich über eine asphaltierte Straße bis zur Aussichtsplattform unterhalb des Restaurants Roque Blanco fort. Danach beginnt der spektakuläre Teil der Tour. Ein wunderschöner Camino mit herrlichen Tiefblicken führt direkt auf den imposanten Felsen des Roque El Cano zu. Mit großartigem Blick ins Tal geht es hinab zurück nach Vallerheroso.

 

Wir fahren anschließend hinab an den Playa de Vallehermoso. Hier befindet sich eine kleine Cafeteria, in der wir einen Cafe con Leche bestellen. Direkt oberhalb des Strandes ist das große Meerwasserschwimmbecken von Vallehermoso, das allerdings nur bis September geöffnet hat. Auf der linken Seite der Bucht ist das Castillo de Mar, ein einstmals ambitioniertes Kulturprojekt, in das „El Fotografo“ Thomas K. Müller Millionen von Euro gesteckt hat. Hier sollten Rock- und Popgrößen wie Genesis oder Mana Station machen, was allerdings nicht funktionierte. Heute gammelt Da das Wetter immer besser wird und die Wolken sich sogar über den Bergen von Gomera verziehen, beschließen wir, über die kleine Passstraße von Agulo in Richtung Garajonay Nationalpark zu fahren. Die sich verziehenden Wolken erlauben sogar einen Blick auf den 4.000 Meter hohen Teide auf Teneriffa. das Objekt vor sich hin.

 

Am Parkplatz Alto de Contadero stellen wir unser Auto ab und machen uns auf zu dem zwei Kilometer langen Aufstieg auf den „Balkon“ Gomeras. Leider ziehen wieder Wolken auf  , so dass uns der Rundumblick verwehrt bleibt. Dennoch genießen wir den ersten Eindruck des sagenumwobenen Nebelwaldes von Gomera. Die Besonderheit in dem naturbelassenen „Zauberwald“ Gomeras sind unter anderem Tausende, teilweise endemischer, also nur hier lebender, Flechtenarten, die von den Stämmen der Lorbeerbäume und anderer Gewächse herabhängen. Flechten sind Symbiosen aus Algen und Pilzen, die eine eigenwillige Lebensgemeinschaft eingehen. Der eine sorgt für ein sicheres fest verwurzeltes Zuhause, der andere versorgt die Gemeinschaft durch sein Chlorophyll mit Photosyntheseprodukten. Manch Wanderer könnte meinen, der Wald sei krank, weil so viele Stämme bemoost und verwittert sind, dies ist jedoch mitnichten der Fall. Das eigenwillige Aussehen des Waldes hängt direkt zusammen mit der dauerhaften Feuchtigkeit, die der permanente Nebel mit sich bringt. Oben auf der Garajonay Spitze ist es mit gerade einmal 8° Grad empfindlich kalt und der Wind pfeift uns gewaltig um die Ohren.Wir genießen dennoch den herrlichen Rundumblick über die Insel.

Wir fahren schließlich zurück ins warme Valle, wo das Thermometer schnell wieder 20° Grad erreicht. Heute soll eigentlich selbst gekocht werden, jedoch müssen wir unsere Pläne schnell ändern, da der deutsche Schlachter in Vueltas am Hafen, bei dem man auch frischen Fisch einkaufen kann, Montags Ruhetag hat. Also beschließen wir kurzerhand, heute bei Sebastian in La Calera einzukehren. Das Ambiente ist schlicht, es gibt keine Speisekarte sondern nur eine Tafel an der Wand, die Küche ist aber ausgezeichnet. Wir entscheiden uns beide für Thunfisch a la Plancha (8,50 €), der sehr saftig und lecker ist. 


25.11.2008
Auch heute Morgen ist kein strahlend blauer Himmel in Sicht. Da wir nun aus einschlägiger Literatur, wie auch von unserem Tante Emma Ladenbesitzer wissen, dass das gute Wetter immer im
Süden zu finden ist, machen wir uns ein weiteres Mal auf den Weg nach Imada. In diesem wunderschönen Tal wollen wir eine selbst zusammengestellte Wanderung von Imada über Lo del Gardo, Taco und wieder zurück auf der anderen Barrancoseite von Guiarimar nach Imada machen. Bewaffnet mit Wanderführer und Wanderkarte starten wir kurz nach 11.00 Uh an der einzigen Bar in Imada. Leider macht sich zeitgleich auch gerade eine französischsprachige Wandergruppe auf den Weg. Wir genießen beim Wandern auch die Stille der Natur, Geplapper jeder Art ist da für uns unerwünscht.

Es geht links auf der linken Barranco Seite einen sanft ansteigenden Camino den Berg hinauf. Wir interpretieren die erste Abzweigung falsch, merken unseren Fehler aber recht
schnell. Leider werden wir dadurch von der Franzosentruppe, die wir gerade abgeschüttelt hatten, wieder eingeholt. Es soll nicht das letzte Mal am heutigen Tag gewesen sein. Wir folgen ihnen bis zu einem Bergrücken, von dem steil ein Weg in das Nachbartal von Benchijigua herabführt.

Hier beginnt nun die eigentlich Tour, die wir aber entgegen gesetzt des beschriebenen Weges im Rother Wanderführer gehen. Wie sich herausstellen wird, sollte man das auf Gomera besser nicht tun, wenn man weder Tour noch Gegend ausreichend kennt. Ein weiteres Mal überholen wir die Franzosen und steigen etwas schneller in das vor uns liegende Tal, den Vulkanschlot Roque Agando immer im Blickfeld. Unten angekommen, halten wir uns zunächst an der gelb-weiß markierten Kreuzung rechts, denn nach unserer Karte müsste es talabwärts gehen. Nach unserer Brotzeit mit leckeren frisch gepflückten Orangen vom Wegesrand stellen wir schnell fest, dass der von uns eingeschlagene Weg nicht der richtige sein kann - also bleibt uns nur der Weg zurück.

 

Oben an der Wegkreuzung gibt es ein herzliches Wiedersehen mit unseren „Frenchies“. Wir befragen die Wanderführerin nach dem richtigen Abstieg nach Taco. Tatsächlich befinden wir uns weit oberhalb der im Wanderführer angegebenen Stelle, wo es Richtung Tal geht. Mit einem großen Umweg über den Weiler Benchijigua und die Ermita de San Juan gelangen wir auf die andere Seite des Barrancos und steigen wir über einen steinigen Pfad hinab. Der Weg durch den Barranco de Benchijigua erscheint endlos und die Zeit läuft uns langsam davon. Wir mögen gar nicht daran denken, dass uns unten noch ein langer Aufstieg von 600 Höhenmetern bevorsteht. Trotzdem gefällt uns die Umgebung sehr gut: Palmen. Orangen- und Zitronenbäume, Agaven und Kakteen soweit das Auge reicht. Lauschige alte Weiler mit zerfallen Ziegenhütten runden d as Bild ab. Nach einem über einstündigem Abstieg auf teilweise ausgesetzten Wegen und Querung des Bachbettes, kommen wir endlich in Pastrana an. Vor uns läuft das ältere Ehepaar aus Aachen, welches wir gestern beim Abstieg vom Roque Cano getroffen haben – so klein ist die Insel! Als wir erzählen, dass wir noch nach Imada aufsteigen müssen, bieten sie uns an, uns mit dem Auto dorthin mitzunehmen, was wir dankend annehmen. Inzwischen ist es 16:30 und der Aufstieg hätte noch mindestens 2 Stunden gedauert und uns in die einsetzende Dämmerung geführt. Über Santiago und den Flughafen geht es nach Imada, wo wir uns von unseren netten Chauffeuren verabschieden.  Rechtzeitig zum Sonnenuntergang sind wir zurück im Valle. In der Tamara Bar in Vueltas trinken wir ein Glas Wein und essen eine Kleinigkeit, umrahmt von einem großartigen Sonnenuntergang mit knallroter Einfärbung des Horizonts.

 

Wir beschließen am heutigen Abend zuhause zu kochen und kaufen beim deutschen Metzger „Christopher“ am Hafen ein. Eine große Auswahl an verschiedenen Fleisch- und Fischsorten macht die Wahl zur Qual. Wolfram entscheidet dann, dass es heute Abend Kaninchen gibt. Unsere Wurstvorräte können wir hier auch auffüllen, alle Waren sind garantiert von „glücklichen Tieren“, aus eigener Herstellung und sehen ausgesprochen appetitlich aus. Ein Schild weist sogar darauf hin, dass zu Weihnachten Hirsch- oder Gänsebraten vorbestellt werden können. Diese kommen, wie der Inha ber erläutert, jedoch vom spanischen Festland und sind tiefgefroren.

So koche ich also am Abend ein wohlschmeckendes Kaninchengericht, dazu gibt es Papas Arrugada. Das mit der Salzkruste müssen wir noch üben, dennoch sehen die Kartoffeln denen aus den Restaurants schon recht ähnlich. Kaninchen ist einfach nicht Corinnas Fall, insbesondere wegen des Abnagens der kleinen Knochen. Sie hält sich lieber an die äußerst leckere Soße und die Kartoffeln. Es gibt also doch kulinarische Genüsse, bei denen unsere Geschmäcker auseinander driften. Zum „Nachtisch“ bekommen wir dann noch einen splitternackten Maler in unserem Nachbarhaus serviert, der sich bei offenem Fenster ungeniert seinen Künsten hingibt. In El Guro ist eben alles möglich.


26.11.2008
Am Vormittag verbringen wir zwei Stündchen am Strand von La Playa. Nach einem Cafe con Leche inklusive Kuchen in unserem Stammcafe, begeben wir uns zum Hafen, da wir heute unsere Whale-W
atching Tour gebucht haben. Aufgrund der großen Artenvielfalt zählt der Atlantik vor Gomera zu den besten Revieren der Welt, um Delfine und Wale in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben. Auf einem umgebauten Fischerboot fahren wir mit weiteren acht Gästen hinaus aufs Meer. Das Boot von Oceano ist ausgestattet mit der Flagge Barco Azul, das Zeichen für zugelassenes und ökologisch einwandfreies Whale-Watching. Das Boot ist zugleich Forschungsplattform für die Erhebung von Sichtungsdaten und verhaltensbiologischer Studien von Meeressäugern.Wir platzieren uns vorne auf einer Plattform, weil man von hier aus die Tiere am besten beobachten können soll.

Schon nach kurzer Fahrt werden die ersten Wale gesichtet. Es handelt sich um eine größere Gruppe von Pilotwalen, die sich in unmittelbarer Nähe des Bootes aufhalten. Diese riesigen Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten ist schon äußerst beeindruckend. Die Gruppe begleitet unser Boot eine ganze Weile lang. Einige Tiere tauchen unmittelbar neben dem Boot auf und sind zum Greifen nah.
 

 

 

 

Eine Weile später entdeckt unser „Captain“ eine Schule jagender Rauhzahn-Delfine. Über der Gruppe kreisen Möwen, die die Reste der Jagd „einsammeln“. Diese Delfine sind relativ scheu und wir haben großes Glück, diese Tiere aus dieser Nähe beobachten zu können. Grundsätzlich gilt bei den Tierbeobachtungen bei den Oceano Expeditionen die Maxime, dass wir die Gäste der Tiere in ihrem Lebensraum sind und nicht umgekehrt. Eine Philosophie, die von den meisten Whale Watching Veranstaltern leider nicht eingehalten wird. Das Boot hält immer einen gew issen Abstand zu den Tieren, lediglich wenn die Delfine oder Wale von sich aus nahe an das Boot heranschwimmen und mit diesem in Interaktion treten, ist eine Beobachtung aus nächster Nähe möglich. Später werden noch einige Streifendelfine gesichtet. Nach gut drei Stunden nähern wir uns schließlich wieder der Küste. Der Wind hat deutlich aufgefrischt und unsere kleine Nussschale ist einem wilden Geschaukel ausgesetzt. Während Corinna diese Bootsfahrt sichtlich genießt, habe ich schon meine gewissen Vorbehalte. Mit festem Boden unter den Füßen fühle ich mich wohler, auch wenn ich mittlerweile das Geschaukel bei Bootsfahrten ertragen kann. Insgesamt ist die Tour mit diesem Veranstalter absolut empfehlenswert. Auf dem Rückweg fahren wir in unmittelbarer Küstennähe zurück zum Hafen. Die untergehende Sonne sorgt für ein tolles Farbenspiel auf den Felsen der Steilküste. Auch die Schweinebucht lässt sich vom Meer aus einer anderen Perspektive betrachten.

Im Hafen angekommen, bedanken wir uns für dieses wahrhaft außergewöhnliche Erlebnis bei der freundlichen und vor allem kompetenten Mitarbeiterin von Oceano. Wir fahren zurück nach El Guro und genießen schon einmal eine kleine selbst gemachte Vorspeise: Gebackener Ziegenkäse mit Palmhonig. Unser Abendessen nehmen wir dann in einem Traditions-Restaurant in La Calera, dem El Descansillo, ein. Dieses Restaurant gibt es bereits seit 1982. Wirt Chenche und sein Bruder Miguel servieren hier frisch Fleisch und Fisch vom Grill. Man sitzt unter Palmen auf einer Terrasse und genießt den Blick auf die Bucht. Corinna entscheidet sich erneut für Thunfisch (7 €,--), während ich das gegrillte Kaninchen (8,-- €) bestelle. Alle Gerichte sind extrem lecker und für diesen kleinen Preis unglaublich reichhaltig.

 

27.11.2008
Trotz des schlechten Wetters entschließen wir uns zu einer Wanderung. Durch den Lorbeerwald wollen wir vom Parkplatz Alto de Contadero absteigen nach Hermigua, insgesamt sind dabei 1.100 Höhenmeter zu bewältigen. Dies ist eine der Paradetouren auf Gomera, da sie so ziemlich alle Register zieht, die man sich auf der Insel vorstellen kann. Hier oben auf 1.350 Meter Höhe ist es am heutigen Tag mit gerade einmal 6° Grad empfindlich kalt. Zunächst geht es durch den fantastischen Bosque del Cedro. Lange Bartflechten hängen von den bemoosten Stämmen der Bäume herab, riesige Farne sind im Unterholz auszumachen.

    

Der Cedro-Bach begleitet uns ein ganzes Stück auf unserem Weg. Es ist der einzige Bach auf Gomera, der ganzjährig Wasser führt. Wir gelangen zur Ermita de Lourdes, einer kleine Wallfahrtkirche mitten im Wald. Von hier aus ist es nicht mehr sehr weit bis zum kleine Weiler El Cedro. In der kleinen idyllischen Bar La Vista mit angeschlossenem Campingplatz (der einzige auf Gomera) kehren wir ein. Es gibt einen frisch gepressten Orangensaft (2 €), sowie Cabra (Ziege mit Soße) für 7 € und für Corinna Hähnchen in Soße (6 €) – beide Gerichte sehr lecker. Nach El Cedro beginnt der steilere Teil des Abstiegs hinunter in das Hermigua Tal. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind einmal mehr gefragt, zumal die Felsen teilweise vom Regen etwas rutschig sind. Von einer senkrechten Felswand stürzt rechter Hand der höchste Wasserfall Gomeras, der Salto de Agua, 175 Meter tief  ins Tal. Das ganze Tal ist mit dichtem Lorbeerwald bewachsen. Nach rund 45 Minuten Abstieg gelangen wir zu einer Staumauer und die Zwillingsfelsen Los Germelos kommen in Sichtweite. Malerisch schmiegen sich die bunten Häuser der Vororte von Hermigua, El Curate und El Estanquillo an den Fuß der markanten Felsen. Schließlich gelangen wir über Gartenterrassen mit Bananen-, Orangen- und Zitronenbäumen zu unserem Zielpunkt El Convento an der Carretera del Norte.

Da wir heute eine klassische Streckenwanderung gemacht haben, müssen wir uns nun um den Rücktransport zu unserem Auto bemühen. Die Busverbindungen von Hermigua in Richtung Valle Gran Rey sind sehr bescheiden und zudem mit Umsteigen in eine andere Buslinie (1 und 6) verbunden. Daher stellen wir uns an die Straße und versuchen zu trampen. Schon nach wenigen Minuten hält eine junge einheimische Journalistin, die sich auf dem Weg nach San Sebastian befindet. Sie arbeitet bei Television Canaria und ist, wie sie uns berichtet, mit ihrer Kamera immer unterwegs, um die aktuellen Geschehnisse der Insel einzufangen. Allerdings passiere auf der Insel fast überhaupt nichts berichtenswertes – gerade sei sie bei einem  Verkehrsunfall in der Nähe von Hermigua gewesen. Leider entspricht ihre Fahrroute nicht ganz unserem Ziel. Wir lassen uns mitnehmen bis zur Kreuzung, die nach El Cedro und hoch in den Garajonay Nationalpark führt. Dieses Nebenstrecke wird leider nicht sehr stark frequentiert. In einer Viertelstunde fahren gerade einmal eine Handvoll Autos den Berg hinauf, keines jedoch nimmt uns mit. Endlich erbarmt sich ein Belgier, der auf dem Weg vom Hafen in San Sebastian zurück zu seinem Quartier in Santiago ist. Er nimmt sogar noch einen kleinen Umweg für uns in Kauf und chauffiert uns direkt zum Parkplatz bei Alto de Contadero. Wir fahren von hier aus auf direktem Weg hinunter ins Valle, in der Hoffnung, noch ein paar Sonnenstrahlen am Meer zu erwischen. Aber auch im Valle scheint die Sonne heute nicht und es mit 18° Grad verhältnismäßig kühl. Am Strand von La Playa relaxen wir dennoch eine Zeit und gehen dann in der Charcuteria Christopher am Hafen für das heutige Abendessen einkaufen. Es gibt Papaya und Ziegenkäse, mit einem Dressing aus gehackten Zwiebeln, Orangensaft und Olivenöl. Weiterhin lassen wir uns in Olivenöl gebratene Papas Arrugadas – die Reste unseres letzten Menüs - mit einer selbstgemachten Aioli-Avocado Soße schmecken.

28.11.2008
Das Wetter unseres letzten ganzen Urlaubstages ist leider erneut bestimmt von Wolken, so dass aus unserem geplanten Strandtag nichts wird. Wir beschließen, uns den Tropischen Fruchtgarten Argaga oberhalb der Finca Argayall anzuschauen
. 1985 legte das Ehepaar Schrader mit viel Liebe diesen idyllischen Garten in Terrassen an. Seit 1994 kann der Obstgarten besichtigt werden, und zwar jeweils an zwei Wochentagen, dienstags und freitags, der Kostenbeitrag für die rund 1,5 stündige Führung beträgt 10,-- €. Beim Gang durch den paradiesischen Garten werden kompetente Erklärungen zu den exotischen Bäumen gegeben und viele Früchte, die gerade reif sind, können verkostet werden. Dabei handelt es sich teilweise um Früchte, von denen wir noch nie etwas gehört, geschweige denn diese probiert haben. Wir können unter anderem Orinocos (Apfelbananen), Carob (Johannisbrot), Kakteenfeigen, Granatäpfel, Macadamia Nüsse, Cherimoya, Guaven, Lovo Lovi, Mango, Avocado, Tamarinden und Muntingia kosten. Einige Früchte, die uns zwar bekannt sind, schmecken direkt vom Baum komplett anders als die Supermarktware, die man von zu Hause kennt und die einen langen Transportweg hinter sich hat. Beispielsweise der Granatapfel, dessen Kerne hier unglaublich aromatisch, geradezu nussig sind, oder aber Mangos, die mit der vitaminreichen Schale verzehrt werden können, da sie selbstverständlich an diesem Ort nicht behandelt werden. Dem Problem der Mittelmeerfruchtfliege kommt man auf natürliche Weise bei. Es gibt viele Marienkäfer, Schlupfwespen sowie eine Vielzahl an Vögeln, die den Garten eifrig nach Schädlingen absuchen. 



 

Nach diesem äußerst lohnenswerten Besuch der Fruchtplantage, nehmen wir in einer Bar am Hafen, dem Rincon del Marinero einen kleinen Snack ein. Dort sitzt gerade an einem Nachbartisch in Begleitung einiger Freunde ein professioneller Sänger, der mit Gitarrenbegleitung hervorragende gomerische Folklore zum Besten gibt. Diesen Sänger hatten wir bereits einige Tage zuvor im Restaurant Sebastian erlebt. Dort hatte er seiner Begleiterin zum Abschluss des Essens ein Liebeslied vorschmetterte, so dass alle Herren im Restaurant vor Neid erblassten und die Damen nur so dahinschmachteten. Corinna entscheidet sich für einen Salat mit Thunfisch, für mich gibt es sehr gute Chocos, ganze Tintenfische vom Grill (7,50 €).

Auf dem Weg zurück treffen wir ein Paar aus Bad Mergentheim, Sabine und Wolfgang, mit dem wir ins Gespräch kommen und zusammen ein Gläschen Wein im Casa Maria trinken. Wir beschließen am Abend gemeinsam Essen zu gehen. Nachdem wir unsere Sachen gepackt haben, fahren wir nach Vueltas ins Restaurant El Trasmallo. Es wird ein sehr netter Abend, wenn wir auch mit der Qualität des Restaurants nicht sehr zufrieden sind. Trotz Reklamationen ist man nicht in der Lage, uns richtig temperierten Weißwein zu servieren, dafür ist der Rotwein, den wir danach bestellen, eiskalt. Die Bedienung ist extrem unfreundlich und unaufmerksam. Wir bestellen eine Fischplatte für zwei Personen (21,--€), die unglaublich riesig ist und sicher für vier Personen reichen würde. Unter anderem liegen Sardinen, Thunfisch, Seehecht, Seezunge, Muscheln und Gambas auf der Platte. Der Fisch ist zwar sehr frisch aber etwas trocken geraten. Unsere Restaurant Empfehlung: Im Valle gibt es so viele gute Restaurants mit gutem Essen und zuvorkommender Bedienung, da ist man nicht auf die wenigen schlechten, wie es das El Trasmallo ist, angewiesen! Danach fahren wir zurück nach El Guro und plaudern noch einige Zeit auf unserer Terrasse mit Sabine und Wolfgang.


29.11.2008
Nach einem schnellen Frühstück brechen wir gegen 9.30 Uhr auf nach San Sebastian. Für die rund 40 Kilometer lange Strecke benötigt man eine ganze Stunde. Wir geben unseren Mietwagen im Cicar Office im Hafen ab und schauen uns noch kurze Zeit in San Sebastian um. Die Stadt ist für eine kanarische Inselhauptstadt geradezu verschlafen – Welten trennen dieses kleine Örtchen von den Bettenburgen auf Gran Canaria oder Tenneriffa. Vom Place de la Constitucion geht die hübsche Calle Real mit ihren bunten Hausfassaden ab. Dort befindet sich auch die wohl berühmteste Kirche der Kanaren, Nuestra  Senora de la Asuncion, wo Kolumbus 1492 um Beistand für seine Fahrt bat, bevor er kurz darauf Amerika entdeckte.

Um 13.00 Uhr startet die Schnellfähre von Fred Olsen pünktlich und ist 45 Minuten später in Los Christianos auf Teneriffa. Hier trifft einen nach dem idyllischen und beschaulichen Gomera erst einmal der „Kulturhammer“. Am Playa von Los Christianos stapeln sich die Touristen auf ihren blauweiß-gestreiften Liegen, von Sand ist kaum etwas zu sehen. Wir verlassen diesen ungastlichen Ort via Taxi, das uns in 15 Minuten zum Flughafen bringt (Fahrpreis 20,--€). Pünktlich um 16.15 Uhr startet auch unsere Ryan Air Maschine. Wir haben eine nette Reisebegleitung, vier fröhliche Bremerinnen, die von ihrem Häuschen in Hermigua auf Gomera zurückkommen. Eine der „vier Engel“ - auf diese Bezeichnung legen die Vier wert - hat vor Jahren sogar den legendären Linsen-Hein kennen gelernt – eine Kultfigur aus Gomera, über die im Valle-Boten regelmäßig die kuriosesten Anekdoten zu lesen waren. Mittlerweile ist Linsen-Hein in seiner Kneipe in San Sebastian gestorben. Nach knapp 4 ½ Stunden – über 30 Minuten früher als geplant - hat uns das kalte Deutschland wieder.

Weiter zur Gomera Reise 2010

 






Kommentar zu dieser Seite hinzufügen:
Dein Name:
Deine Nachricht:

Es waren schon 257816 Besucher hier!