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D - Rügen 2011

Die größte Insel Deutschlands wurde bei unseren zahllosen Kurztrips an die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns standhaft links liegen gelassen. Einige negative Kritiken von Freunden und Bekannten haben uns von einem Besuch bislang abgehalten, so dass wir immer wieder den Daarß bevorzugt haben. Im September 2011 entschließen wir uns, einen der größten touristischen Anziehungspunkte an der deutschen Ostseeküste zu inspizieren, um uns ein eigenes Bild zu verschaffen. Dabei haben wir uns weitgehend auf die Halbinsel Mönchgut beschränkt und waren am Ende absolut begeistert von der vielfältigen und teilweise unberührten Landschaft. Lange schneeweiße Sandstrände sind genauso zu entdecken wie eine beschauliche Boddenküste, Steilufer und saftig grüne Hügellandschaften, die zum Erkunden auf Schusters Rappen einladen. Die weit aus attraktivere und stressfreiere Alternative für die Anreise nach Rügen ist übrigens die Nutzung der Glewitzer Fähre, Fahrzeit ca. 20 Minuten, Fahrpreis 6,50 € pro Strecke. Auf der Insel gelangt man bei dieser Variante über die sehr sch öne Deutsche Alleenstraße zur Halbinsel Mönchgut. Auf diese Weise entgeht man etwaigen Staus auf der Hauptstrecke über die Rügenbrücke.

Da wir lediglich drei Nächte auf Rügen verbringen können, wählen wir uns als Quartier ein Hotel und nicht, wie sonst üblich, eine Ferienwohnung. Die 
Wahl fällt auf das
Hotel Albatross in Göhren, sicher insgesamt keine schlechte Wahl. 78 Euro zahlen wir für das Doppelzimmer inklusive eines sehr ordentlichen Frühstücks. Das Hotel verfügt über einen Wellness-Bereich mit Pool und einer kleinen Sauna, den wir allerdings in den wenigen Tagen nicht nutzen. Die Zimmer machen einen gepflegten Eindruck, das Haus ist allerdings insgesamt etwas hellhörig. Zudem befindet sich eine Baustelle in unmittelbarer Nähe, so dass wir zumindest an einem Morgen in aller Herrgottsfrühe vom Lärm eines Baggers gestört werden.

Göhren wird von zwei ausgedehnten Sandstränden eingerahmt, den Nordstrand mit seiner Promenade und Strandkörben sowie den naturbelasseneren Südstrand, den wir persönlich klar bevorzugen. Im Ort selbst ist nicht die prachtvolle Bäderarchitektur von Binz oder Sellin mit den teilweise imposanten Seebrücken zu finden, dennoch kann man auch hier nette kleine Villen im typischen Bäder-Baustil antreffen.



In den Dörfchen auf Mönchgut gibt es eine ganze Reihe netter Unterkünfte, zumeist Ferienwohnungen, aber nur sehr wenige Hotels oder Pensionen. Bei einem zweiten Besuch auf Rügen würden wir als Standort jedoch eher die kleinen beschaulichen Dörfchen auf Mönchgut, wie Klein-Zicker, Groß-Zicker oder Alt Reddevitz, bevorzugen. Das etwas größere Thiessow besticht hingegen nicht durch den Charme seines Ortsbildes, hat aber aufgrund seiner bevorzugten Lage ebenfalls seinen Reiz. Insbesondere Sonnenhungrige kommen hier auf ihre Kosten, da der Ort über einen kilometerlangen Sandstrand verfügt. Einen guten Überblick über die Thiessower Umgebung kann man sich auf dem Aussichtsturm des Lotsenberges verschaffen, dessen Besteigung unbedingt zu empfehlen ist - Zutritt über ein Drehkreuz nach Einwurf von 1,-- € p.P..

Groß-Zicker, das sich an die sattgrünen Zickerschen Berge anschmiegt, hat es uns bei den Erkundungsgängen besonders angetan. Das Dorf verfügt über ein idyllisches Ortsbild, wohl auch deswegen, da die Häuser allesamt unter Denkmalschutz stehen und somit die ursprüngliche Architektur bis heute erhalten geblieben ist. Aushängeschild des Dorfes ist natürlich das Pfarrwitwenhaus, erbaut 1720, das auf zahlreichen Postkarten von Rügen verewigt ist. Auch das Pfarrhau, mit seinem schönen Bauerngarten, ist sehenswert.


Auch Klein-Zicker ist eine einzige Idylle. Die einzige Straße, die entlang der ebenfalls teils Reet gedeckten Häuser führt, endet am Inselende – Durchgangsverkehr muss der Ruhe suchende Urlauber somit nicht befürchten! Einen traumhaften Ausblick hat man von der Zickerschen Anhöhe aus. Oben lässt sich der Sonnenuntergang bei einem mitgebrachten Gläschen Wein wunderbar genießen. Über einen Rundweg gelangt man zurück zum winzigen Fischerhafen.

Alt-Reddewitz ist das wohl ursprünglichste Dörfchen auf der Halbinsel Mönchgut. Die langgestreckte schmale Landzunge ist  ausschließlich durch einen zweispurigen Plattenweg aus DDR-Zeiten erschlossen. In dem 150-Seelen-Dorf findet man selbst in der Hauptsaison, in der dann in den mondänen Seebädern emsiger Trubel herrscht, Ruhe und Besinnung.

 

Schlemmen auf Mönchgut:
Auf Mönchgut gibt es einige außergewöhnlich schön gelegene Restaurants, in denen man zumeist auf einer idyllischen Außenterrasse frische Fischgerichte bei teils atemberaubenden Sonnenuntergängen genießen kann.

Die Preise in allen Restaurants sind moderat, Fischgerichte liegen grundsätzlich zwischen 10,-- € und maximal 15,-- €. Auch ist die Qualität in den von uns getesteten Restaurants überall nahezu gleich gut. Der Taun Höft in Groß-Zicker zeichnet sich durch das gepflegte Ambiente seiner Gaststube und die wohl am besten sortierte Weinkarte aus (u.a. gibt es dort einen Robert Weil Riesling), während das Restaurant Seeblick mit einigen außergewöhnlichen Kreationen wie z.B. „Dorschfilet im Kartoffelmantel auf Sahnewirsing mit Dijon-Senfsauce“ punkten kann. Die von uns getesteten und für gut befundenen Restaurants:

Zum trauten Fischerheim in Klein-Zicker
Taun Hövt in Groß-Zicker
Seeblick in Alt-Reddewitz

Wandern auf Rügen und Mönchgut:
Die große Überraschung bei unserem Kurzaufenthalt auf Rügen waren die ausgezeichneten Wandermöglichkeiten auf der Insel, die deutlich interessanter und abwechslungsreicher ausfallen, als in allen anderen Regionen der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns, die wir bislang bereist haben. Zwei wirkliche Wander-Highlights möchten wir an dieser Stelle beschreiben und wärmstens empfehlen.


Wanderung über die Zickerschen Berge:
Diese 9 Kilometer lange Umrundung der Landzunge von Groß-Zicker und Gager, dem Zickerschen Höft, kann man mit Fug und Recht als atemberaubend und unwahrscheinlich abwechslungsreich bezeichnen. Am besten sucht man sich einen sonnigen Tag aus, da dann die satten Farben der grünen Hügel und des tiefblauen Meeres und Horizontes am besten zur Geltung kommen. Startpunkt ist der Hafen in Gager. Das Auto sollte man nicht unbedingt auf der Mole abstellen, da die Tagesparkgebühr hier stolze 10,--€ beträgt. Nur wenige Meter weiter vor dem kleinen Campingplatz kann man kostenfrei parken. Durch das langgestreckte Örtchen gelangen wir am Ortsausgang zum Anfang des Naturschutzgebietes. Entlang der nicht allzu hohen Steilküste laufen wir durch ein längeres Waldstück zu einem Aussichtspunkt an der Westspitze des Zickerschen Höfts. Wenig später zweigt ein beschilderter Weg zum „Nonnenloch“ ab. Über eine Treppe steigen wir hinab zu einem hübschen Sand-, Kieselstrand, der zu einer Rast und einem Sonnenbad geradezu einlädt. Der Legende nach soll dieser Ort ein Liebesnest für Zisterzienserbrüder des Mönchsguts gewesen sein, die sich hier mit Schwestern aus dem Bergener Kloster verlustiert haben sollen.




Weiter geht es über einen kleinen Pfad hinauf auf einen kleinen Hügel. Von hier erschließt sich dem Wanderer ein wahrhaft atemberaubender Blick auf Groß-Zicker sowie die gegenüber liegende Halbinsel von Klein-Zicker. In Groß-Zicker empfiehlt sich eine kurze Rast beim Fischer gegenüber dem Pfarrwitwenhaus. Hier gibt es phantastisch frische Fischbrötchen als Lohn für die jetzt fast absolvierte Wanderung. Lediglich der kleine Hügel, der Groß-Zicker von Gager trennt, muss noch überquert werden, nicht ohne einen kurzen Abstecher auf den Aussichtspunkt beim Bakenberg gemacht zu haben.

Wanderung entlang der Kreidefelsen zwischen Sassnitz und dem Königsstuhl:
Sicher ist diese Streckenwanderung (ca. 9 Kilometer) ein Klassiker und wahrlich kein Geheimtipp mehr. Dennoch ist der Weg nicht überlaufen, wenn man von der unmittelbaren Umgebung rund um den Königsstuhl absieht, die von jedermann - und ohne große (Wander-) Mühe - mit einem Shuttlebus, der zum Königsstuhl-Parkplatz fährt, erreicht werden kann. Unser Auto stellen wir auf dem „Parkplatz 6“ in Sassnitz ab, Tagesgebühr 4,-- €. Der Weg verläuft immer entlang der Steilküste mit phantastischen Blicken auf die Kreidefelsen. Das Meer ist von der ausgeschwemmten Kreide weiß eingefärbt und bietet gemeinsam mit den pittoresken Felsen bei guten Lichtverhältnissen großartige Fotomotive. Erst vor einigen Monaten ist ein tonnenschwerer Kreidefelsen hinab ins Meer gestürzt - die Reste des Abbruchs sind in der Nähe des Kieler Ufers noch auszumachen.




Leider haben wir uns einen sehr verregneten Tag für die Wanderung ausgesucht, was wiederum den Vorteil hat, dass nur sehr wenige Wanderer unterwegs sind.  Vorbei an den Wissower Klinken gelangt man nach ca. 1,5 Stunden reiner Wanderzeit zu einem Holzsteg, der hinab zum Kieler Bach führt. Von dort kann man über steile Stufen hinabsteigen zu einem lohnenswerten Wasserfall direkt am Strand unterhalb des Steilufers.

 
 
Der Weg setzt sich fort durch den schönen Laubmischwald bis zur Viktoria-Sicht. Dieser selbst bei schlechtem Wetter gut frequentierte Aussichtspunkt bietet einen schönen Blick auf den Königsstuhl.

Der Königsstuhl, der wohl berühmteste Aussichtspunkt Deutschlands, kann nur mit Eintrittskarte erklommen werden. Stolze 6,-- € muss der Wanderer berappen, wenn er auf dieses Erlebnis nicht verzichten möchte, wobei man vom Aussichtspunkt selbst herzlich wenig von diesem berühmten Stück Kreide sehen kann. Wenn man nur den Königsstuhl als Ziel hat und nicht weiter in Richtung Lohme wandern möchte, kann man sich das Eintrittsgeld also getrost sparen. Am Königsstuhl verkehrt der Bus Nummer 18, der uns zurück nach Sassnitz, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung, führt.

Verbinden kann man den Ausflug zu den Kreidefelsen mit einem Besuch des gigantischen Bauprojektes aus dem dritten Reich in Prora. 20.000 Menschen sollten hier von der nationalsozialistischen Organisation „Kraft durch Freude – KdF“ einen jeweils zehntägigen Urlaub verbringen. Der Betonkoloss hat insgesamt eine Länge von viereinhalb Kilometern. Davor erstreckt sich ein wahrhaft großartiger Strand – ein kleiner Kiefernwald verdeckt den „Ausblick“ auf die unansehnlichen Gemäuer. Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges machte das Projekt zu einer riesigen Baustelle, die letztlich niemals ihrem ursprünglichen Nutzungszweck zugeführt wurde. Heute ist in einem kleinen Teil der Gebäude eine Museumsmeile mit einem Dokumentationszentrum sowie eine Diskothek untergebracht. Der gesamte Komplex steht unter Denkmalschutz und darf nicht, wie unter der sowjetischen Besatzungszeit nach dem Krieg vergeblich versucht, gesprengt oder verändert werden.



 

 






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