Über uns
A - Mühlbach 2010 - 2012
CR - Costa Rica 2011
CR - Costa Rica 2017
D - Amrum 2010
D - Daarß 2000 ff.
D - Hannover-Hamburg per Bike 2009
D - Havelland 2017
D - Rügen 2011
D - Sehlendorf 2012
E - Galizien 2006
E - Gomera 2008
E - Gomera 2010
E - Gomera 2011
E - La Palma 2014
E - Mallorca 2006
ECU - Ecuador 2018
GR - Kreta 2010
I - Amalfi & Cilento 2012
I - Elba 2008
=> Elba 2008 Teil 1
=> Elba 2008 Teil 2
I - Sardinien 2009
I - Südtirol 2013
I - Südtirol 2016
I - Toskana 2007
I - Toskana 2008
I - Toskana 2015
LT-LV-EST - Baltikum 2017
Ma - Marokko - 2015
NAM - Kaokoveld-Caprivi 2014
P - Algarve 2013
P - Madeira 2017
RB - Botswana 2013
RB-NAM-ZA - Namaqualand-KTP & more 2015
RB-NAM - Okawango-Sambesi-Kwando 2016
USA - Florida 2009
USA - Südwest 2007
ZA - Südafrika 2012
ZA - Western Cape 2016
Newsletter bestellen
Foto-Equipment
Foto-Tipps (NEU)
Foto-Verwertung
Literatur
Packlisten
Reisen schlau planen
Videos
Kontakt
Impressum
 

Elba 2008 Teil 1

16.05.2008
Planmäßig um 8 Uhr starten wir zu unserer ersten Etappe der Anreise nach Elba. Wir haben uns dazu entschlossen, die Reise entspannt mit einer Zwischenübernachtung anzutreten. Tags zuvor haben wir im Internet ein Zimmer in der Nähe des Comer Sees gebucht. Für die rund 1.000 Kilometer lange Fahrt benötigen wir inklusive eines Stopps beim Mediamarkt in Lugano, wo wir uns noch mit einer Aktivbox für unseren MP-3 Player ausrüsten, zehn Stunden.

Unsere Unterkunft liegt etwas oberhalb des Comer Sees in Schignano. Das Navigationssystem unseres Autos wirkt aufgrund des Gassengewirrs hier oben etwas desorientiert und lässt uns abenteuerliche Wendemanöver auf den schmalen Bergsträßchen fahren. Nach einiger Zeit stehen wir schließlich im Zentrum von Schignano und verstehen nunmehr schmerzlich die Ansage, „das Ziel befindet sich in einer nur begrenzt befahrbaren Straße“! Die Berggässchen mit extrem starken Gefälle werden immer enger, so dass wir größte Schwierigkeiten haben, unser „langes Schiff“ – ein Passat Kombi – hier hindurch zu manövrieren. Schließlich verkeilen wir uns zwischen zwei Häuserecken derartig, dass wir weder vor noch zurück fahren können. Zu beiden Hauswänden verbleiben noch maximal zwei Zentimeter Luft. Nachdem wir die missliche Lage in Augenschein genommen haben, entscheiden wir uns, gerade zurück zu setzen und dabei die Fahrerseite zur Hauswand hin mit einer Isomatte vor Kratzern zu schützen. Nach mehrmaligen Rangieren schaffen wir es tatsächlich durch die Enge hindurch zu kommen. Die Kupplung hat allerdings stark gelitten und setzt das halbe Dörfchen in eine übel riechende schwarze Gummiwolke. Unten können wir zum Glück wenden, um auf gleichem Wege - nun allerdings vorwärts - wieder herauszufahren. Dies gelingt im ersten Versuch, jedoch hat sich die Kupplung bei diesem Kraftakt festgefressen und lässt sich nicht mehr betätigen. Endlich gelangen wir auf etwas breiteres Terrain und atmen erst einmal tief durch – das war ganz schön knapp! Inzwischen regnet es „junge Hunde“ und wir finden den Weg zu unserer Unterkunft jetzt reibungslos (die Kupplung funktioniert nach kurzer Abkühlzeit auch wieder). Die Azienda Agritouristica „
Al Marnich“ liegt in idyllischer Hanglage. Das Doppelzimmer kostet inkl. Frühstück 72 Euro. Der freundliche Besitzer begrüßt uns herzlich und führt uns zu unserem Zimmer. Wir bedauern schon jetzt, dass wir hier nur eine Nacht bleiben können. Die Azienda besteht aus einigen kleinen Steinhäuschen, die mit unterschiedlichen, grellen Farben angetüncht sind. Alle Zimmer sind mit geschmackvoll ausgestattet und verfügen über einen lauschigen Kaminofen. Von unserem Zimmer aus hat man einen wundervollen Blick auf das sattgrüne Tal. Leider trübt der starke Regen und der Nebel den sicherlich phantastischen Ausblick.

Heute Abend lassen wir es uns gut gehen im hauseigenen Restaurant, bei dem uns bereits beim Lesen im Internet das Wasser im Munde zusammengelaufen war. In  der lauschigen kleinen Bauernstube lodert ein Feuerchen und wir werden vom Wirt zunächst darüber informiert, dass alle verwendeten Produkte aus biologischem Anbau stammen, zumeist sogar von der eigenen Azienda. Wir entscheiden uns für folgende Angebote aus der kleinen aber feinen Speisekarte:

Antipiasti: Auswahl von Ziegenkäse mit haus gemachtem Aprikosenkonfitüre und Nüssen (7 Euro) sowie Reisauflauf mit Kohl und Rindfleisch (7 Euro)

Primi Piatti:
HausgemachteTagliatelle mit kleinen Würstchen in Weißwein und Zwiebeln (10 Euro) sowie Vollkornnudeln mit Weißkohl, Kartoffeln, Bohnen und Knoblauch (8 Euro)


Secondi Piatti:
Eselgulasch mit Polenta (10 Euro) sowie gebackene Kalbsfrikadellen mit Zucchini (10 Euro)
.

Dazu gibt es Vino Bianco aus der Region. Am Ende zahlen wir 60 Euro für diesen tollen kulinarischen Einblick in die leckere, wenn auch deftige Hausmannskost der Lombardei. Wir schlafen schließlich in unserer gemütlichen Camere vorzüglich – die Betten erweisen sich als äußerst komfortabel.


17.05.2008
Der Tag beginnt mit einem köstlichen Frühstück in der Gaststube, erneut mit Produkten aus eigenem Anbau. Es gibt Brötchen, frische Eier, Ziegenkäse, Marmelade und nicht zu vergessen, die frische Milch zum Kaffee. Um 8.30 Uhr haben wir Sack und Pack im Auto verstaut, um uns auf die zweite Etappe nach Piombino – dem Einschiffungshafen nach Elba - zu machen. Die 450 Kilometer bewältigen wir in rund vier Stunden – die Autobahngebühr beträgt für diese Strecke knapp 30 Euro. Wir wollen zuvor bei dem uns bereits bekannten Bauern am Ortsausgang von Caffagio in der Nähe von Suvereto noch Olivenöl und Wein sowie Gemüse einkaufen. Es gibt u.a. wieder die leckeren Carciofi (kleine rote Artischocken). Anschließend fahren wir noch zum Coop nach Venturina, um einen Grundbestand an Lebensmitteln zu besorgen. Für heute Abend kaufen wir leckere frische Tortellini mit Spinacchi-Ruccola Füllung sowie ein Pesto und eine Salsa di Noce (Nuss-Soße).


Wir erreichen den Hafen von Piombino sehr frühzeitig und hoffen schon eine Fähre eher als gebucht eingeschifft zu werden. Die Einweiser von Moby Lines erweisen sich jedoch als unerbittlich und verwehren uns zusammen mit einigen weiteren, zumeist deutschen Fahrzeugen, den vorzeitigen Zugang zur Fähre. So warten wir eine weitere Stunde, bis die von uns gebuchte Fähre eintrifft. Pünktlich um 16.15 Uhr legt die Moby Baby ab und macht sich auf den Weg zu der einstündigen Überfahrt. Gebucht haben wir die Fähre im Internet direkt bei der Reederei – Kostenpunkt rund 100 Euro hin und zurück inklusive Auto.


In Portoferraio angekommen, fahren wir zugleich weiter nach Chiessi an die Westküste, eine Fahrt von ungefähr 45 Minuten. In Pomonte rufen wir, wie vereinbart, unsere Vermieterin Anna Maria an, um uns mit ihr auf dem Kirchplatz in Chiessi zu treffen - ein sehr interessantes Unterfangen, zumal unsere Italienischkenntnisse armseelig sind und Anna kein Wort Englisch oder Deutsch spricht. Es gelingt uns schließlich, uns verständlich zu machen, und so beziehen wir unser gemietetes Domizil. Wieder einmal haben wir es vorzüglich getroffen: Unser Appartement ist äußerst liebevoll eingerichtet, mit zwei Schlafzimmern sowie einer voll ausgestatteten Küche – ein für uns wichtiges Auswahlkriterium! Von der Terrasse aus blicken wir auf das Meer und die Insel Korsika. Gebucht haben wir das Casa Renato über einen deutschsprachigen Vermittler für 350 Euro/Woche inklusive Endreinigung. Für elbanische Verhältnisse geradezu ein Schnäppchen. Die Mietpreise in den Hotels sind horrend und auch die Preise für Privatvermietungen erreichen zumindest in der Hauptsaison im Juli und August Rekordhöhen.

Vor dem Abendessen machen wir noch einen kleinen Spaziergang auf die vorgelagerten Felsen von Chiessi. Das Wetter heute Abend ist leider eher bescheiden – es tröpfelt bei maximal 18° Grad. Am Abend bereiten wir uns köstliche Tomaten-Bruschetta mit dem gerade erworbenen Olivenöl sowie zweierlei Sorten Tortellini zu, dazu gibt es frischen Weißwein - so schmeckt die Toskana!


18.05.2008
Am Morgen werden wir sehr früh wach – es ist gerade einmal kurz vor 7 Uhr. Die Vögel vor unserem Schlafzimmerfenster geben ein Gratiskonzert und die an den Strand schlagenden Wellen stimmen mit ein. So wird man selbst so früh morgens gerne geweckt. Gespannt klappen wir die Fensterläden vor unserem Schlafzimmer zurück und blicken enttäuscht in einen wolkenverhangenen Himmel. Also wird aus dem geplanten ersten Urlaubstag zum Relaxen kurzerhand ein "Aktivtag" gemacht. Nach der Lektüre unseres Rother Wanderführers treffen wir die Entscheidung, den Traumpfad zwischen Marciana Marina und Sant Andrea zu laufen. Zunächst genießen wir jedoch ein ausgiebiges Frühstück in unserer gemütlichen Wohnküche.

Gestern haben wir einen Bericht eines „Zeit-Online“ Redakteurs über seine innige Liebe zu Elba gelesen. Er kam vor 30 Jahren als Backpacker erstmals hierher. Nach ein paar Tagen in der „deutschen Hochburg“ Capoliveri im Südosten der Insel, machte er sich mit dem Bus in Richtung Westen auf. Er sah Chiessi und es war um ihn geschehen! Ganz so dramatisch ergeht es uns nicht, dennoch strahlt dieses Örtchen auch auf uns einen unwiderstehlichen Charme aus. Eine kleine Kirche mit einem davor liegenden lauschigen Plätzchen unter Kastanien, eine winzige "Promenade“ am Strand, zwei Restaurants mit angeschlossenem kleinen Hotel und sogar ein Allimentari (Lebensmittelgeschäft), das allerdings so gut wir nie geöffnet hat und betrieben wird von einem hutzeligen alten Mütterchen.



Nach dem Frühstück stellen wir fest, dass sich der Himmel tatsächlich ein wenig aufgeklart hat. Schnell sind ein paar Paninis mit Schinken und Ruccola geschmiert und der Rucksack gepackt. Nach einer tollen Fahrt entlang der atemberaubenden Westküste, erreichen wir Marciana Marina. Wir stellen das Auto auf einem der wenigen kostenlosen Parkplätze in der Nähe des Friedhofes ab. Die Wanderung von Marciana Marina nach Sant´Andrea soll eine der schönsten Wanderungen auf Elba überhaupt sein.

Zunächst geht es am Hafen auf einer Asphaltstraße den Berg hinauf. Hinter einer Haarnadelkurve schlagen wir uns nach links in den Wald hinein. Stetig geht es nun auf einem engen Pfad steil bergan – eigentlich waren wir auf einen netten gemütlichen zweistündigen Spaziergang eingestellt! Nach dem Anstieg auf eine Anhöhe und dem darauf folgenden Abstieg machen wir eine kurze Pause im Hotel Andreina. Zu dieser Jahreszeit ist hier noch nichts los, und es werden kleinere Schönheitsreparaturen an dem idyllischen kleinen Anwesen durchgeführt. Wir bekommen aber dennoch einen Cappuccino und eine kleine Flasche Wasser (6,50 Euro). Die Zimmerpreise im Andreina sind trotz der abgeschiedenen Lage auch nicht von schlechten Eltern: Das Doppelzimmer in der Nebensaison kostet immerhin stolze 110 Euro! Wir genießen noch für eine Weile den Blick auf die unter uns liegende Bucht „La Cala“. In seichtem Auf und Ab geht es von nun an Richtung Sant Andrea, vorbei an netten Ortschaften in traumhafter Lage; die kleinen Steinhäuser sind teils liebevoll restauriert, teilweise jedoch auch dem Zerfall ausgesetzt, da sich offenbar niemand darum kümmert.

Hinter dem Hotel Oleandro – ebenfalls in Top-Lage -, geht es bergab zur Spiaggia Cotoncello. Cotoncello ist eigentlich gar kein richtiger Strand, sondern eine Ansammlung skurriler Felsformationen, in die ein Treppenweg hineingearbeitet wurde. Auf den flachen Felsen kann man wunderbar liegen und auf das Meer schauen.


Dort erholen wir uns von unserer ersten kleinen Tour. Der Proviant wird verspeist und anschließend ein wenig Siesta gehalten. Im Laufe des Tages locken wir wieder einmal Hundebesitzer an – weit und breit sind zahlreiche leere Plattformen, jedoch lässt sich eine ältere Italienerin mit ihrem Schoßhündchen Carla direkt neben uns nieder und stört unsere Ruhe. Ständig ist sie damit beschäftigt, Carla zu ermahnen, uns in Frieden zu lassen, zumal das kleine Kerlchen offenbar genauso kontaktfreudig wie Frauchen zu sein scheint. Zu allem Überfluss taucht kurze Zeit später noch ein befreundetes Ehepaar auf – natürlich mit einem weiteren Hündchen - und gesellt sich ebenfalls zu uns. Womit haben wir großen Hundeliebhaber das bloß verdient!?

Nach unserer zweistündigen Siesta gehen wir entlang des Treppenweges und eines mächtigen „Balanced Rocks“ nach Sant´Andrea. Dort wollen wir in Erfahrung bringen, wann der Bus hoch oben an der Küstenstraße abfährt. Da uns niemand eine zuverlässige Auskunft geben kann, beschließen wir, zu Fuß nach Marciana Marina auf gleichem Weg zurück zu laufen. Zuvor genehmigen wir uns in einer Gelateria noch ein echtes italienisches Eis. Gestärkt machen wir uns schließlich auf den Rückweg und erreichen Marciana Marina nach ungefähr zwei Stunden Fußmarsch. Im letzten Drittel wählen wir die etwas leichtere Abstiegsvariante über eine kleine asphaltierte Straße, um uns den steilen Auf- und Abstieg durch den Wald zu ersparen. Auf unserer Einstiegswanderung, die eigentlich eher ein Spaziergang werden sollte, haben wir letztlich fast 15 Kilometer zurückgelegt und insgesamt knapp 1.000 Höhenmeter bewältigt – nicht schlecht für den Anfang!

Zurück in Chiessi genießen wir ein Glas Wein, Brot mit Olivenöl und Bressaola (ein Rinderschinken) auf unserer Terrasse. Leider stellen wir fest, dass die Sonne nicht vor unserem Häuschen im Meer versinkt, da ein vorgelagerter Hügel am Ortseingang die Sicht versperrt. Dafür entschädigt aber der Blick auf die Unendlichkeit des Meeres.


19.05.2008
Am Morgen begeben wir uns zunächst auf die Suche nach Brot. In dem winzigen Alimentari in Chiessi herrscht Signora Vittorina Ricci über ihr kleines Reich. Leider hat sie nur noch zwei kleine Paninis, wie sie mir gestenreich zu verstehen gibt. Also kaufe ich dazu noch ein großes Weißbrot von gestern, dass in unserem Ofen aufgebacken wird. Das Wetter lässt wiederum zunächst zu wünschen übrig, so dass wir uns zu einer kleinen Wanderung am Capo Stella entscheiden. Entlang der Küstenlinie geht es am Cap durch duftende wilde Macchia, einem einzigen Blütenmeer.


Wir steigen hinab zu einer einsamen Felsbucht, wo wir die wetterbedingte trübe Aussicht dennoch genießen. Anschließend geht es in sanften Kehren zum Monte Capo Stella, einem kleinen Aussichtspunkt am äußersten Ende des Caps. Von dort aus kann man in östlicher Richtung zum schwarzen Spiaggio Margidore und in westlicher Richtung zum weißen Spiaggia Lacona – einem der beliebtesten Sandstrände auf Elba – schauen. Auf unserem Rückweg setzt starker Regen ein, so dass wir uns beeilen, zurück zum Auto zu gelangen.

Eine kleine Spritztour zum benachbarten Capoliveri folgt, jedoch verkneifen wir uns aufgrund des miesen Wetters die beabsichtigte Besichtigung und setzen die Fahrt fort nach Portoferraio. Dort kaufen wir beim Coop für das heutige Abendessen ein. Es gibt eine Brasse, auf der Haut gebraten, dazu grünen Spargel und gebackene Kartoffeln mit Knoblauch. Zuvor machen wir es uns noch auf unserer Terrasse gemütlich, da sich die Sonne gegen Abend für kurze Zeit doch noch blicken lässt.

Nach unserem köstlichen Mahl gehen wir noch hinunter zur Promenade von Chiessi und sitzen auf den Felsen. Das idyllisch illuminierte Örtchen strahlt auch am Abend eine wunderbare Ruhe aus, die einzig durch das Quaken der Frösche aus einem kleinen Bächlein unterbrochen wird.


20.05.2008
Heute Morgen werden wir durch starkes Plätschern auf unserem Balkon vor dem Schlafzimmer geweckt. Es gießt in Strömen! Also verweilen wir zunächst im Bett bei der Lektüre eines guten Buches. Irgendwann stellt sich dann allerdings der Frühstückshunger ein. Auch nach dem Frühstück ist keine Wetterbesserung in Sicht, so dass wir uns der Lektüre unserer Romane widmen. Als es kurze Zeit später etwas aufhellt, fahren wir in Richtung Rio nell´Elba, um dort eine kleine Wanderung zu unternehmen. Dieser Plan wird durch das Wetter jedoch zunichte gemacht, da sich nunmehr alle Schleusen des Himmels öffnen. Kurz entschlossen fahren wir erneut nach Portoferraio. In der Nähe des Hafens parken wir unser Auto und begeben uns zur Touristeninfo, um Materialien über Elba zu besorgen. Anschließend schlendern wir mit Regenschirm bewaffnet durch die Altstadt und gehen zur „Markthalle“, die sich jedoch lediglich als ein unattraktiver Supermarkt erweist. Daher steigen wir unmittelbar hinauf zum Wohnhaus von Napoleon, der Villa di Mulini, vorbei am Forte Stella, einer ehemaligen Befestigungsanlage der Stadt.
 


Unterhalb der Festung befindet sich der Hausstrand Portoferraios, der Spiaggio Le Viste. Aufgrund des Wetters ist der nette Stadtstrand menschenleer, ebenso wie die kleine dort befindliche Bar. Wir setzen uns unter einem Regenschirm kauernd auf einen Felsen und verspeisen unsere leckeren Paninis. Das ganze Szenario wird interessiert beäugt von einer Möwe, die darauf hofft, dass auch ein paar Krümel für sie abfallen. Da der Regen immer stärker wird, suchen wir uns ein Cafe am Darsena Hafen. Im Caffe´ Roma, einem Traditionshaus der Stadt, trinken wir genüsslich je zwei Cappuccini, begleitet von einer Art Käsekuchen. Nach einem kurzen Stopp im nicht besonders gut sortierten Conad Supermarkt von Portoferraio, fahren wir über Marciana Marina zurück nach Hause.

Den Tag beenden wir mit einem äußerst leckeren Abendessen, Artischocken Risotto und Involtinis, die gefüllt sind mit Kräutern, Sardellen und Parmaschinken - nach einem selbst kreierten Rezept. Auch durch das Wetter lassen wir uns an diesem Abend nicht von unserem kleinen Rundgang durch das Dorf abhalten.



21.05.2008

Der erste Griff am frühen Morgen gilt den Fensterläden vor unserem Schlafzimmer: Es regnet nicht mehr, und es sind sogar blaue Flecken über den Bergen auszumachen. In aller Ruhe bereiten wir unser Frühstück zu und beobachten den sich nach und nach aufklarenden Horizont über dem Meer. Wir entschließen uns schließlich zu einer Wanderung von Marciana Alta nach Procchio. In unserem Wanderführer ist die Tour in umgekehrter Richtung angegeben, jedoch möchten wir am Ende des Weges noch einen halben Strandtag in Procchio verbringen. Wir parken unser Auto am Ortsausgang von Marciana und laufen in Richtung der Berge. Der Ausgangspunkt der Wanderung ist nicht ganz einfach zu finden. Oberhalb des letzten Hauses am Ortsrand bildet ein überwucherter und kaum erkennbarer Pfad den Einstieg.

Steil bergan windet sich der Weg eine gute halbe Stunde lang empor – Markierungen Fehlanzeige. Hier benötigt man ein gutes Orientierungsvermögen. Schließlich gelangen wir auf einen Sattel und von dort zu einer kleinen Ansammlung romantisch gelegener Häuschen. Über die asphaltierte Via di Campobagnolo erreichen wir die kleine Kapelle Madonna Buonconsiglio. Weiter geht es über den Wanderweg 17 zur GTE 18, der „Grand Traverse d´Elba“, über die man Elba von West nach Ost oder umgekehrt komplett durchwandern kann. Aussichtspunkte mit phantastischen Ausblicken auf die Ebene Campo nell´Elba mit seinem Miniflugplatz bei Marina di Campo sowie den weit geschwungenen Golfo di Procchio folgen.


Bei einer kurzen Rast sehen wir kurz darauf bereits die zweite Schlange dieses Urlaubs. Eine giftgrüne Viper fühlt sich durch uns bei seinem Sonnenbad gestört und erschreckt Corinna fast zu Tode, lässt sich dann gemächlich an einem Ast herab und verschwindet schließlich in der dichten Macchia. Nachdem wir unsere leckeren Paninis verzehrt haben, beginnen wir mit dem Abstieg nach Procchio. Über den GTE 18 geht es ein kurzes Stück sehr steil abwärts. Eine knappe Stunde später erreichen wir den Colle di Procchio, von wo wir noch einen Kilometer entlang der Straße zum Endpunkt im Ortskern laufen müssen. Dort genehmigen wir uns zunächst einmal einen Cappuccino und ein kleines Eis an einer Strandbar. Insgesamt haben wir für die rund zwölf Kilometer lange Strecke vier Stunden benötigt und dabei 450 Höhenmeter bewältigt. Die Siesta am Strand haben wir uns redlich verdient.

Wir verbringen den ganzen Nachmittag am Strand bei strahlendem Sonnenschein und einer leichten Brise vom Meer. Procchio wird im Michael Müller Reiseführer als gesichtsloserTouristenort beschrieben. Dies können wir zumindest zu dieser Jahreszeit nicht ganz bestätigen. Sicher, es gibt hier keine gewachsenen Strukturen, geschweige denn eine Altstadt. Jedoch kann man es am fast menschenleeren feinen Sandstrand gut aushalten und die Strandbars sind zudem auch sehr nett. In einer der Bars mit angeschlossener Segelschule trinken wir am Abend noch einen Vino Bianco und brechen dann auf zur Bushaltestelle.

Um 18.30 Uhr fährt der Bus zurück nach Marciana Maritima - die Fahrt kostet gerade einmal 1 Euro, wenn man sich das Ticket vorher in einem Tabacchi Laden besorgt (im Bus ist es etwas teurer). Von Marciana Maritima fahren wir die uns jetzt schon vertraute atemberaubend schöne Strecke an der Westküste zurück nach Chiessi.

Unser Abendessen besteht aus leckeren Bruschettas sowie einer vegetarischen Gemüse Lasagane mit Spinat, Tomaten und Champignons. Das Mahl genießen wir auf unserer Terrasse. Heute Abend ist die Sicht sehr klar, so dass das gegenüber liegende Korsika sehr gut zu erkennen ist.


22.05.2008


Heute scheint ein sonniger Tag zu werden. Unser Ziel ist das Capo Poro mit seinem Leuchtturm. Die Wanderung startet in Marina di Campo. Nachdem wir einen kostenfreien Parkplatz ausfindig gemacht haben, laufen wir zum Hafen durch eine nett gestaltete Fußgängerzone. Auf einem engen Pfad geht es zunächst durch streckenweise dichte Macchia stetig bergauf. Links und rechts des Weges begleitet uns fast durchgängig der schöne Ausblick auf die Buchtvon Marina di Campo, die Steilküste im Westen sowie auf die mystisch wirkende Insel Montechristo. Wir passieren eine Abzweigung zum Spiaggia Galenzana, wo wir auf dem Rückweg hinabsteigen wollen. Die Wanderung zum Leuchtturm dauert lediglich eine Stunde. Dort angekommen legen wir erst einmal eine Pause ein und genießen die wunderbare Umgebung
.

Zurück geht es auf gleichem Weg bis zur Abzweigung zum Galenzana Strand. Es ist ein schmaler Sandstrand unterhalb des sehr einladenden Agrotourismo „Azienda Agraria Calenzana“, auf der u.a. Wein angebaut wird. Am Strand streunt der hauseigene Esel in aller Seelenruhe an uns vorbei und grast Blätter ab. Außer uns haben sich gerade einmal eine Handvoll weiterer „Sonnenhungriger“ hierher verirrt. Wir halten eine kurze Siesta, lesen in unseren Büchern und wagen sogar ein kurzes Bad im Meer, welches allerdings noch recht kalt ist.

Am späten Nachmittag genehmigen wir uns in Marina di Campo ein kleines Eis und schlendern ein wenig durch den Ort. Dies ist der größte Touristenort mit dem zugleich längsten Strand Elbas (1,4 Kilometer). Trotzdem wirkt er sehr gemütlich und keineswegs wie ein kommerzialisierter Touristenort mit Neppläden. Den Tag beenden wir in einer Strandbar bei einem guten Glas Vino Bianco. Auf dem Rückweg erledigen wir unseren Einkauf bei Conad, der nicht annähernd an das Warenangebot des Coop herankommt und nicht besonders sympathisch auf uns wirkt. Das Abendessen besteht aus gebratenen Calamari und Risotto von vorgestern. 

 


Weiter ►






Kommentar zu dieser Seite hinzufügen:
Dein Name:
Deine Nachricht:

Es waren schon 257816 Besucher hier!