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Clearwater

15. Oktober 2009 - Von Key West nach Clearwater
Heute müssen wir die wohl längste Strecke unseres Florida Urlaubs zurücklegen, von Key West nach Clearwater, rund 600 Kilometer. Die meiste Zeit nimmt dabei die Strecke herunter von den Keys ein, da man nur 45 bzw. 55 Meilen p.h. fahren darf. Wir sind bereits um 7.00 Uhr aufgestanden und kaufen in einem Supermarkt in Key West für ein Frühstück ein, welches wir an der schön gelegenen Picknick Area unmittelbar an der Seven Mile Bridge einnehmen. Direkt neben dieser eindrucksvollen Brücke befinden sich Reste der früheren Eisenbahnstrecke nach Key West, die der Eisenbahnmagnat Henry Morrison Flagler 1912 beendete, und die später durch einen Hurricane zerstört wurde.



Aus der Heimat erreicht uns heute Morgen eine unerfreuliche Nachricht von unserer Bank. Offensichtlich ist unsere Kreditkarte kopiert und missbraucht worden. Es hat zahlreiche Abhebungen im Wert von ca. 200 USD innerhalb eines kurzen Zeitraumes gegeben. Die Karte wurde daraufhin sofort von der Bank gesperrt. Die Dame von der Sparkasse erklärt uns, dass alleine bei unserer Bank rund 40 Geschädigte in den letzten Tagen aufgelaufen sind. Später hören wir im Radio, dass der Kreditkarten Missbrauch in den USA Dimensionen in unglaublichem Ausmaß angenommen hat. Beruhigend für uns ist, dass die Bank für alle illegalen Abbuchungen aufkommt und für uns zumindest kein finanzieller Schaden entsteht. Die Karte ist ab sofort gesperrt, so dass wir ab sofort nur noch mit Corinnas Kreditkarte bezahlen können.

Über die so genannten Turnpike fahren wir zunächst bis nach Fort Lauderdale, wechseln dann auf die „Alligator Alley“ schnurstracks Richtung Westen, quer durch den Everglades Nationalpark. Tatsächlich erhasche ich in einem der parallel zur Straße verlaufenden Kanäle einen Blick auf einen Alligator. In Naples wechseln wir auf die US 75, entlang der Golfküste in Richtung Norden. Höhepunkt der Fahrt ist die Fahrt quer durch die Tampa Bay über den Sunshine Skyway, eine 17 Kilometer lange Brücke hinüber nach St. Petersburg.



Gegen Nachmittag gelangen wir schließlich zu unserem Hotel in Clearwater Beach, dem Best Western Seawake Beach Resort, 2,5 Sterne, gebucht über Hotwire, für 79 USD. Ähnlich wie in Miami ist der Stadt Clearwater eine lang gestreckte Insel vorgelagert, auf der sich die Strände befinden. Das Zimmer in unserem Hotel ist gut ausgestattet, verfügt aber leider nur über ein Queensize Bed, dafür hat es Meerblick, mit Aussicht auf die Verbindungsbrücke, die zur benachbarten Insel Indian Rocks Beach führt. Clearwater steht auf unserem Reiseplan, da hier vier Tage lang das hochkarätig besetzte 30th Clearwater Jazz Holiday Festival. Auf dem Festival in Clearwater spielen folgende Künstler: Gumbi Ortiz & The Latino Project,Tom Brantley Collective, Mike MacArthur & Nate Najar, Al Jarreau, The Organic Trio, Joe Baione Quartet, Nicole Henry, Chris Botti, Les Sabler, Clearwater Jazzfestival 30th Anniversary Extreme Tribute, Boney James, Brian Bromberg & Band sowie die Neville Brothers.

Wir sind nahezu pünktlich zum Konzert von Mike MacArthur & Nate Najar, Smooth Jazz mit Akustik Gitarre und Saxophon. Das Konzertgelände liegt im Coachman Park direkt am Meer und der Brücke nach Clearwater Beach. Die  Besucher sitzen entspannt auf mitgebrachten Campingstühlen auf dem Konzertgel ände und lauschen den seichten Jazzklängen bei angenehmen Temperaturen. Die Verpflegungsständen haben ungewöhnliche Snacks im Angebot: So gibt es zum Beispiel neun gegrillte Jakobsmuscheln im Speckmantel auf Reis als „Junkfood“ aus der Plastikschale. Diese Delikatesse ist bei uns sehr teuer, hier kostet der Spaß gerade einmal 8 USD! Ferner gibt es einen Hummer Wrap, bei dem allerdings das Hummerfleisch vor lauter Sauce kaum heraus zu schmecken ist. Noch eine heitere Randnotiz des heutigen Abends am Rand: Ich werde beim Kauf eines Bieres nach meinem Ausweis gefragt, damit überprüft werden kann, o b ich schon 21 Jahre alt bin un d Alkohol konsumieren darf. Das könnte runtergehen wie Öl, jedoch ist die Ausweiskontrolle bei der Ausgabe von Alkohol in den USA Vorschrift. Das musikalische Highlight des heutigen Abends, Superstar Al Jarreau, ist ein echtes Erlebnis für jeden Jazzfan.

Uns spricht noch ein Deutscher an, der vor vier Jahren nach Tampa ausgewandert ist und jetzt hier eine Werbeagentur betreibt. Er weist uns darauf hin, dass ab morgen die Temperaturen, insbesondere in der Nacht, deutlich nach unten gehen sollen – bis zu 12 ° Grad. Das können wir angesichts der heutigen Nachttemperatur von 30 ° Grad kaum glauben – warten wir es mal ab! Außerdem seien kleinere Tornados möglich, für die er uns sogleich ein paar Verhaltensregeln mit auf den Weg gibt.



16. Oktober 2009
Der Wetterumschwung scheint tatsächlich einzutreten – es regnet heute Morgen in Strömen. Interessant ist, dass Clearwater mit 361 Sonnentagen pro Jahr im Guinness Buch der Rekorde steht!!! Sollten wir tatsächlich einen der vier Ausnahmetage erwischt haben? Zur Beruhigung erkundigen wir uns im Internet nach der Wettervorhersage. Ab morgen soll bereits wieder die Sonne scheinen, die Temperaturen sinken allerdings beständig.

Wir entschließen uns aufgrund des Wetters zu einem Indoor-Programm und fahren nach Ellenton ins dortige Premium Outlet Center, um noch ein paar Einkäufe zu erledigen. Dort wird auch im Food Court mehr schlecht als recht – halt typisch amerikanisch - gefrühstückt.

Mittags fahren wir weiter nach
Anna Maria Island. Die Insel mit den weißen Sandstränden ist der Tampa Bay vorgelagert. Sie bietet abseits der größeren Städte Floridas eine ruhige und friedliche Atmosphäre – genau das, was wir nach soviel Rummel und Großstadttreiben in den letzten Tagen gebrauchen können. Zunächst machen wir einen Strandspaziergang an dem wunderschönen Strand von Anna Maria City. Die Farben von Strand, Himmel und Meer sind derartig pastellig, wie wir es zuvor höchstens auf den Seychellen gesehen haben. Am Strand gibt es ein tolles Restaurant, die Sandbar,  in dem wir uns beide für „Seafood Mar Vista“  (14,99 USD) entscheiden, ganz frische Jakobsmuscheln, Scampis und Fischfiletstücke auf Bandnudeln - wohl bislang einer der bemerkenswertesten kulinarischen Genüsse dieses Urlaubs und das Ganze zu einem sehr günstigen Preis.


Wir plaudern eine Zeit lang mit einem sehr netten amerikanischen Paar am Nachbartisch, das hier in der Nähe wohnt. Er ist Immobilienmakler und gibt uns seine Visitenkarte, sofern wir oder einer unserer Freunde  /Bekannten einmal Bedarf an einem Objekt an der amerikanischen Golfküste haben sollten. Wir versprechen, PR für ihn in Deutschland zu machen. Also, für alle Interessierten, hier die ultimative E-Mail Adresse für Immobilien in Sarasota und Umgebung. Direkt vor uns am Strand findet eine Open Air Trauung statt. Der größte Teil der Hochzeitsgesellschaft ist mit Flip Flops gekleidet, die Brautjungfern in einheitlichen Kleidchen, passend zur Hochzeitsdekoration. Ein ähnliches Spektakel haben wir vor zwei Jahren am Colorado River beobachten können.

Beim Jazzfestival in Clearwater sehen wir heute eine uns bislang völlig unbekannte fantastische Sängerin mit Band, Nicole Henry. Um 21.30 Uhr tritt dann einer der weltbesten lebenden Jazztrompeter auf, Chris Botti, der von Fachleuten mit Miles Davis und Chet Baker verglichen wird. Neben dem großartigen Chris Botti ist auch die Band sehr gut besetzt, u.a. mit dem bekannten Gitarristen Mark Whitfield. Bedauerlicherweise müssen die Veranstalter das Konzert nach einer Stunde aufgrund eines heftigen Regenschauers aus Sicherheitsgründen abbrechen.





17.Oktober 2009
Wir frühstücken am Hotel eigenen Strand mit Blick auf die Bucht. Ein großer weißer Reiher stolziert mit seinen langen Beinen um die Tische herum und lauert auf einen Leckerbissen unseres erneut typisch amerikanischen "Hot Breakfasts", bestehend aus Spiegeleiern mit Bratkartoffeln und gebratenen Speckstreifen. Kurze Zeit später entdecken wir in Strandnähe eine Schule von Delphinen. Solche Naturerlebnisse hat man in Florida einfach „im Vorbeigehen“ und muss sich dafür nicht einmal bewegen!

Wir starten in den Tag mit einem kurzen Gang über das Pier 60 am Strand von Clearwater Beach. Dieser Strand ist als Blue Wave Beach ausgezeichnet und gehört damit zu den besten Stränden des Landes - ein sehr breiter weißer Sandstrand mit einem Pier, ähnlich wie man es von der Ostsee kennt.



 

Heute steht eine Tour zum Caladesi Island State Park auf dem Programm. Caladesi Island ist unbewohnt und nur mit der Fähre ab Honeymoon Island (Eintritt 4 USD) zu erreichen, die Überfahrt kostet noch einmal 10 USD pro Person. Das Schiff verkehrt stündlich, am Wochenende sogar halbstündlich. Caladesi ist eine Insel der Ruhe und eine der letzten unberührten Inseln in Florida. Sie ist Heimat von zahlreichen Vogelarten, Echsen und Schildkröten, auch Klapperschlangen, vor denen auf Schildern gewarnt wird, leben hier. Die Vegetation ist üppig und intakt. Über einen vier Kilometer langen Nature Trail, der durch Pinien, Palmen und knorrige Eichen hindurch führt, erkunden wir die Insel. Klapperschlangen oder Schildkröten kommen uns allerdings leider nicht zu Gesicht.


An dem ebenfalls mehrfach ausgezeichneten Naturstrand von Caladesi relaxen wir für eine Weile, jedoch laden die Temperaturen heute nicht gerade zum entspannten Sonnenbaden ein. Um 16.00 Uhr geht die letzte Fähre zurück nach Honeymoon Island. Vom Boot aus sehen wir erneut einige Delfine.



 

Auch auf Honeymoon Island finden heute zahlreiche Hochzeiten am Strand statt. Wir haben das Gefühl, ganz Florida heiratet an diesem Wochenende, zumal später in unserem Hotel am Strand eine weitere Hochzeit zelebriert wird. Vor unserem letzten Abend auf dem Jazzfestival in Clearwater begeben wir uns noch einmal zum Pier 60, wo jeden Abend ein ähnliches Spektakel wie in Key West stattfinden soll. Dieser Event ist jedoch enttäuschend: Von Straßenkünstlern, Gauklern etc. keine Spur, lediglich ein Paar Straßenhändler bieten ihre zumeist kitschigen Souvenirs auf dem Pier feil. Der Sonnenuntergang ist aufgrund der dichten Wolken ebenfalls nicht berauschend. Heute spielt beim Festival der Smooth Jazz Saxophonist Boney James. Das Konzert ist nett, hat aber nicht die Spannung der Auftritte vom gestrigen Abend. Da die Temperaturen alles andere als berauschend sind (64 ° Fahrenheit) und ein kalter Wind vom Meer herüberweht, machen wir uns gegen 22 Uhr auf den Heimweg. Das abschließende Feuerwerk hören wir nur noch von unserem Hotelzimmer aus.

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