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D - Sehlendorf 2012

Seit Jahren zieht es uns immer wieder nach Fischland/Daarß, wenn wir ein verlängertes Wochenende oder einen Kurzurlaub an der Ostsee verbringen wollen. Die westliche Ostseeküste, respektive die verbaute Lübecker Bucht, hat uns hingegen nie wirklich angezogen. Ganz anders verhält es sich da mit der Hohwachter Bucht, die wir in den letzten Jahren durch einige Tagesbesuche kennengelernt haben. Weite Teile der Küste und der Dünenlandschaft stehen unter Naturschutz und dürfen nicht bebaut werden, so dass die Gegend ein wahres Paradies für Naturliebhaber ist.  

Auch Hohwacht selbst weist ein überwiegend sympathisches Ortsbild auf , da sich die Stadtväter bereits in den 60er und 70er Jahren dem Bauboom an der Ostsee widersetzt haben und eine Bebauungsvorschrift durchsetzten, nach der Häuser nicht höher als die Bäume gebaut werden durften. Lediglich die hässlichen weißen Bungalows am Steilufer – offenbar eine 70er Jahre Bausünde – stören ein wenig das gesamte Ambiente. Große Urlaubshektik wie in der Lübecker Bucht kommt hier nicht einmal in der Hochsaison im Juli oder August auf, zu gering sind die Unterkunftskapazitäten im Verhältnis zu den weitläufigen, zum Teil naturbelassenen Stränden rund um Hohwacht. Der Sehlendorfer Strand direkt vor unserer Haustür ist absolut traumhaft und trotz der dahinter liegenden Campingplätze keinesfalls überlaufen.

Umso erfreulicher ist daher für uns die Tatsache, dass Corinnas Onkel Peter seit einem Jahr in Sehlendorf bei Hohwacht ein Ferienhäuschen besitzt. Wir wissen das Privileg sehr zu schätzen, das idyllisch gelegene Haus für eine Woche im August belegen zu dürfen und dadurch die Gegend näher erforschen zu können.

Der Ausblick auf die sanften Hügel und Felder der Hohwachter Bucht vom Haus aus ist wirklich berauschend - hier kann man ausgezeichnet ausspannen und die Seele baumeln lassen! Jeden Abend ziehen Graugänse und Kraniche direkt über das Haus.



Aktivitäten rund um Hohwacht

Vogelbeobachtung am Sehlendorfer Binnensee
Die Hohwachter Bucht ist bekannt für ihren üppigen Vogelbestand. Am Sehlendorfer Binnensee ragt eine Beobachtungsplattform hinein in das Naturschutzgebiet. Sie zieht auch zahlreiche Hobby-Ornithologen an, die stundenlang verharren und ihre professionellen Beobachtungsfernrohre in Richtung der Sandbänke ausrichten, wo sich Heerscharen von Watt-, Brach- und Wasservögel versammeln. Im Spätsommer sind insbesondere Tausende von Grau- und Kanadagänsen, Kiebitze,  Kormorane, Strandläufer, verschiedene Reiher und auch zahlreiche Kraniche zu beobachten. Bei Sonnenuntergang suchen sich die äußerst scheuen Kraniche einen Schlafplatz im seichten Wasser; dann bevölkern sie mit ihren markanten Schreien den Himmel und landen auf der Sandbank in der Nähe der Beobachtungsplattform – näher heran kommt man an die majestätischen Vögel sonst kaum.


  
Kraniche   /    Graugans

 
Kanadagänse    /     Kiebitz

Gut Panker
Sehr eindrucksvoll ist der über 500 Jahre alte Wohnsitz des Landgrafen Moritz von Hessen. In den zahlreichen Nebengebäuden befinden sich kleine Geschäfte, in denen man nette (allerdings zumeist nicht ganz billige) Dekoartikel für den Garten, allerlei „Plünn“ oder Kunstgegenstände erwerben kann.

Daneben gibt es auf dem Gut Panker eine weltberühmte Trakehnerzucht sowie ein nobles Wirtshaus, die „Ole Liese“. Ein ganz idyllisches Plätzchen findet man am großen Teich des Gutes, wo wir auf einer Bank verweilen und den sagenhaft schönen Ausblick genießen. Wir entdecken sogar einen Hecht, der unter dem Blatt einer Seerose auf Beute lauert.

 

 

Radtour um den Großen Plöner See
Ein Ausflug ins nur 20 Kilometer entfernte Plön lohnt sich. Über dem Städtchen thront malerisch das große Schloss im Renaissancestil, heute im Besitz des Optikerkonzerns Fielmann. Wir wollen den Großen Plöner See mit dem Fahrrad umrunden. Ein Fahrradverleih befindet sich in der Fußgängerzone im Zentrum. Wir mieten dort solide Tourenräder mit 7-Gang Narbenschaltung (9,-- €/Tag).

Wir empfehlen die Tour gegen den Uhrzeigersinn zu machen, da man so das weniger schöne Teilstück entlang der viel befahrenen B 430 zuerst hinter sich bringen kann. Mit einem kleinen lohnenden Umweg über Dörnick nach Ascheberg ersparen wir uns zumindest einen Teil der unschönen Wegstrecke und kommen dabei an der Langenrader Mühle vorbei, wo man das hier verarbeitete Mehl noch direkt erwerben kann.

Hinter Dersau wird die Strecke richtig malerisch und idyllische Plätzchen am See laden zu einer aussichtsreichen Rast ein. Beim Campingplatz in Bosau nehmen wir ein ausgiebiges Sonnenbad und halten eine Siesta am Strand. Lohnend ist auch die Umrundung des Warders hinter Bosau. Hier kann man auf das Vogelschutzgebiet Bischofswarder schauen, wo Tausende von Graugänsen und anderen Wasservögeln ein ohrenbetäubendes Konzert geben. Unseren Weg kreuzt eine ca. einen Meter lange schwarze Schlange, die wir so schnell nicht näher identifizieren können – eine in Deutschland eher unerwartete Begegnung!

Zurück in Plön fahren wir noch auf die Prinzeninsel und gönnen uns im Cafe des Niedersächsischen Bauernhauses einen leckeren hausgemachten Pflaumenkuchen und einen Kaffee Creme. Auf dem Gut werden übrigens auch einige Büffel gehalten, deren Fleisch hier erworben werden kann! Auf der Prinzeninsel sind einstmals die Söhne des letzten Kaisers in die Geheimnisse der Landwirtschaft eingeweiht worden. Noch heute ist der Lieblingsplatz von Kaiserin Auguste Victoria, ein Pavillon in einem Apfelgarten mit Blick auf den See, zu bewundern. Die Prinzeninsel ist autofrei und nur per Pedes, Fahrrad oder dem vier bis fünf Mal täglich verkehrenden Ausflugsdampfer zu erreichen. Auf dem Weg zum Endpunkt der Insel erklären informative Hinweistafeln Flora und Fauna der Gegend.

 

Große Fahrrad-Runde von Sehlendorf über Weissenhäuser Strand, Wasbuck, Nessendorf, Kletkamp, Blekendorf, zurück nach Sehlendorf
Eine abwechslungsreiche Runde mit dem Fahrrad führt uns von Sehlendorf über den Frederikenhof zum Weißenhäuser Strand. Der Radweg führt vorbei am Gut Weissenhaus, in dem 2013 nach jahrelangem Umbau ein exquisites 5-Sterne Hotel eröffnen soll. Wir fahren weiter in Richtung des Ferienzentrums Weissenhäuser Strand – wenn man es nicht besser wüsste, sollte man meinen, dass die uniformen und schmucklosen Plattenbauten, die so gar nicht in die wundervolle Dünenlandschaft passen, eine der zahlreichen Bausünden an der Ostseeküste der ehemaligen DDR darstellen. Unser Sonnenbad am Weißenhäuser Strand ist leider nur von kurzer Dauer, da dunkle Wolken aufziehen und es anfängt zu regnen. Zum Glück bleibt es bei einem kurzen Schauer, so dass wir unsere Tour fortsetzen können. Die Strecke über Wasbuck, Nessendorf nach Kletkamp führt uns über den Eselpark und ist gespickt mit zahlreichen Anstiegen und Abfahrten. Besonders idyllisch ist der Teilabschnitt entlang einiger Seen kurz vor Kletkamp. Wir beobachten sogar eine kleine Gruppe von Kranichen, die auf einem Feld in unmittelbarer Nähe des Fahrradweges rasten. Leider fängt es kurz vor Kletkamp wieder an zu regnen, so dass wir trotz unseres Regencapes bis auf die Knochen nass werden. Da weder in Kletkamp noch in Blekendorf ein Cafe zu finden ist, in dem wir eine Pause einlegen können, beschließen wir zu Hause Kaffee zu trinken. Leckeren Himbeerkuchen holen wir vom Obst-Erlebnis-Garten in Futterkamp (siehe unten).


Spaziergang am Meer von Brasilien und Kalifornien ...
... den kann man hier tatsächlich machen und zwar in einer halben Stunde! Die beiden Ferienorte liegen in unmittelbarer Nachbarschaft direkt hinter dem Schöneberger Strand. Der reißerische Ortsname Kalifornien ist der Legende nach entstanden, als ein Fischer eine Planke eines gestrandeten Schiffes fand, auf der „California“ stand und diese an seinen Gartenzaun nagelte. Die neidischen Nachbarn wollten dem in nichts nachstehen und kamen auf die glorreiche Idee, „Brasilia“ auf ein Brett zu schreiben und ebenfalls vor ihrem Ort aufzuhängen.

Die beiden Orte haben indes mit der landschaftlichen Schönheit der großen Brüder in Übersee wenig gemein. Schmucklose Stellplätze für Wohnmobile wechseln sich mit farblosen Feriensiedlungen ab, die an den Flair von Kleingartenkolonien erinnern. Lediglich der kilometerlange Sandstrand lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Hinter dem Strand befindet sich ein Deich, auf dem auch der Ostseeradweg verläuft.

 

Hohwachter Bucht kulinarisch

Dem kulinarisch interessierten Selbstversorger eröffnen sich rund um Hohwacht ungeahnte Möglichkeiten. Es gibt eine Reihe von Hofläden und Öko-Betrieben, die unterschiedliche Produkte in hervorragender (Bio-) Qualität anbieten. Einige von Ihnen haben wir ausprobiert und möchten Sie hier ausdrücklich empfehlen:

Fischereihafen Lippe:
Direkt vom Kutter wird der Fisch fangfrisch verkauft, Freitag bis Sonntag ab 10 Uhr, ansonsten nach Wetterlage und nach „Gusto“ der Fischer. Bei unserem ersten Besuch warten wir auf das Einlaufen des Kutters von Jan, dem einzigen Fischer, der am heutigen Tag sein Glück in der Hohwachter Bucht versucht hat. Seine spärliche Ausbeute sind einige kle
inere Plattfische, von denen wir vier Stück zum Spottpreis von insgesamt gerade einmal 3 Euro erwerben. Die Fische sind bereits „pfannenfertig“ präpariert. Am Abend braten wir die Flundern mit Schinkenwürfel, dazu gibt es Stampfkartoffeln, die wir mit gehacktem Rucola, saurer Sahne, einer Prise Muskat, Salz und Pfeffer verfeinern, sowie frische Bohnen. Der Fisch schmeckt phantastisch! Wo bekommt man schon Fisch unter die Gabel, der noch vor wenigen Stunden im Meer geschwommen ist!?


Bei unserem zweiten Besuch freut sich Fischer Dirk über einen reichen Fang. Viele Kunden kaufen die Fische in großen Mengen, Bestellungen von 20 – 30 Filets oder Plattfischen sind keine Seltenheit. Da alle Fische vor Ort ausgenommen werden und ein gemütlicher Plausch mit allen Kunden gehalten wird, sind Wartezeiten von 1,5 Stunden keine Seltenheit. Langeweile kommt dennoch nicht auf, wenn man sich an den regen Gesprächen beteiligt. Wir erwerben vier große Dorschfilets, 1,5 Kg für 10 Euro. Heute überbacken wir den Fisch mit einer Couscous-Senf-Haube.  Dazu wird der Couscous mit Senf, Eigelb und Petersilie vermischt, Eischnee untergehoben, der rohe Fisch mit der Masse bestrichen und 15 – 20 Minuten im Backofen überbacken. Am folgenden Tag gibt es ein Kürbis-Pfifferlings-Risotto mit auf der Haut gebratenem Dorsch.



Hofladen Kiene - Fleisch vom Highlander-Rind
In Behrensdorf gibt es den Hofladen Kiene, der ausschließlich Fleisch von Highländer Rindern vertreibt. Die possierlichen zotteligen Tiere aus dem Schottischen Hochland bereichern das Bild der Weideflächen rund um Hohwacht. Im Hofladen, der von Montag bis Freitag von 17 -19 Uhr sowie samstags von 9 – 19 Uhr geöffnet hat, gibt es viele Leckereien vom Highlander-Rind. Auch ein Versand in Thermoboxen wird angeboten. Die Preise sind für die besondere Qualität absolut akzeptabel. Wir kaufen zum einen eine phantastische Sülze sowie Corned-Beef und kochen uns ein leckeres Gulasch (in der extra mageren Variante 14,50 €/kg). Dazu schmoren wir 1 Kg Zwiebeln zusammen mit der gleichen Menge Fleisch an, geben etwas Rinderfonds sowie Rotwein hinzu und lassen das Ganze gut zwei Stunden sanft schmoren. Einfach nur lecker!

 

Obst-Erlebnis-Garten
Direkt an der B 202 in Futterkamp befindet sich der Obst-Erlebnis-Garten. Im Hofladen kann man frisches Gemüse und Obst kaufen - ganz besonders empfehlenswert ist jedoch der hausgemachte Obstkuchen mit Früchten vom Hof. Der Himbeer- oder der Blaubeerkuchen sind geradezu unschlagbar!

Fleischerei Lütje in Lütjenburg
In der Fleischerei am Markt wird ausschließlich Fleisch aus der Region (auch Wild) angeboten, das vor Ort (im Freiland) gehalten und auch geschlachtet worden ist. Garantiert keine Massentierhaltung und keine Chemie!


Restaurants

Bei solch vielfältigen Möglichkeiten, großartige Produkte in der heimischen Küche zu verarbeiten, bleiben bei unserem Kurzurlaub Restaurantbesuche nahezu komplett auf der Strecke – mit einer einzigen Ausnahme: Unterhalb des Gutes Weissenhaus ist ein neues Restaurant entstanden, das Bootshaus. Es ist mit einer kleinen, aber vielversprechenden Karte ausgestattet. Heimische Produkte wie Fisch aus der Ostsee oder Steaks vom Highlander Rind stehen im Vordergrund. Das Restaurant ist in absoluter Alleinlage und sehr geschmackvoll in die Dünen hinein gebaut worden. Bei unserem Besuch verwöhnt uns ein nahezu makelloser Sonnenuntergang in pastelligen Farben über einer spiegelglatten Ostsee. Wir können uns nicht erinnern, in Deutschland jemals so idyllisch und aussichtsreich am Meer gespeist zu haben. Das Logo des Hauses erinnert verdächtig an die gekreuzten Säbel der Sansibar auf Sylt – sicher kein Zufall! Die Besitzer täten gut daran, sich nicht mit dem Schickimicki-Etablissement auf Deutschlands Vorzeigeinsel zu vergleichen sondern ein eigenes authentisches Image aufzubauen! Erstens ist das Ambiente des Bootshauses drei Klassen besser und zweitens wird das Porsche-Laborghini Klientel um die Hohwachter Bucht (glücklicherweise) sicher auch in Zukunft einen Bogen machen.

Das grandiose Ambiente wirkt sich erwartungsgemäß auf die Preise aus. Wir bestellen Flunder auf Kartoffelsalat sowie ein Thai-Curry (jeweils 18 €), beide Gerichte sind schmackhaft, aber wiederum auch keine „Gaumen-Symphonie“, die Teller zudem sehr „übersichtlich“. Auch die Weinpreise können sich sehen lassen: 4 € für einen relativ unspektakulären Grauburgunder (0,1 l) – übrigens der günstigste Wein des Hauses! Zur Dämmerung werden stilvolle Windlichter auf die Balustrade der Terrasse gestellt sowie ein Lagerfeuer in der Nähe der gemütlichen Lounge-Ecken in den Dünen nebenan entfacht. Unser Fazit: Die Macher des Bootshauses verstehen sich vortrefflich darauf, ein außergewöhnliches Ambiente in ihrem einmalig gelegenen Restaurant zu kreieren, sie täten allerdings gut daran, noch ein bisschen am Gesamtkonzept auch bzgl. Des Preis-Leistungsverhältnisses zu feilen!




 

 





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