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Golfito

22. Februar 2017 – Von der Biological Station Tamandua zur Ka´kau Jungle Lodge (Golfito)

Schlafen mitten im Dschungel
Die
Biolgical Station Tamandua war die bislang eindrucksvollste Station unserer Reise. Leider heißt es heute schon wieder Abschied nehmen. Zunächst verabschieden wir uns von Valerie, Frederik und den Zwillingen, da sie um 7.30 Uhr das Boot nach Sierpe nehmen müssen. Wir besteigen nochmals den Mirador und genießen die morgendlichen Geräusche des erwachenden Dschungels.

Auf gleichem Weg geht es zurück nach Drake Bay – unser Toyota meistert die Offroad-Fahrt erneut problemlos. Gerade einmal 1 ¼ Stunden benötigen wir für die Fahrt nach Rincon. Danach umrunden wir mehr oder weniger den Golfo Dulce. Immer wieder halten wir an, um grandiose Ausblicke auf den türkisfarben schimmernden Golfo zu erhalten.

Wir stellen fest, dass die Straße nach Piedras Blancas deutlich besser zu befahren ist und nicht mehr annähernd so viele Schlaglöcher aufweist, wie noch vor sechs Jahren.

In Golfito machen wir eine kleine Mittagspause im Mar y Luna, einem direkt am Meer gelegenen Fischrestaurant. Wir bestellen Thunfisch und Fish Caribean Style – sehr lecker! Das Örtchen Golfito ist zumindest auf den ersten Blick nicht gerade ein Schmuckstück. Es gibt einen Verladehafen für Palmöl und eine unansehnliche Taxfree-Mall. Auf der gegenüberliegenden Seite des Bahia de Golfito liegt der Playa Cacao. Dort stellen wir unser Auto ab und müssen den Rest zur Ka´kau Jungle Lodge zu Fuß gehen. Wir haben einen Rucksack mit Dingen, die wir in den nächsten drei Tagen benötigen, gepackt, denn unsere Unterkunft ist nur zu Fuß erreichbar und liegt mitten im Dschungel.

Am Ende des Strandes befindet sich Lola´s Bar – eine Institution am einsam gelegenen Playa Cacao! Von hier aus geht es über einen Pfad direkt hinauf in den Dschungel. Der Anstieg ist schweißtreibend – spätestens jetzt merken wir jedes Kilo, das wir vielleicht zuviel in unsere Rucksäcken gepackt haben. Nach einer knappen halben Stunde stehen wir schweißüberströmt am Treehouse, der Haupthütte der Jungle Lodge, in der Besitzer Dennis lebt. Dennis versorgt uns erst einmal mit einem Glas Wasser, bevor wir unsere „Golfo Cabin“ beziehen (50 $ pro Tag inklusive Frühstück). Alle Cabins sind komplett offen - man begibt sich sozusagen auf Tuchfühlung mit dem Dschungel und all seinen Bewohnern; das Bett ist natürlich durch ein Moskitonetz geschützt.

Einziges kleines Problem: In einem Queensize Bett von gerade einmal 1,40 x 1,90m ist für Menschen unserer Größe kein vernünftiger Schlaf zu finden, zumal das Moskitonetz für eine weitere Platzeinschränkung sorgt. Dennis hat jedoch eine spontane Lösung und bietet an, dass einer von uns in der Grande Cabin schlafen kann, die in den nächsten drei Tagen nicht besetzt sein wird. Vor jeder Cabin befindet sich ein kleiner Holzbalkon mit Schaukelstühlen und einer Hängematte – alles sehr einfach, aber perfekt in die Umgebung integriert. Wir haben das Gefühl, dass an diesem Ort der Leitspruch Costa Ricas, Pura Vida, Programm ist! Der Blick auf den Dschungel und das Meer ist einfach nur gigantisch. Sogleich entdecken wir ein Crested Guan Pärchen in den Bäumen direkt vor unserer Nase. Die erhaben gelegenen Cabins sind Traumplätzchen für Birder!

Am Abend genießen wir unser Dinner im Treehouse – mit uns sind zwei junge Engländerinnen aus London in der Lodge – das eine Mädel befindet sich gerade auf einer Weltreise, das andere besucht sie zur Zeit. Dennis ist gelernter Koch und zaubert uns einen fantastischen Burrito mit Meatballs und Koriander und anschließend als Dessert einen Karottenkuchen mit Kokos – Haute Cousine im Dschungel! Dennis erzählt, dass er immer 1,5 Jahre im Strandrestaurant eines Freundes in Zandvoort („Tent 6“), einem Seebad vor den Toren Amsterdams, arbeitet und dann jeweils ein halbes Jahr in der Ka´kau Jungle Lodge ist – ein sehr individuelles und interessantes Lebenskonzept, das er im Wechsel mit einem Freund bereits seit 13 Jahren so handhabt! In der Regenzeit ab Mitte Juni ist die Lodge komplett geschlossen, da sich hierher kaum noch Touristen verirren und die Wege rund um die Lodge glitschig und schlammig werden.



 23. Februar 2017 – Ka´kau Jungle Lodge

Lärmende Howler-Monkeys
Morgens um 4.30 Uhr beginnt das ohrenbetäubende Gebrüll der Howler Monkeys in unmittelbarer Nähe vor den Cabins. Spätestens jetzt merken wir, dass wir dem Dschungel und seiner Tierwelt sehr nahe sind! Kaum zu glauben, aber die Brüllaffen sind tatsächlich die lautesten terrestrischen Tiere der Welt!

Auf dem Tisch, der auf unserer Terrasse steht, entdecken wir später ein „Wandelndes Blatt“, das zur Familie der Gespenstschrecken gehört. Ich habe das vermeintliche „Blatt“ schon eine ganze Weile im Auge, bemerke aber erst sehr viel später, dass es sich um ein gut getarntes Insekt handelt!
Wir haben in unserer Cabin weitere Haustiere: Unter dem Dach wohnen Fledermäuse, die wir aus nächster Nähe beobachten können.



Dennis zaubert zum Frühstück einen leckeren French Toast nach „Ka´kau Art“. Altes Brot wird in mit einem Ei verquirlter Milch eingelegt, dann in der Bratpfanne gebacken und schließlich mit Zucker und Zimt bestreut. Oben drauf kommen noch Bananen und ein Schuss Honig - lecker, lecker!

Gegen Mittag laufen wir hinab zum Playa Cacao. Im Wald treffen wir Bartholo, ein holländischer Nachbar von Dennis, der seit 22 Jahren als Aussteiger und Eremit in einem Zelt oben auf dem Berg wohnt. In zehn Minuten erzählt er uns mehr oder weniger seine komplette Lebensgeschichte. Er lebt von Früchten, die der Wald so hergibt und Kaffee! Wir bewundern im Wald den haushohen Bambus - wenn man den Vergleich zu unserem Bambus im Garten anstellt ...

Am Playa Cacao nehmen wir einen kleinen Snack im „7 Mares“ ein – Fisch Cevíche, sauer eingelegter roher Fisch mit viel Koriander. Unter Palmen relaxen wir ein paar Stunden und baden im Golfo, nicht gerade eine Erfrischung, da das Wasser deutlich über 30° Grad warm ist.

Auf dem Rückweg nehmen wir noch eine Storage-Box mit allerlei Dingen mit, die wir in den verbleibenden Tagen nicht mehr benötigen und Dennis überlassen wollen. Hoch oben in den Baumwipfeln beäugt uns eine Gruppe von Howler-Monkeys misstrauisch. Ohne schweres Gepäck ist der 1,1 Kilometer lange Pfad hinauf zur
Jungle Lodge natürlich deutlich entspannter.

Am Abend bekocht uns Dennis erneut erstklassig. Es gibt Langzeit-geschmortes Hühnchen mit Salat und gebackenem Brot. Auch optisch sind die Gerichte, die Dennis in seiner Simpelküche mit einer einzigen Gasflamme zaubert, erstklassig! Er berechnet für das tolle Dinner gerade einmal 10 $, für die tolle Qualität geradezu ein Witz!

 

 

Wir fragen ihn über die schwierige Logistik der Lodge aus. Zunächst einmal müssen alle Lebensmittel inklusive aller Getränke sowie andere Dinge des täglichen Gebrauchs natürlich hinaufgeschleppt werden. Mit einem Boot aus Lola´s Bar lässt er sich alle drei bis vier Tage nach Golfito übersetzen, um dort einzukaufen. Strom kommt durch Solar Panels, Wasser wird über Regen gewonnen, jedoch reichen die Auffangbehälter in der Trockenzeit zumeist nicht aus. Dann muss das Wasser aus einem unterhalb gelegenen Bach von ihm heraufgeschleppt werden. Er arbeitet derzeit gerade an einem Pumpensystem, das Wasser hinaufbefördert. Einen elektrisch betriebenen Kühlschrank gibt es in der Ka´kau Jungle Lodge ebenfalls nicht. Dennis hat am Playa Cacao einen Bekannten, bei dem er in einem Gefrierschrank Eis macht und dieses alle drei Tage für die Cooler Box hochschleppt.

Es hat sich heute Abend noch ein französisches Paar angekündigt, das eine Nacht bleiben möchte. Wir sind skeptisch, ob sie den Weg hinauf in der Dunkelheit schaffen werden. Dennis erklärt ihnen telefonisch kurz den Weg und gibt ihnen den Tipp, in Lolas Bar nach dem Einstieg des Pfades zur Jungle Lodge zu fragen. Tatsächlich taucht nach einer guten Stunde ein Ehepaar in unserem Alter schweißüberströmt am Treehouse auf – wir hatten sie schon abgeschrieben! Es ist schon ein bisschen naiv, diese Unterkunft zu wählen, bei Dunkelheit anzukommen und dann den Pfad hinauf zur Lodge noch machen zu wollen. Die Ka´kau Jungle Lodge ist schließlich kein komfortables Sterne-Hotel, bei dem man mit dem Auto zu jeder Tages- und Nachtzeit vorfahren und einchecken kann!

In der Nacht erwache ich von einem Geraschel direkt vor meiner Cabin – es ist ein Tamandua Ameisenbär, den ich zum ersten Mal in meinem Leben in der Wildnis sehe! Dummerweise ist meine Kamera in der anderen Cabin, so dass ich kein Foto von dem seltenen Ereignis schießen kann.




24. Februar 2017 – Ka´kau Jungle Lodge


Scarlet Macaws im Doppelpack
Auch heute bekommen wir wieder ein tolles Frühstück von Dennis vorgesetzt – Pancakes mit Papaya. Auf dem Weg zum Strand haben wir wieder eine äußerst schräge Begegnung. Wie aus dem Nichts steht im Wald plötzlich ein keuchender, in einer Khaki Uniform gekleideter Mann, der aussieht wie ein Finanzbeamter, vor uns! Er grüßt uns freundlich und nach ein paar Höflichkeitsfloskeln fragt er uns, ob er uns einen Film über die Zeugen Jehovas zeigen könne. Wir schauen uns mit Fragzeichen in den Augen an und müssen an uns halten, um nicht laut loszulachen! Ein Jehova Jünger kommt den ganzen beschwerlichen Weg hier herauf, in der Hoffnung „In the Middle of Nowhere“ jemanden bekehren zu können!!! Wir lehnen dankend ab, er dankt ebenfalls höflich für das kurze freundliche Gespräch und setzt sodann seinen Weg fort.


In Lola´s Bar mieten wir ein Kajak mit dem wir ein bisschen im Golf herumschippern. Wir paddeln hinüber zur schmalen Landzunge, auf der sich einige Ticos vor vielen Jahren kleine Blechhütten gebaut haben – nun besitzen sie Duldungsrecht.

 



In einigen Hütten sind kaum erkennbare Bars eingebaut, in denen man kalte Getränke kaufen kann. Wir lassen uns in einer der Bars nieder und genießen ein eiskaltes Bier/Ginger Ale.



Noch einmal stürzen wir uns in die lauwarmen Fluten und machen uns dann auf den Rückweg zu Lola´s Bar, um dort zu Mittag zu essen. Wir bestellen gemeinsam eine Marisco Mixta Platte (11.500 Colones), ein riesiger gemischter Fischteller – zum Glück haben wir uns entschieden, uns lediglich ein Gericht zu teilen! Der Fisch ist frisch und lecker zubereitet.

Nach einer Siesta in der Nachbarbucht paddeln wir noch einmal in den Golf hinein. Der Wellengang ist mittlerweile jedoch sehr viel stärker, so dass wir Angst um unsere Kameraausrüstung bekommen, die nur durch einen nicht mehr ganz dichten Drysack geschützt ist. Insofern entscheiden wir uns umzukehren – eine ausgezeichnete Entscheidung, wie sich herausstellen wird! Wir bestellen in Lola´s Bar einen Cafe´con Leche und sitzen noch keine fünf Minuten am Tisch, als zwei Scarlet Macaws direkt in den Mandelbaum über uns fliegen. Für die nächsten fünfzig Minuten ist „das große Fressen“ eröffnet. Die beiden Aras fressen mehr oder weniger sämtliche Mandeln vom Baum und hinterlassen unter sich ein „Schlachtfeld“ von aufgeknackten Schalen. Ich schieße derweil rund dreihundert Fotos - so nahe haben wir noch nie Macaws beobachten können. Die Ticos um uns herum nehmen derweil keinerlei Notiz von dem Spektakel – wahrscheinlich ist es ein nahezu alltägliches Ereignis für sie!



Roter Ara (Scarlet Macaws)


Nachdem die Macaws weitergezogen sind, sitzen wir noch eine Weile und schauen auf das Meer – unser letzter Abend am Cacao Beach. Auf dem Weg zur Lodge sichten wir noch im Wald einen Black Throated Trogon, ein Weibchen, erneut eine Erstsichtung für uns. Leider ist das Licht bescheiden und kaum ein guter Schnappschuss möglich.

Dennis bekocht uns noch einmal vorzüglich mit einer Butternut-Kürbissuppe und selbst gemachten Croutons. Auch ein Dessert wird noch kurzer Hand aus dem restlichen Karottenkuchen von vorgestern gezaubert. Einfach großartig, in dieser Umgebung einen Gastgeber anzutreffen, der die Essenszubereitung derart zelebriert wie Dennis!

 



25. Februar 2017 - Von der Ka´kau Jungle Lodge nach San Vito

Delfine satt!
Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von Dennis – er hatte damit Recht, wenn er zu Beginn unseres Aufenthaltes in der
Ka´kau Jungle Lodge sagte, „meine Gäste gehen immer als Freunde“! Wir hoffen, dass wir uns eines Tages einmal wiedersehen werden! Beim Abstieg sehen wir noch ein Great Curassow Pärchen, mit rund 90 Zentimetern Körperhöhe richtig große Vögel und noch dazu seltene. Leider bekommen wir keine Gelegenheit, Fotos zu schießen, da sie direkt im Unterholz verschwinden. Dennis hat für uns eine Delfin-Tour im Golfo Dulce gebucht (50 $ p.P.). Der Tico Bollito, was so viel heißt wie „kleiner Bauch“ (der Bauch ist allerdings eher groß!!!), holt uns pünktlich um 8.30 Uhr mit seinem Boot am Playa Cacao ab.
Bollito steuert das Boot in den Golfo Dulce hinein in Richtung Puerto Jimenez und sucht den Horizont mit Hilfe eines Fernglases nach Delphinen ab - zunächst ohne Erfolg. Wir halten einen Smalltalk mit ihm auf „Spenglisch“ – seine Englischkenntnisse sind sehr beschränkt. Nach einer Stunde sichtet Bollito endlich Delfine. Und tatsächlich, es handelt sich um einen sehr großen Schwarm von annähernd einhundert Tieren, darunter auch zahlreiche Jungtiere. Eine ganze Zeit lang gleiten wir neben den Tieren nahezu geräuschlos
mit gedrosseltem Motor entlang – die Delfine kommen zum Greifen nah an unser Boot heran. Diese Tiere sind einfach faszinierend und elegant - es ist ein tolles Erlebnis, ihnen so nahe zu sein.










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