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Fish River Canyon

An der kleinen Tankstelle, die von Sanparks betrieben wird, tanken wir noch einmal voll und stürzen uns sodann in die Grenzformalitäten. An der südafrikanischen Seite läuft alles noch ganz easy, außer der Tatsache, dass der Grenzbeamte ganz scharf auf unseren Kugelschreiber ist. „Soll er haben“, sagen wir uns und werden nach dem Ausfüllen diverser Formulare zum benachbarten Sanparks Büro geschickt, wo wir die Gebühr von 110 ZAR für das Ponton, das uns über den Orange-River schippern soll, entrichten müssen. Gerade einmal zwei Fahrzeuge fasst die kleine Fähre - die Fahrzeit beträgt keine zwei Minuten.

Wir haben in anderen Reiseberichten gelesen, dass die Grenzformalitäten in Sendelingsdrift auch auf namibischer Seite problemlos verlaufen sollen – wir sollen heute eines besseren belehrt werden. Im Grenzbüro läuft alles noch nach Plan, einmal abgesehen von dem vermutlich völlig sinnbefreiten Papierkrieg, den man bei jedem Grenzübertritt in Afrika über sich ergehen lassen muss. Wir wähnen uns schon in Namibia, als zwei Grenzpolizisten auf uns zukommen und fragen, ob wir Feuerwaffen, große Messer oder ähnliches an Bord haben. Wir verneinen, worauf sie höflich fragen, ob sie unser Fahrzeug einmal checken dürfen. Natürlich willigen wir ein, schließlich haben wir nichts zu verbergen. Der Polizist beginnt sogleich, unser Auto zu filzen, auch unsere persönlichen Sachen. Schnell stößt er auf das Taschenmesser, dass wir immer in der Türablage griffbereit haben. „Das ist ein großes Messer“, verkündet er fast triumphierend. Ich spiele die Situation herunter und erwidere, dass es sich lediglich um ein Campingmesser handele. Nachdem er alle weiteren Taschen auf unserem Rücksitz durchsucht hat, findet er in Corinnas Tür zu allem Überfluss noch einen kleinen Quarzstein, den sie als Souvenir aus dem Richtersveld mitgenommen hat. Das sei ebenfalls verboten, intoniert er süffisant! An dem Fleisch und den Milchprodukten, die wir vorsichtshalber vor dem Grenzübertritt aus dem Kühlschrank in der Reisetasche versteckt haben, scheint er hingegen kein Interesse zu haben. In einer abschließenden Diskussion können wir den penetranten Grenzbeamten zumindest davon überzeugen, uns nicht das Messer abzunehmen - der wertlose Stein bleibt allerdings seine „Beute“.

Auf namibischer Seite führt eine gute Gravelroad aussichtsreich am Orange-River entlang. Hier kommen wir sehr schnell voran und sehen auf der anderen Uferseite noch einmal das Pojiespram Camp.

Unser heutiges Ziel, die Narutshama River Lodge liegt wenige Kilometer hinter Aussenkehr, einer Siedlung, die aus Strohhütten und einem Spar-Supermarkt besteht.


Die Lodge liegt inmitten eines Weinanbaugebietes, in dem allerdings kein Wein, sondern ausschließlich Tafeltrauben produziert werden. Um einen kleinen Teich herum sind idyllisch einige Chalets sowie Campsites angeordnet. Jeder Stellplatz verfügt über einen eigenen Stromanschluss, die Sanitäranlagen sind komfortabel und gepflegt. Den Nachmittag verbringen wir am Pool und schauen über den Orange-River hinüber nach Südafrika - Kokerboomskloof ist Luftlinie von hier aus kaum mehr als zehn Kilometer entfernt!

In der Lodge weilt gerade eine deutsche Safari-Reisegruppe, die uns sofort an die Beschreibungen aus dem Buch „Hummeldumm“ erinnert! Ein unlustiger, dominanter Rädelsführer versucht den Rest der Gruppe mit billigen Sprüchen, Witzchen und Anekdoten zu „unterhalten“ und ruft ständig nach seiner Frau Uschi, die entweder ein bestimmtes Foto schießen oder aber den georderten Wein in Empfang nehmen soll. Auch Guide Klaus entspricht den üblichen Klischees, leicht verwegen aussehend und rund um die Uhr von bewundernden Safaritouristen umlagert! Wir haben immer gedacht, das Buch sei überzogene Satire – seit heute wissen wir, es ist die pure Realität!!!

Abends genießen wir ausgiebig ein Dinner in dem schönen Restaurant mit Blick auf den Fluss. Namibia ist „Fleischland“ – das ist an der Speisekarte deutlich zu erkennen. Ausschließlich Steaks mit Beilagen sind im Angebot, die jedoch allesamt lecker sind. Einziger kleiner Minuspunkt dieser ansonsten tollen Unterkunft ist ein brummender Generator, der leider auch nachts nicht abgestellt wird. Zunächst hören wir das Geräusch gar nicht, da es von dem ohrenbetäubenden Quaken der Gutturalkröten im Teich überlagert wird. Mit aufgeblähten Schallsäcken sitzen die Kröten aufgereiht am Teichrand und quaken um die Wette. Zum Glück geben die kleinen Racker aber im Verlauf der Nacht Ruhe.

 

29. August 2015, Von der Narutshama River Lodge zum Fish River Canyon (230 Kilometer)

Einblicke in den zweitgrößten Canyon der Welt
Frühstück nehmen wir in der Lodge ein – Uschi aus der „Hummeldumm-Truppe“ verteidigt mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln und ausgefahrenen Ellenbogen ihre Pool Position am Toaster des Büffets! Keine Chance derzeit an ein getoastetes Brot zu gelangen! Wir warten erst einmal ab, bis sich der erste Rummel gelegt hat und bedienen uns dann am Büffet. Während des Frühstücks beobachten wir das bunte Treiben der Vögel unten am Fluss. Farbenprächtige Southern Red Bishops und Orange River Brillenvögel schwirren im Schilf hin und her.


Oryxweber (Southern Red Bishop)

Wir frischen unsere Vorräte beim Spar in Aussenkehr auf. Während Corinna den Einkauf erledigt, passe ich auf das Auto auf. Dabei fällt mir auf, dass wir unseren Tisch auf der Campsite vergessen haben, so ein Mist! Ich sage Corinna kurz im Laden Bescheid und fahre dann alleine zurück zur Norotshama Lodge. Nach einer Viertel Stunde stehe ich wieder vor dem Supermarkt, Corinna wartet bereits auf mich. Schnell wird der Einkauf verstaut und wir machen uns auf den Weg. Zunächst wollen wir den Gamchab Riverbed-Trail durchfahren. Schnell stellt sich der Weg als ziemlich unspektakulär heraus, lediglich auf den ersten zwei Kilometern durchfährt man ein Schlucht, danach öffnet sich das Flussbett zu einer weiten Ebene, in der ein Flussbett nicht mehr erkennbar ist. Auch der weitere Wegverlauf ist eher eintönig und führt uns schnurstracks über eine sehr gut zu befahrene Gravelroad durch eine braune Wüstenlandschaft. Einzige Höhepunkte sind zwei junge Oryxe sowie ein von Kugeln durchsiebtes Oldtimer-Autowrack am Straßenrand. Welche Geschichte wohl dieses Auto hinter sich haben mag!?

Unser Ziel ist das Canyon Roadhouse, eine nette Campsite direkt an der C 37, die durch die vor sich hin rostenden Oldtimer vor dem Haus bekannt ist. Aus einigen wachsen bereits Bäume heraus. Auch im Inneren des Canyon Roadhouse gibt es einiges zu entdecken. Die Restauranttische stehen ebenfalls neben Oldtimern und es gibt viele skurrile Einrichtungsgegenstände aus längst vergangenen Zeiten zu bewundern (z.B. ein Pin-Up-Girl Kalender von 1982 in der „Werkstatt“!). Einsamkeit gibt es hier zwar nicht gerade, aber dafür ist das Camp bestens ausgestattet, mit hervorragenden Sanitäreinrichtungen (ein Abolution Block für zwei Campsites) und Pool.


Uns zieht es aber zunächst zum Fish River Canyon (85 N$ p-P. für das Permit). Es ist nach dem Grand Canyon der zweitgrößte Canyon der Welt, 161 Kilometer lang, bis zu 27 Kilometer breit und bis zu 549 Meter tief. Der Canyon ist nicht ganz einfach zu fotografieren: Abends gelingen durch das Gegenlicht fast gar keine brauchbaren Aufnahmen, tagsüber liegt zumeist ein leichter Dunst über der Schlucht. Die besten Spots, um in den Canyongrund hinunter zu schauen, sind die beiden äußeren Viewpoints, die jeweils über kleine Fußwege zu erreichen sind.

Am nördlichen Viewpoint ist auch der Startpunkt einer fünftägigen Hikingtour, die 90 Kilometer durch den Canyon führt. Die Wanderer müssen dabei neben Schlafsack und Isomatte auch alle Lebensmittel in ihrem Rucksack mitschleppen. Gerade bereitet sich eine Gruppe von Hikern auf ihren Abstieg vor. Darunter befindet sich eine ziemlich übergewichtige Frau, die schon beim Aufsetzen ihres Rucksacks Schwierigkeiten hat. Auf den ersten Metern muss ihr Mann fast bei jedem Schritt behilflich sein, damit sie überhaupt vorankommt. Wir sind uns sehr sicher, dass sie den Hike niemals schaffen wird und finden es unverantwortlich, dass der Guide es nicht ablehnt, eine solch unfitte und unbewegliche Person mit in den Canyon zu nehmen. Die Wanderung ist schließlich kein Sonntagnachmittagsspaziergang!

Die beiden letzten Tage in den komfortablen Camps waren zwar sehr schön, jedoch sehnen wir uns nun auch wieder unsere geliebte Einsamkeit herbei. Auf dem Weg zum Restaurant treffen wir abends in der Nähe des Pools auf ein prachtvolles Kudu-Männchen, das offensichtlich das gechlorte Pool-Wasser einem beschwerlichen Abstieg in den Canyongrund mit 600 Höhenmetern vorzieht. Das Dinner im Canyon Roadhouse ist hervorragend und relativ günstig. Wir bestellen ein Game-Carpaccio (40 N$), anschließend ein Springbock-Sirloin (120 N$) bzw. einen gefüllten Butternut-Kürbis (70 N$). Dazu gibt es einen großartigen südafrikanischen Pinotage Rose. Heute Nacht haben wir Besuch von einem Oryx auf unserer Campsite, durch dessen Hufscharren ich geweckt werde!







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