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Fynbos Trail

17. Februar 2016, Wilderness – De Kelders (360 Kilometer)
Bad in einer stockfinsteren Tropfsteinhöhle mit Fledermäusen

Wir verabschieden uns nach dem Frühstück von Mathilda und André, unseren Gastgebern. Auf der gut ausgebauten N2 kommen wir sehr schnell voran, so dass wir bereits nach 3 ½ Stunden in De Kelders ankommen. Am Meer finden wir ein reizendes Café, das „Coffee on the Rocks“ (täglich von 10 – 17 Uhr geöffnet). Aus den Lautsprechern erklingt dezent Bing Crosby, eine passende Untermalung zu dem antiken Ambiente des Cafés sowie der gesamten Szenerie. Wenn man aus Wilderness kommt fühlt man sich an diesem Ort auf Anhieb geradezu entschleunigt! Irgendwie wirkt De Kelders verschlafen, aber heimelig. Selbst zur Walsaison von August bis Dezember ist hier wenig los, zumal es hier nur ein paar kleine B&B´s gibt. Wir ordern einen Salat mit Hühnchenbrust, Schafskäse und Mango, genau das richtige nach unserem üppigen Mahl gestern Abend!

Anschließend checken wir im Giotto´s B&B ein, dem Treffpunkt für alle Wanderer, die sich auf dem Fynbos Trail begeben wollen. Gina & Otto, gebürtige Namibier, haben sich nachdem sie lange Jahre in Johannesburg gelebt haben, ihren Lebenstraum erfüllt und sich in De Kelders ein nettes kleines Guesthouse errichtet. Gina begrüßt uns herzlich und zeigt uns unser Zimmer. Wir fühlen uns auf Anhieb wohl! Kurze Zeit später kommt Sean zum B&B, um mit uns die kommenden Tage zu besprechen. Sean ist Botaniker und hat einen sehr interessanten Field Guide über die hiesige Fynbos Vegetation geschrieben. Ein handsigniertes Exemplar überlässt er uns, damit wir in den kommenden Tagen die Pflanzen am Wegesrand bestimmen können.


Der Fynbos Trail kann in unterschiedichen Varianten, geführt oder ungeführt, mit oder ohne Wanderung antlang der Küste, gebucht werden. Nähere Informationen sind auf der Website erhältlich. Wir haben den sogenannten „Coastal Add on“-Trail (grundsätzlich "guided") und den dreitägigen eigentlichen Fynbos Trail "unguided" gebucht (Gesamtpaket inklusive Übernachtung und Verpflegung 7.500 ZAR). So haben wir die Möglichkeit, am heutigen Tag die herrliche Walker Bay Küste zu erleben. Wir genießen so einen ersten fünf Kilometer langen Spaziergang auf dem Klipgat Trail, immer entlang der Küstenlinie mit Blick auf das Meer. Am Wegesrand blüht die Fynbos Vegetation und wir entdecken bereits einige interessante Pflanzen, zum Beispiel die bis zu 60 Zentimeter große Candelabra Flower (Brunsvigia orientalis), die zunächst ein kleines rotes Dreieck aus dem Boden spriest, sich dann entfaltet und knallrot blüht. Nach der Blüte
vertrocknet die Candelabra dann komplett und wird mit dem Wind wie ein Ball durch die Gegend gerollt. Dabei werden die Kerne zum Keimen verstreut. Getrocknet wird die Candelabra auch als dekorativer Gegenstand im Haus verwendet. Auch entdecken wir „Pigs Ears“ (Cotyledon orbiculata), hängende rote Blüten mit sukkulenten Blättern in Form von Schweineohren.


 
Candelabra Flower


Pig´s Ear

Aus einer Höhle beäugt uns neugierig ein niedlicher Dassie, wahrscheinlich der Wachposten eines Clans!


Klippschliefer ("Dassie")

Der Trail endet an den Drup Kelder Caves, wo uns Dave, der Vater von Sean, in Empfang nimmt, um uns die Höhlen zu zeigen. Es ist die einzige Höhle in Südafrika, durch die Frischwasser fließt. Das Bergquellwasser versorgt übrigens den gesamten Ort mit Trinkwasser. Wir werden mit Taschenlampe und Helm ausgestattet und erhalten dann eine ganz reizende individuelle Führung. Dave weiß von vielen Anekdoten aus der langjährigen Geschichte der Drup Kelder Caves zu berichten. In der stockfinsteren Höhle werden wir umschwirrt von zahlreichen Fledermäusen. Angst, angeflogen zu werden, muss man sicher nicht haben; dafür haben Fledermäuse ein zu ausgeklügeltes Ultraschall-Orientierungssystem. Dave bittet uns etwas später, unsere Taschenlampen nach unten zu richten, da hier in „Bat´s Paradise“ Tausende von Fledermäusen unter der Höhlendecke kleben und durch das grelle Licht aufgeschreckt werden könnten. In diesem Fall würden wir in einer schwarzen Wolke von Fledermäusen stehen, was wir vermeiden wollen. Natürlich wollen wir die Fledermäuse auch nicht stören, zumal sie derzeit gerade viele Jungtiere haben. Am Ende der Führung bietet uns Dave an, im Pool der Höhle zu baden. Das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und stimmen begeistert zu. Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, in glasklarem Wasser in einer stockfinsteren Tropfsteinhöhle, in Anwesenheit von Tausenden von Fledermäusen, zu baden?

Am Abend haben wir unser Dinner im Rosemary´s in Gansbaai gebucht, einem niedlichen kleinen Restaurant mit einem verwunschenen Garten. Leider lassen es die Temperaturen nicht zu, draußen zu sitzen. Auch dieses Restaurant ist wieder einmal „Fully booked“ – spontan hat man kaum eine Chance, einen Tisch zu bekommen. Das Essen ist vorzüglich, wir lassen uns verwöhnen mit einem Springbock Carpaccio und einer Seafood-Soup als Starter sowie einem Langzeit gegarten Oxtail und „Fish of the Day“ (Kingklip) als Main Course. Am Nachbartisch entdecken wir ein Paar, das wir bereits in Wilderness kurz am Strand kennengelernt haben. Wir kommen ins Gespräch und es stellt sich heraus, dass die Beiden ebenfalls aus Hannover (Hemmingen) kommen – so klein ist die Welt!


18. Februar 2016, Fynbos Trail, 1. Tag
Natur pur auf dem Fynbos Trail

Vor dem Start unseres Trails erhalten wir noch ein leckeres Frühstück bei Gina und Otto und haben interessante Gespräche mit einem anderen Gast, Jan, ein Guide aus Kapstadt, der gerade eine Tour entlang der Gardenroute für eine deutschen Gruppe organisiert (über die Agentur „Abendsonne“). Wir tauschen gegenseitig unsere Karten aus, vielleicht kann man ja irgendwann einmal einen Guide mit Know How gebrauchen!

Kurze Zeit später treffen Sean und sein „Praktikant“ Daniel ein. Der Transport des Gepäcks von Unterkunft zu Unterkunft wird während des Trails organisiert. Der erste Teil des heutigen Tages führt uns entlang der Walker Bay Küste in Richtung Hermanus. Leider ist das Wetter eher regnerisch, wobei zudem der Nebel die Weitsichtlick auf die Küste in Richtung Cape of Good Hope verhindert. Sean erklärt die einzigartige Fynbos Vegetation, die hier in Küstennähe aufgrund der starken Winde sehr flach ist. Selbst die Milkwood Trees, die sehr hoch werden können, werden in den Dünen zu flachen, bodendeckenden Gewächsen. Die meisten der hier gedeihenden Pflanzen sind endemisch, das heißt, sie wachsen nur hier. Beispielsweise eine unscheinbare kleine Bodenpflanze namens Diosma, die streng unter Naturschutz steht. Diese Pflanze gibt es nur hier an der Walker Walker Bay sowie auf der Ostseite des „Cape of Good Hope“. Sean erklärt, dass der Meeresspiegel vor Tausenden von Jahren viel tiefer als heutzutage lag und somit eine direkte Landverbindung zwischen dem Kap und der heutigen Walker Bay bestand. Der ansteigende Meeresspiegel hat dann die beiden heutigen Biotope voneinander getrennt. Derzeit blühen aber auch gerade die spektakulären "April Fool" Blumen (Haemanthus coccineus).

 
Diosma     /       April Fool Flower

Die felsigen Klippen von De Kelders gehören zu den weltbesten Plätzen, wo von der Küste aus südliche Glattwale beobachtet werden können. Die mächtigen Tiere, die so viel wiegen wie vierzehn Elefanten, besuchen Walker Bay von Juni bis Dezember um sich zu paaren und zu kalben. Da das Wasser direkt an den Klippen ungefähr zwanzig Meter tief ist, sind die Wale oft so nah, dass man das Gefühl hat, man könne die Hand ausstrecken und sie berühren. An einem Felsbogen, der sich über eine Bucht spannt, meint Sean: „We also have our own Victory Arch...“!


Wir erreichen die faszinierende archäologische Fundgrube der Klipgat Caves, die den Ureinwohnern, den Vorfahren der Xhosa, in den letzten 80.000 Jahre ein Heim boten. Überall entlang der Klippen finden wir Artefakte, wie zum Beispiel Schneidewerkzeuge, mit denen Muscheln geöffnet wurden. In den Caves stärken wir uns mit Kaffee und Rusks. Nach einem kurzen Abschnitt am Strand führt der Weg uns nun landeinwärts durch ein unberührtes Dünenfeld, das geradezu an die Sahara erinnert.


An der Hauptstraße erwartet uns ein Mitarbeiter von Sean, der uns zum Lunch zum „Growing the Future“ Projekt mit dem Auto fährt. Dort lernen Einheimische viele Dinge rund um die Landwirtschaft, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Ökö-Produkte wie Eier und Gemüse werden überwiegend an die luxuriöse Lodge des Grootbos Private Nature Reserves verkauft. Eine Mitarbeiterin von Sean, Ivy, hat zum Lunch eine leckere Kürbis Quiche sowie Brot gebacken, was wir nun mit großem Appetit verzehren.

Nach dem Lunch startet der eigentliche Fynbos Trail. Der Trail ist bestens ausgeschildert und führt uns zunächst in den alten Steynbos Milkwood Forest. Er ist weltweit einer von nur acht Wäldern seiner Art, die allesamt auf das Stanford-Gansbaai Gebiet beschränkt sind. Der Wald ist ungefähr zwanig Hektar groß und enthält Milkwood Trees, die bis zu 2.000 Jahre alt werden können. Viele alte Bäume sind komplett überwachsen von Moosen oder behangen von langen Bartflechten. Im Wald leben zahlreiche Vogelarten sowie eine Vielzahl von Säugetieren wie Stachelschweine, Honigdachse, Buschböcke und Mungos.

 

Nachdem wir den Wald verlassen haben, schlängelt sich der Weg auf einen mit Fynbos gekleideten Sandsteinrücke, auf dessen Gipfel wir einige Exemplare der in voller Blüte stehenden Königsproteen entdecken.


Königsprotea

Überall sichten wir in den Fynbos Büschen 60 – 100 Millimeter große, die Brut schützende Eiersäcke der „Common Rain Spider“. Das Weibchen benötigt für die Konstruktion eines solchen Sackes ungefähr drei bis fünf Stunden. Eingesponnen werden unter anderem Blätter und andere Pflanzenteile. Danach verteidigt sie ihr Gelege aggressiv gegen jeden Eindringling. Drei Wochen später schlüpfen die Jungspinnen. Ein Biss der ca. drei Zentimeter großen Rain Spider ist für Menschen zwar schmerzlich, jedoch nicht lebensbedrohlich.

Fortlaufend gibt es neue blühende Fynbos Pflanzen zu entdeken, die wir vorher noch nicht geshen haben und wir legen lange Fotostopps ein. Die Blütenvielfalt des Fynbos ist geradezu unerschöpflich, obwohl der Februar nicht einmal die beste Zeit zur Entdeckung dieses faszinierenden Ökosystems ist. Zur Zeit stehen unter anderm zahllose Erica-Gewächse in voller Blüte.


Stoebe Capitata      /        Erica pluckenetil (Cats tail erica)


Erica vestita     /        


Die Fynbos-Vegetation ist sehr artenreiche und wächst in einem 100 bis 200 Kilometer breiten Küstenstreifen zwischen Clanwilliam und Port Elisabeth. Der Fynbos umfasst insgesamt über 7.000 Farn- und Blütenpflanzenarten, davon ist mehr als die Hälfte endemisch! Unser heimatliches Bundesland Niedersachsen ist ungefähr gleich groß, hat aber lediglich rund 1.700 Arten und keine davon ist endemisch. Fette Regentropfen hängen an den Gräsern, die über den Pfad wuchern und sorgen dafür, dass unsere Klamotten alsbald pitschnass sind. Bei näherer Betrachtung kann man die in den Tropfen sich spiegelnde Fynbos Vegetation erkennen. Wir nennen den gelungenen Schnappschuss spontan "Fynbos Plants in Raindrops"!

Fynbos Plants in Raindrops

Der Pfad fällt nun vom Bergrücken ab und trifft auf einen Wasserspeicher, der von frischem, trinkbaren Quellwasser gespeist wird. Zahlreiche Bee-Eater schwirren emsig von Ast zu Ast auf der Suche nach Nahrung. Wir steigen alsbald wieder an zum Pinnacle View Point, wo uns der Blick über die Walker Bay aufgrund des Nebels leider weiterhin verwehrt bleibt. Kurze Zeit später erspähen wir unten im Witvoetskloof Tal unser Ziel der ersten Etappe, das Fynbos Retreat, eine ehemalige Gemüse- und Tabakfarm. Perdita und Jan erwarten uns bereits und zeigen uns das Haus. Wir sind die einzigen Gäste und können uns das Zimmer, in dem wir schlafen möchten, aussuchen. Zunächst einmal aber nehmen wir ein erfrischendes Bad im idyllischen Stausee, der mit zahlreichen Seerosen bewachsen ist.

Bei einem Gläschen Wein genießen wir am Abend im Holzofen frisch gebackene Pizza und haben interessante Gespräche mit Perdita und Jan, welche sich als überaus reizende Gastgeber herausstellen. Fynbos Retreat kann man auch ohne den Fynbos Trail zu begehen buchen und in absoluter Idylle und Einsamkeit, fernab jeglicher Zivilisation, einige Tage herrlich ausspannen.

Auf der heutigen Wanderung habe ich mein ohnehin lädiertes Knie bei einer unbedachten Bewegung verdreht. Das Gelenk ist stark angeschwollen und ich versuche es mit Hilfe von Eispacks zu kühlen. Ich hoffe sehr, dass es morgen irgendwie besser ist – zur Zeit fühlt es sich allerdings nicht danach an, das ich morgen die Tour fortsetzen kann.


19. Februar 2016, Fynbos Trail, 2. Tag
Großartige Hiking-Tour mit Hindernissen


Unsere Gastgeber kredenzen und ein köstliches Frühstück, beginnend mit Obst, Joghurt und Müsli, gekrönt von einmaligem Fynbos-Honig, gefolgt von Rührei, Speck und gebratenen Champignons. Das Knie fühlt sich zwar immer noch nicht gut an, aber ich entscheide, es auf jeden Fall zu versuchen. Jan schnitzt mir noch einen Stab, auf dem ich mich ein bisschen abstützen kann. Dann verabschieden wir uns von den Beiden und hoffen, dass wir die Idylle von Fynbos Retreat irgendwann einmal intensiver genießen können.

Der Weg führt uns abwärts in ein wunderschönes Tal, bedeckt von Proteen, Erikagewächsen und anderen Fynbos Pflanzen.  Wir gelangen über einen Bach in den schattigen Witvoetskloof Wald. Heute haben wir strahlenden Sonnenschein, die dicke Wolken- und Nebelschicht von gestern ist wie weggeblasen! Die naturbelassene Schönheit der alten Bäume, die den Fluss säumen, ist atemberaubend. Hier stehen herrliche Milkwood und Stinkwood Trees, wilde Oliven, Assegai Bäume und vieles mehr. Wir gelangen zu einem malerischen Wasserfall, wo wir eine kleine Pause einlegen.

Vom tiefsten Punkt des Trails müssen wir nun über einen steilen Pfad auf einem über Millionen von Jahren abgelagerten Kalksteinhügel zum höchsten Punkt am Grootberg aufwärts steigen. Der Kalkstein Fynbos der Agulhas Ebene ist einzigartig und man kann hier ein paar der ganz seltenen und endemischen Kalkstein Fynbos-Arten treffen.

 
Gazania pectinata (Gousblom)       /         Roella incurva


Phaenocoma prolifera (Cape Strawflower)                                                                                                                                   


Wir entdecken aber zunächst einmal Dung-Beetle, diese kuriosen Käfer, die rückwärts laufend eine Kugel Dung von Wildtieren (zum Beispiel Nashörnern) vor sich her treiben! Wir fragen uns allerdings, wessen Dung sie hier oben rollen? Am Gipfel überblicken wir die Lomond Weinberge sowie die Walker Bay und Hermanus im Westen und entdecken weitere Proteen, wie den Brown beard Sugarbush (Protea speciosa).


Brown beard Sugarbush (Protea speciosa)       /             Dung Beetle

Vom Gipfel schlängelt sich der Wanderweg nun den westlichen Hang zunächst hinunter ins Flower Valley und dann in den Stinkhoutsbos Wald. Hier erwartet uns bereits Daniel mit einem gedeckten Tisch voller Leckereien zum Lunch. Ich entscheide aufgrund des mittlerweile wieder heftig schmerzenden Knies auf den zweiten Teil des heutigen Trails zu verzichten, so dass wir nach dem Lunch mit Daniel direkt zur Witkrans Nature Farm fahren.


Wir sind untergebracht in einer romantischen Holzhütte, das Cone Bush Cottage, mit drei Schlafzimmern und einem Wohnzimmer mit vollausgestatteter Küche. Das Haus ist umgeben von einer grünen Hölle. Auch diese wunderschönen Self-Catering Cottages können auch ohne Anbindung an den Fynbos Trail direkt gebucht werden. Kaum angekommen, da schließen wir auch schon Freundschaft mit den beiden Hunden des Hauses, einer riesenhaften, aber sanftmütige Deutsche Dogge namens „Olli“, die mit seinen gerade einmal 11 Monaten bereits über 60 Kilogramm auf die Waage bringt und „Shadow“, einem äußerst schmusebedürftigem Border-Collie. Nachdem wir ein bisschen in der Hängematte vor dem Haus relaxt haben, zieht der Himmel zu und es beginnt wie aus Eimern zu schütten - der erste ergiebige Regen seit August letzten Jahres, wie uns Sean später berichtet.


Am Abend bringt uns Sean ein von Ivy gekochtes Dreigangmenü zum Haus: Als Starter gibt es einen frischen Salat, gefolgt von einem drei Stunden im Potjie gegarten Lamm-Stew mit Gemüse und als krönenden Abschluss eine Schokoladen-Mousse mit Vanillesoße. Dazu gibt es einen Blend-Weißwein vom hiesigen Vineyard Lomond. Wir unterhalten uns noch eine ganze Weile mit Sean und schmieden Pläne für morgen. Wir werden in jedem Fall den letzten Abschnitt des Fynbos-Trails wegen meines Knies nicht mehr machen. Wir werden in jedem Fall wieder kommen und den Trail dann noch einmal in seiner Gesamtheit absolvieren – die Umstände waren in diesem Jahr am Ende etwas unglücklich. Übrigens gibt es in Südafrika eine ganze Reihe weiterer sogenannter „Slackpacking-Trails“, bei denen das Gepäck ganz komfortabel von Unterkunft zu Unterkunft gebracht und auch für eine Vollverpflegung der Hiker gesorgt wird.



20. Februar 2016, Kommertjie

Pinguine bei Betty´s Bay

Am Morgen beim Frühstück lernen wir Seans reizende Familie, Michelle mit ihren beiden Kindern, kennen. Wir bekommen unser Frühstück auf der Terrasse ihres Hauses serviert. Wir haben uns entschieden, den Vormittag in unserem Cottage zu verbringen, da ich ohnehin nicht weit laufen kann. In unserer grünen Hölle direkt vor unserer Nase schwirren wunderschöne Vögel von Blüte zu Blüte, unter anderem Sugarbirds (Southern Double-Collared und Malachite Sunbirds) und Cap Bülbüls.


Blaubandnektarvogel (Southern Double-Collared Sunbird)

 

Cap Bülbül      /       Malachit-Nektarvogel (Malachite Sunbird)

Das heutige Lunch in der benachbarten luxuriösen Grootbus Lodge ist in dem von uns gebuchten Fynbos-Trail Paket noch enthalten. Normalerweise ist dies das Ziel der letzten Etappe des Fynbos-Trails. Michelle holt uns freundlicher Weise von unserem Cottage ab und fährt uns zur Grootbus Lodge. Sean hat berichtet, dass hier im März die deutsche TV Produktion „Sing a Song“ aufgezeichnet werden soll. Dafür wird die komplette Lodge umgekrempelt, das Wasser aus dem Pool gelassen und zur Bühne umfunktioniert und zahlreiche Palmen angekarrt! Wenn man berücksichtigt, was hier eine Übernachtung kostet, kann man sich gut vorstellen, was der ganze Spaß den Sender Vox kosten wird! Der Lunch ist auf jeden Fall vorzüglich, wir bestellen unter anderem ein köstliches Seafood-Curry und ein köstliches Dessert! Vom Restaurant aus kann man die komplette Walker Bay überblicken! Der Fynbos-Trail findet so auf jeden Fall einen mehr als stilvollen Abschluss.

 


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