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D - Havelland 2017

„Letztes Rückzugsgebiet für zahlreiche bedrohte und gefährdete Tierarten“, „dunkelster Ort Deutschlands“, „bedeutendstes Durchzugs-, Rast- und Überwinterungsgebiet für Wasser- und Wattvögel“, „größtes zusammenhängendes Feuchtgebiet im westlichen Mitteleuropa“ – die Liste der Superlative für das Westhavelland in der Nähe von Havelberg ist lang. Ausgedehnte Wasserlandschaften, weitläufige Niederungen, riesige Waldgebiete und kleine idyllische Ortschaften prägen das Bild an der Havel nahe der Grenze von Brandenburg zu Sachsen-Anhalt.

Gülper See

Schon bei unserem ersten Besuch im April/Mai 2017 haben wir uns in dieses fast unbekannte landschaftliche Schmuckstück rund um den Gülper See verliebt. Eine wunderbare Unterkunft finden wir bei Familie Spießmacher in Strodehne, die zwei komfortable Ferienwohnungen vermietet. Die untere Wohnung verfügt über einen Kaminofen, vor dem wir es uns in den noch empfindlich kalten Aprilnächten gemütlich machen.



Im Westhavelland gibt es neben eine großen Vögelvielfalt und einer außergewöhnlich idyllischen Landschaft auch noch andere Dinge zu entdecken: So entstand hier der erste Sternenpark Deutschlands! Besonders gute Beobachtungsmöglichkeiten gibt es in der rund 40 Quadratkilometer großen Kernzone zwischen Gülpe und Nennhausen. Trotz der relativen Nähe zu Berlin (80 Kilometer) sind aufgrund der dünnen Besiedlung die Nächte im Westhavelland so dunkel, dass die Milchstraße mit ihren abertausenden Sternen mit bloßem Auge eindrucksvoll beobachtet werden kann. Da die Mondphase für Sternfotografie während unseres Aufenthaltes nicht gerade günstig ist, findet der beeindruckende nächtliche Himmel bei uns allerdings dieses Mal keine Beachtung.

Vogelliebhaber kommen im Westhavelland aber nahezu zu jeder Jahreszeit auf ihre Kosten. Spektakulär ist die Balz der Großtrappen Mitte März bis Mitte Mai in der Nähe von Buckow, knapp fünfzig Kilometer von Strodehne entfernt. Die Population ist die letzte ihrer Art in ganz Deutschland. 238 Exemplare werden im April 2017 in den drei kleinen Schutzgebieten gezählt, gerade einmal 58 waren es noch im Jahr 1997. Der Förderverein Havelländisches Luch kümmert sich seit Jahren erfolgreich um den Erhalt dieser faszinierenden Tiere. Lohnenswert ist der Besuch der Vogelschutzwarte in Buckow. Ein engagierter Mitarbeiter erklärt uns ausführlich alles Wissenswerte rund um das Projekt. Es gibt zahlreiche ausgestopfte Vogelpräparate zu bewundern, unter anderem einen mächtigen Seeadler, der sich einstmals im Besitz Erich Honeckers befunden hat! Jährlich werden in der Station Trappenküken ausgebrütet und aufgezogen, da der Bestand der Art aufgrund der Verkleinerung des Lebensraumes, die zunehmende Anzahl von Windparks sowie die Vielzahl an Fressfeinden auf natürliche Art und Weise nicht gewährleistet werden könnte. Ohne das Schutzprogramm wären Großtrappen in Deutschland längst ausgestorben.

Balzender Großtrappenhahn

Hinter Buckow gibt es zwei Beobachtungstürme, von denen aus die Großtrappen beobachtet werden können ohne sie zu stören. Zur Balzzeit konzentrieren sich die Tiere bevorzugt in den offenen Landschaftsflächen des Havelländischen Luches.

Die Hähne versuchen den Hennen zu imponieren, indem sie ihr leuchtend weißes Untergefieder präsentieren und ihre dehnbaren Hälse stark aufblähen. Wir haben in Botswana balzende Riesentrappen erleben dürfen und sind begeistert, hier ein ähnliches Naturschauspiel bewundern zu können. Auch das eine oder andere Kämpfchen zwischen rivalisierenden Hähnen ist an der Tagesordnung.

Balzende Großtrappenhähne

Kämpchen rivalisierender Hähne

Für Kraniche und Wildgänse sind die Überschwemmungsgebiete der Havelniederung rund um den Gülper See ein Eldorado, zudem Winterquartier und Schlafplatz. Es ist ein einzigartiges Schauspiel, wenn viele Zehntausend Vögel zum Schlafen auf den weitläufigen Auen bei einsetzender Dämmerung einfallen. Östlich von Havelberg befindet sich ein riesiger Kranich-Schlafplatz, den man von einem Beobachtungsturm bestens überblicken kann. Der größte Kranichrastplatz Deutschlands befindet sich ebenfalls in der Nähe, in Linum. Dort sammeln sich im Herbst über 100.000 Tiere, um sich zu stärken für ihren Weiterzug in Richtung Süden.


Kraniche                                 /                              Graugänse

Nahezu in jedem Dorf – aber natürlich auch auf den Auen ringsum - sind Weißstörche anzutreffen. Den vielleicht imposantesten Platz hat ein Storchenpaar in Gülpe gefunden, das sein Nest am höchsten Punkt des Ortes, dem Kirchturm, errichtet hat.


Weißstörche

Im gesamten Gebiet rund um den Gülper See gibt es zahlreiche Beobachtungstürme, die ausführlich auf der Website von Birding Germany  beschrieben sind. Einer der lohnendsten Punkte ist der Turm in der Großen Graben-Niederung südlich des Gülper Sees, der zu Fuß über einen 300 Meter langen Feldweg erreichbar ist. Wie nahezu in jedem Turm brüten hier Rauchschwalben und zischen knapp über unsere Köpfe hinweg, als wir die Beobachtungsstation betreten. Wir beobachten in den Feuchtwiesen eine ganze Zeitlang eine Gruppe von sechs prachtvollen Seeadlern, die unter den anderen Bewohnern der Auen hektischen Alarm auslösen. Seeadler sind die größten Greifvögel Mitteleuropas, die Größe eines ausgewachsenen Weibchens beträgt 70-95 Zentimeter, die Flügelspannweite bis 2,50 Meter und das Gewicht bis zu 7 Kilogramm. Der Seeadler ist übrigens auch das Wappentier Deutschlands (Bundesadler) – umso bedeutsamer ist der Schutz dieses prachtvollen Vogels. Der Bestand in Deutschland und anderen europäischen Ländern wird regelmäßig durch illegale Greifvogelverfolgung gefährdet.


 


Seeadler

Es gibt kaum einen zweiten Ort in Deutschland, an dem man derart vielfältige und spektakuläre Vogelsichtungen machen kann, wie im Westhavelland. Unter anderem entdecken wir während unserer Touren seltene Vögel wie Blaukehlchen und Rothalstaucher.

Blaukehlchen

Viele weitere Vögel wie Wiesenschafstelzen, Große Brachvögel, Rohrammern, Haubentaucher, Singschwäne und viele andere mehr gilt es entlang des landschaftlich einmalig schönen Wegenetzes zu entdecken. Nachfolgend wollen wir Bilder sprechen lassen.


Großer Brachvogel        /             Wiesenschafstelze


Haubentaucher                  /                 Schilfrohrsänger


Graugänse mit Nachwuchs


Brandgänse


Goldammer            /              Rohrammer

Und nicht zuletzt können im Westhavelland natürlich auch Säugetiere wie Biber oder Dachse aufgespürt werden.

Dachs







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