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D - Amrum 2010

Ein paar Tage einfach ausspannen, Natur und Landschaft auf sich einwirken lassen, sich den Wind um die Nase pfeifen lassen, stundenlange Spaziergänge unternehmen und Ruhe genießen – kann man dies alles an einem anderen Ort besser als auf Amrum erleben? Man muss schon lange danach suchen!

Dabei besticht Amrum nicht durch eine Ansammlung spektakulärer Landschaften – es ist einfach das Gesamtensemble, das den einzigartigen Charme dieses Eilandes ausmacht. Nicht so mondän und laut wie der berühmte Nachbar Sylt, dafür unaufdringlich und eine unendliche Ruhe ausstrahlend. Es gibt keinen Flugplatz, kein lärmendes Nightlife und auch keine Einkaufsstraßen mit Schickimicki Boutiquen, in denen sündhafte teure Polo-Shirts von Sansibar & Co verkauft werden. Auf Amrum herrscht  ein sympathisches Understatement vor und grundsätzlich wird alles Gekünstelte und mehr noch Lärm und Schmutz von den Insulanern verabscheut. Am liebsten würde man den Autoverkehr komplett von der Insel fernhalten. In der Tat ist das „stinkende Vehikel“ auf der Insel komplett überflüssig, da es letztlich nur eine einzige zehn Kilometer lange Straße gibt, die den Fährhafen in Wittdün mit dem kleinen Örtchen am anderen Ende der Insel, Norddorf, verbindet. Das Auto kann man also getrost auf dem Inselparkplatz am Fähranleger in Dagebüll abstellen. Kostenpunkt 6 € pro Tag, ab dem 15. Tag kostenlos. Die Überfahrt mit der Fähre kostet 18 € pro Person, Autos sind hingegen relativ kostspielig (um 90 € je nach Länge).

Wir haben eine kleine Ferienwohnung in Norddorf gemietet im Haus "Hasenhöhe", das "Heesenhüs“. Mit einem 10 prozentigen Last-Minute Rabatt kostet die Wohnung 47 € pro Tag. Das Heesenhüs ist eine Souterrain Wohnung, von daher etwas düster, mit einer zweckmäßigen Einrichtung und einer Ausstattung, die allerdings keine Wünsche offen lässt. Norddorf besitzt einen hübschen Dorfplatz mit öffentlich nutzbaren Strandkörben, ansonsten mischen sich einige alte Friesenhäuser mit zahlreichen zumeist architektonisch ansprechenden Neubauten im Ortsbild. Auf den ersten Blick spektakulärer wirkt sicherlich das Örtchen Nebel in der Mitte der Insel mit einigen Sehenswürdigkeiten. Hier befinden sich zahlreiche Friesenhäuschen aus dem 18. Jahrhundert, wie zum Beispiel das zum Heimatmuseum umgebaute Öömrang Hüs, eine alte Mühle sowie der Friedhof mit den sogenannten „Sprechenden Grabsteinen“. In langen Texten sind ganze Lebensläufe von Verstorbenen in Stein gemeißelt, unter anderem von der Insellegende Hark Olufs, einem sagenumwobenen Amrumer Seemann und Abenteurer aus dem 18. Jahrhunder.

Der größte Naturschatz Amrums ist der einzigartige Kniepsand, der sich 17 Kilometer lang und bis zu zwei Kilometer breit von Wittdün bis an die Nordspitze der Insel, Odde genannt, erstreckt. Das Gebiet ist damit eines der größten Sandgebiete Europas. Im Nebeler Strandabschnitt kann man „Kunst am Kniep“ bewundern. Hier wurden in den Dünen Bruchbuden aus Strandgut von Künstlern zusammengezimmert und liebevoll gestaltet. Einstmals den eher konservativen Amrumern ein Dorn im Auge, werden die farbenfrohen Kunstwerke heute mit augenzwinkerndem Wohlwollen toleriert.

Die Dünen bieten aber nicht nur Kunst sondern auch Schutz vor den steifen Brisen beim Sonnenbaden. Daneben bestechen sie aber auch durch außerordentliche Schönheit. Um die sensiblen Bepflanzungen und die darin lebende Fauna zu schützen, sind die Dünenlandschaften mit einem Netzwerk aus Bohlenwegen durchzogen.

  

Amrum ist eine Insel zum Wandern. Stundenlang kann man durch die vielfältige Landschaft streifen. Wunderbar ist die Tour über den Kniepsand von Norddorf nach Wittdün, ca. 13 Kilometer lang. Entlang der Wasserlinie ist der Sand hart und somit hervorragend begehbar. Auch die Umrundung der nördlichen Inselspitze, der Odde, ist landschaftlich abwechslungsreich und wunderschön. Das Eindringen in die Dünen ist hingegen strengstens verboten. Hier befindet sich ein Naturschutzgebiet, in dem unzählige Vögel brüten bzw. sich auf den Flug in den Süden vorbereiten. Eine weitere schöne Rundtour führt von Norddorf auf der Wattseite auf einem Wanderweg nach Nebel. Dort kann das hübsche Dörfchen mit den malerischen Friesenhäuschen durchquert werden.

 
 

Auf der anderen Inselseite verläuft parallel zu den Dünen und dem Strand ein lang gezogenes Waldgebiet von 190 Hektar Fläche. Keine Insel der Nordsee hat ein größeres Waldgebiet vorzuweisen. Heute ist die Waldansiedlung ein Mischwald. Neben den ursprünglich angepflanzten Kiefern sind diverse Zuzügler, wie Roteichen, Lärchen oder Eiben hinzugekommen.

Kulinarisch ist Amrum ebenso wie andere Küstenregionen eher deftig ausgerichtet. Fisch steht natürlich im Vordergrund, den man zum Beispiel sehr gut im Geschäft des Restaurants „
Zum Fischbäcker“ in Norddorf erwerben kann. Zwar kommen die Köstlichkeiten aus Neptuns Reich zumeist nicht aus der Nordsee, sondern aus dem Nord-Atlantik, wunderbar frisch schmecken sie dennoch. Dazu zaubern wir mal einen leckeren warmen Kartoffelsalat mit sauren Gurken, gedünsteten Zwiebeln, Petersilie sowie einem Dressing aus Gemüsebrühe, saurer Sahne und Gurkenessig, ein anders Mal einen Auflauf bestehend aus Blattspinat, Champignons, Kartoffeln und Frühlingszwiebeln, alle Zutaten kurz gegart und anschließend mit Schmand und Feta im Backofen überbacken. Wenn man komplett zu faul zum Kochen ist, bietet der Fischbäcker leckere Beilagen wie z.B. Bratkartoffeln oder Kartoffelsalat zum Mitnehmen. Dazu gibt es entweder einen mitgebrachten Sancerre oder einen leckeren Mosel-Riesling von unserem Haus und Hofwinzer Ulli Stein.

Ein weiteres kulinarisches Muss sind natürlich die Nordseekrabben, die auf einem frischen Schwarzbrot vom örtlichen Bäcker Schult, garniert mit Petersilie und belegt mit einem Spiegelei eine leckere Nordsee-Spezialität darstellt. Apropos Bäckerei Schult: Brötchen und Brot sowie der Kuchen sind eine echte Offenbarung, allen voran die täglich frisch gefertigte Friesentorte (Sahnetorte mit Blätterteig und Pflaumenmus) sowie der Schoko-Walnuss-Kuchen.

 

 

 


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