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Cilento Teil 2

23. Mai 2012
Das Wetter ist noch immer nicht wesentlich besser. Zumindest regnet es nicht mehr, jedoch droht über den Berghängen schon wieder „Unheil“. Eine Wanderung kommt unter diesen Umständen somit nicht in Betracht. In der Nähe von Velia gibt es ein winziges Bergdörfchen, das nahezu eine Kopie des mittelalterlichen Kastells von Velia darstellt, Castelnuovo Cilento. Tatsächlich wurde das kleine Städtchen zeitgleich von den Bewohnern der Küstenstadt als wehrhafte Rückzugsmöglichkeit errichtet und diente schon zu Zeiten der Eleaten aufgrund der erhabenen Lage der Kontrolle eines in der Ebene verlaufenden Handelsweges. Am Eingang des Städtchens steht das Schild „Citte di Pace“, Stadt des Friedens. Und tatsächlich strahlt die Burganlage, die man nach Herzens Lust durchstreifen kann, einen himmlischen Frieden aus, zumal sich neben uns kein weiter Besucher hier verirrt hat. Schnell fühlt man sich ins Mittelalter versetzt. Am Eingang zum Kastell gibt es die traumhaft gelegene kleine Bar U´Barone, mit Außenplätzen unterhalb der Burgmauern, in der man in einem einzigartigen Ambiente kleinere Snacks einnehmen kann.

In Castelnuovo Cilento hat ein Landwirt namens Guerina Galzerano ein merkwürdiges begehbares Kastell im Miniformat im Stile von Gaudi kreiert. Zu sehen sind hier auch Plastikstühle, die, ebenso wie alle anderen Objekte auch, komplett mit Flusskieseln überzogen worden sind. Auch die Fassade seines ehemaligen Wohnhauses in einer kleinen Gasse des Dörfchens ist in diesem Stil kurios verkleidet.

Wir fahren hinunter zum Badeort Marina di Ascea. Kaum zu glauben, dass dieser Ort in den Sommermonaten aus allen Nähten platzen soll. Jetzt in der Vorsaison wirkt der schmucklose Ort eher verschlafen. Die Fußgängerzone mit seinen kleinen Touristenshops, in der im August der Ausnahmezustand herrscht, ist in der Nebensaison sogar mit dem Auto befahrbar. Wir parken unser Auto am Ortsrand und laufen am Strand entlang bis zur letzten Strandbar La Scogliera im Süden. Hier endet der langgezogene Sandstrand von Marina de Ascea und die Felsküste beginnt. Alle Lidos sind noch verwaist, am Strand haben sich nur wenige Sonnenhungrige verirrt. Leider fängt es alsbald an zu tröpfeln, so dass wir in einer der geschlossenen Strandbars Schutz vor dem Regen suchen und unsere Paninis mit den Resten der Büffelmozzarella von unserem gestrigen Besuch in der Käserei mit Genuss verspeisen.

Als es aufhört zu regnen, laufen wir an Strand zurück zum Auto, um uns in den Nachmittagsstunden Velia anzuschauen. Das Licht soll um diese Tageszeit in der Ausgrabungsstätte am besten sein.

Velia, damals Elea genannt, ist ebenso wie Poseidonia (Paestum) durch Auswanderung aus den griechischen Großstädten um das Jahr 700 vor Chr. gegründet worden.  Elea galt kurze Zeit später als das geistige Zentrum der Magna Grecia, nicht zuletzt aufgrund seines bekannten Philosophen und Bürgermeisters Paramenides und dessen Begründung der eleatischen Philosophenschule. Bedeutung erlangte Elea aber auch durch seine medizinischen Schulen und Einrichtungen, wie zum Beispiel dem Asklepieion, einer Thermenanlage, die dem griechischen Heilgott Asklepios gewidmet war.

Der Eingang der Ausgrabungsstätte ist leicht zu übersehen, da er hinter der Bahnlinie liegt. Bis hierher reichte zu eleatischer Zeit das Meer! Wir entrichten das Eintrittsgeld von 3,-- € und betreten Velia durch die Porta Marina. Verglichen mit Paestum wirkt Velia auf den ersten Blick etwas unspektakulär, fehlen doch die großen baulichen Highlights. Im unteren Teil sind die Grundmauern von Wohnhäusern sowie öffentlichen Einrichtungen aus der Gründungszeit der Stadt und auch späterer Zeitalter zu finden. Man findet sich etwas schwer zurecht, da die Ausgrabungsarbeiten noch im vollen Gange sind und erklärende Schilder Mangelware sind. Die Via Porta Rosa, an der man immer wieder Reste der damaligen Kanalisation erkennen kann, steigt wenig später in Richtung Veliahügel an, wo sich die Therme der Stadt befand. Beeindruckend ist der gut erhaltene Mosaikfußboden. Über ein Tonröhrensystem – Reste davon sind noch zu entdecken - wurde die Therme beheizt.


 

Eine antik gepflasterte Straße führt steil hinauf zur Porta Rosa, einem beeindruckenden Rundbogentor, das ohne Mörtel gefertigt wurde und zwischen zwei hoch aufragenden Felsen eingefasst ist. Das Tor soll zwei Stadtteile voneinander getrennt haben, wobei nur der südliche archäologisch erschlossen ist. Vom Veliahügel aus erhält man einen guten Überblick über die Architektur der Unterstadt. Vor uns erhebt sich die mittelalterliche Burg und der Besucher ist geneigt zu fragen, wo sich denn die antike (ausgeschilderte) Akropolis befinden mag? Die Auflösung des Rätsels wird auf dem Gipfel des Hügels klar: Die Erbauer des Torres di Velia haben nicht nur viele Steinquader der Tempelanlage für den Bau genutzt, auch mussten Tempelreste als Fundament für den Turm herhalten. Unterhalb des Turms lassen sich auch noch Reste des Altars erahnen. Wir stellen dennoch fest, dass die mittelalterliche Burg von Castelnuevo, die ja zeitgleich errichtet wurde, deutlich eindrucksvoller ist. Dennoch ist das Mystische an Velia, dass auf engstem Raum 2.500 Jahre unserer Geschichte komprimiert sind! In einem kleinen Museum auf dem Hügel sind Fundstücke aus der Geschichte der Stadt ausgestellt, unter anderem auch eine Büste von Paramenides, dem geistigen Gründer der Stadt.

 

Auf dem Rückweg zum Ausgang prasselt unvermittelt ein Platzregen auf uns nieder – hätte das nun nicht noch zehn Minuten Zeit gehabt!? Klitschnass kommen wir beim Auto an - natürlich haben wir unsere Regencapes zu Hause vergessen – wie fahrlässig!

Auf direktem Weg fahren wir zurück ins I Fornari und hoffen auf eine warme Dusche. Gestern hatten wir nur kaltes Wasser, was besonders unangenehm ist, wenn man nass und durchgefroren ist. So wirklich befriedigend fällt die Dusche auch heute nicht aus – bei aller Zufriedenheit über das I Fornari ist die Duschqualität (zumindest in Zimmer 35) verbesserungswürdig!


Das heutige Abendmenü:


Antipasti: Ricotta Soufflee, Coppa-Prosciutto, in Öl angemachte Pilze
Primo Piatto: Pasta mit Kaninchensauce
Segundo Piatto: Hühnchenbrust in Limonensauce mit Auberginengemüse
Dulci: Erdbeersalat


24. Mai 2012
Die Gola del Calore ist einer der Wanderhöhepunkte des Cilentos. Wir wollen heute die Schlucht erkunden (Rother Wanderung Nr. 10). Die Fahrt nach Remolino, dem Ausgangspunkt der Wanderung, führt uns über Vallo della Luciana, dem Hauptort des Cilentos. Ab hier beginnt eine kurvenreiche Fahrt in das Herz des Cilento Nationalparks. Wir fahren durch Campora, einem kleinen Bergdorf, das unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten eine interessante Geschichte zu erzählen hat. Da die Bewohner von Campora seit Mitte des 18. Jahrhunderts mehr oder weniger isoliert in dem Dörfchen wohnten und neue Bewohner von Außerhalb nur selten zur Dorfbevölkerung hinzu kamen, vermischten sich die Dorfbewohner fast ausschließlich untereinander. Das erstaunliche Ergebnis einer Langzeitstudie war, dass die Bewohner Resistenzen gegen Infektionskrankheiten entwickelten und damit im krassen Gegensatz zu den Erkenntnissen der Wissenschaft hinsichtlich genetisch bedingter Missbildungen in Folge von Inzucht standen. Die Wissenschaftler erhoffen sich durch die Erforschung des Genoms der Dorfbevölkerung neue Erkenntnisse z.B. für die Allergie- oder Alzheimerforschung. Weitere Infos sind auf der
Homepage zu finden. Direkt am Ortsausgang von Campora wagen wir schon einmal einen ersten Blick in die eindrucksvolle Calore Schlucht. Auf einem für dieses winzige Bergdorf überdimensionierten Rastplatz kann man in die Schlucht hinabschauen mit dem Panorama des skurril wirkenden Monte Faito im Hintergrund.

Wir stellen unser Auto am Wanderparkplatz in Remolino ab und beginnen mit dem Aufstieg auf der linken Seite des Flusses. Überall sind Tafeln aufgestellt, die Flora und Fauna der Gola del Calore erklären. Den seltenen Fischotter, der die Begegnung mit Menschen scheut, bekommen wir zwar nicht zu sehen, dafür aber eine faustgroße Riesenkröte sowie zahlreiche bunte Blumen, die sich überall durch den feuchten Waldboden schieben. Durch die extrem hohe Luftfeuchtigkeit sind die Baumstämme dicht bewachsen mit Moosen, Efeu und Farnen – die europäische Variante des süd- und mittelamerikanischen Regenwaldes, den wir ja im vergangenen Herbst in Costa Rica erforscht haben.

  

 

 

 

Nach einer guten halben Stunde treffen wir auf die Ponte Petretta, eine aus Felsen gebildete Naturbrücke, über die man die Flussseite wechseln kann. Eine abenteuerliche Naturholzleiter führt hinauf zu den Felsen der Naturbücke. Wir beobachten eine Weile zwei bildschöne Smaragdeidechsen Männchen, die gerade um die Gunst eines Weibchens werben. Wie sooft im Tierreich fällt die Farbe der Weibchen nicht annähernd so prachtvoll aus, wie das bei den schillernd blau-grünen Männchen der Fall ist.

 

Wir setzen unseren Weg fort und gelangen zur Ghiann Re Vaddi. Hier steigen wir zum Fluss hinab und legen auf einem ausgewaschenen Felsen eine Rast ein. Von diesem Punkt wird der Pfad nun deutlichund steigt steil an. Immer wieder ist der felsige Pfad stark ausgesetzt und wir müssen höllisch aufpassen, da die Felsen glitschig sind und der Pfad unmittelbar neben uns senkrecht in die Schlucht abfällt. Wir können diese Tour aufgrund dieses Teilstücks nur absolut erfahrenen Wanderern empfehlen. Die Beschreibung im Rother Wanderführer sind unserer Erfahrung nach unzutreffend - eine Klassifizierung zu einer schwarzen Wanderung wäre mehr als angemessen, zumal wir in Internetforen gelesen haben, dass an dieser Stelle bereits Wanderer tödlich verunglückt sind. Oben kommen wir aus dem Wald heraus und stehen unmittelbar auf einer mit bunten Blumen übersäten Wiese, die zu einer rot leuchtenden Steilwand ansteigt. Tief unter uns rauscht der Fluss – eine wahrhaft großartige Kulisse!

 

Nochmals ist ein felsiger, auswärts führender schmaler Steig zu bewältigen und dann öffnet sich auch schon der Blick auf die mittelalterliche Brücke Ponte Magliano, zu der wir über eine felsige steile Rinne absteigen. Natürlich lassen wir es uns nicht entgehen, einmal über die historische Brücke zu wandeln, um tief hinab in die Calore Schlucht zu schauen. Direkt hinter der Brücke gabelt sich der Weg. Wir wählen den Weg nach rechts, da der im Rother Wanderführer beschriebene Weg nach links durch ein Stacheldrahtgatter versperrt ist. Der Weg beschreibt eine weite Linkskurve und endet nach einer Weile ebenfalls vor einem Gatter, das man jedoch bedenkenlos öffnen und durchschreiten kann. Eine ganze Weile geht es unspektakulär auf einem Schotterweg aufwärts, bis wir auf eine asphaltierte Straße treffen. Dieser folgen wir nach links und durchqueren Weinberge, andere Landwirtschaftsflächen sowie Olivenhaine, die übersäht sind von rot leuchtenden Blumenwiesen. Der Weg führt jetzt nur noch abwärts und wir sehen in der Ferne bereits den Einstieg in die Calore-Schlucht, zugleich unser Endpunkt. Nach 1:45 Stunden ab Ponte Magliano gerechnet erreichen wir erschöpft unseren Ausgangspunkt und verweilen noch eine Zeitlang auf einem idyllischen Bänkchen am Schluchteingang.



Auf gleichem Weg fahren wir zurück nach Stella Cilento und freuen uns auf unser Abendmenü, das wir uns heute redlich verdient haben! Das Menü besteht heute aus:


Antipasti: Salami, Formaggio und ein warmes Törtchen
Primo Piatto: Pasta mit Fasan-Sauce
Segundo Piatto: Gebackener Hähnchenschenkel mit Kartoffeln
Dulci: Honigmelone


25. Mai 2012
Am heutigen Tag holen wir die Besichtigung des mittelalterlichen Vorzeigestädtchens des Cilentos, Castellabate, nach. Wir parken das Auto am Ortseingang und schlendern hinauf zum Piazza Belvedere, von dem man einen tollen Blick über den Golf von Salerno genießen kann. Wie schon zuvor am Dom in Amalfi beobachtet, haben sich auch hier zwei Paare eingefunden, die an diesem besonders aussichtsreichen Ort kurz vor ihrer Hochzeit von einem mehr oder weniger professionellen Team Filmaufnahmen machen lassen. Die Szenerie wirkt grotesk bis kitschig: Der „Regisseur“ gibt zunächst den Paaren Anweisungen, wie sie sich vor dieser romantischen Kulisse bewegen, umarmen oder küssen sollen – dann fällt die „gedachte Klappe“ und das Paar spielt die vorgegebene Szene nach, ebenfalls mehr oder weniger professionell! Leicht kann man sich vorstellen, welches Niveau diese Filme später haben werden.


Auf der Spitze des Städtchens thront das Castello dell´Abarte, dessen Grundmauern aus dem 12. Jahrhundert stammen. Wir lassen uns ein wenig durch die malerischen kleinen Treppengässchen treiben, verweilen kurz auf dem Piazza 10 Ottobre 1123 (= Gründungsdatum des Städtchens). Auch die Basilica Santa Maria di Giulia scheint in die engen Gässchen „hinein gequetscht“ worden zu sein. Kein großzügiger Kirchplatz, nicht einmal ausreichend Raum, um das Gesamtensemble zusammen mit dem romanischen Kirchturm auf einem Foto zu verewigen, ist vorhanden. Wir haben Glück, denn die Kirche ist offen, so dass wir einen Blick hinein werfen können. Besonders prachtvoll ist der Seitenaltar, mit einer Kupferbüste unter einem farbenfrohen Gewölbe sowie ein altes Renaissance Altarbild des Erzengels Gabriel, der „Satan“, symbolisiert durch eine lasziv am Boden liegende, nackte Dame, mit einer Lanze durchbohrt – eine sicherlich interessante und mehrdeutige Symbolik!

Unterhalb von Castellabate liegen die zumindest in den Sommermonaten trubeligen Badeorte Santa Maria und San Marco.

 

Wir fahren nach San Marco und stellen unser Auto an einem kleinen Parkplatz südlich des Spiaggia Pozillos ab. Wir laufen den Strand in Richtung Santa Maria auf der Suche nach einem geöffneten Lido mit einem Restaurant. Ziemlich mittig zwischen San Marco befindet sich der Lido La Tartagura, der einzige Lido, der bereits geöffnet hat und zugleich der wohl ansprechendste am ganzen Strand. Besitzer Mauro heißt uns herzlich willkommen und zählt die derzeit möglichen Speisen auf. Wir entscheiden uns für Pasta mit Spargel bzw. mit Gambas, dazu gibt es ein Glas Vino Bianco und Wasser (zusammen 28,--€). Beide Gerichte sind vorzüglich. Mauro lädt uns dazu ein, den Nachmittag in seinem Lido zu verbringen und bereitet uns direkt zwei Liegen mit dem dazu gehörigen Sonnenschirm vor. Da der Lido eigentlich um diese Zeit noch nicht geöffnet hat, müssen wir nicht einmal eine Mietgebühr entrichten. Für uns eine Premiere: Erstmals verbringen wir einen Strandtag in einem italienischen Lido / Bagno!



Am späten Nachmittag laufen wir am Strand entlang bis nach Santa Maria. Man trifft am Ende des Spiaggio Pozillos direkt auf den Torre della Pagliarola aus dem 16. Jahrhundert, der direkt an den Palais Perotti anschließt. In dem Palais werden auch Appartements vermietet. Davor befindet sich der sehr schöne Stadtstrand Lungomare mit der Chiessa di Santa Maria a Mare und diversen alten Palazzi im Hintergrund. Wir kaufen in der Gelateria Baffo in der Nähe des Palais ein köstliches Eis, das wir am Strand genießen. Anschließend schlendern wir durch die gepflegte Fußgängerzone von Santa Maria und gelangen an die bildschöne Uferpromenade, ebenfalls umsäumt von alten Palazzi. Am alten Fischerhafen Porto delle Gatte ziehen gerade einige Fischerboote ihre Netze ein. Santa Maria ist um diese Jahreszeit ein wahrhaft idyllisches Plätzchen, an dem es sich aushalten lässt.
 

Beim Abendessen kommen wir mit zwei dänischen Paaren ins Gespräch und werden eingeladen, an ihrem Tisch Platz zu nehmen. Es entwickeln sich sehr interessante Gespräche und wir genießen den Abend in vollen Zügen. Besonders intensiv ist der Austausch mit einem der Paare. Kirsten ist professionelle Künstlerin, die sich insbesondere auf Reisen zu ihren Werken inspirieren lässt, Ole ist Ingenieur und arbeitet für die Firma Danfoss. Ein Eindruck von Kirstens Arbeit, expressionistische Landschaftsmalerei, kann man auf ihrer
Homepage
 gewinnen.

Das Menü besteht heute aus:

Antipasti: Salami, Formaggio und ein warmes Törtchen
Primo Piatto: Pasta mit Fasan-Sauce
Segundo Piatto: Gebackener Hähnchenschenkel mit Kartoffeln
Dulci: Honigmelone


26. Mai 2012
Leider verwöhnt uns das Wetter an unserem letzten Tag im Cilento zunächst nicht. Dennoch brechen wir zu einer letzten Wanderung auf. Wir wollen den Weg von San Marco über die Punta Licosa zur Marina d´Oligastro in Angriff nehmen (Rother Wanderung Nr. 36). Einen Parkplatz finden wir am Port di San Marco unterhalb des Hotels L´Approdo. Zunächst verharren wir noch einige Minuten im Auto, da es gerade wieder angefangen hat zu regnen. Schließlich raffen wir uns dennoch auf – was sollen uns diese paar Nieseltropfen schon anhaben! Oberhalb des Hotels beginnt eine kleine aufwärts führende asphaltierte Straße, Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung. Wir passieren einige schmucke Anwesen mit phantastischem Blick auf die Steilküste von San Marco und folgen dem Fahrweg, der mittlerweile zu einer Schotterstraße geworden ist, bis zur Punta Licosa, dem westlichsten Punkt des 
Cilentos. Auf der vorgelagerten kleinen Insel mit Leuchtturm hat der Legende nach die Sirene Licosa versucht, Odysseus zu betören. Er widerstand jedoch den Gesängen, in dem er sich an den Mast seines Schiffes binden ließ und seiner Besatzung die Ohren mit Wachs verschloss. Die verschmähte Sirene wählte daraufhin den Freitod!

An der Punta Licosa verwehrt ein protziges Anwesen mit eigener Kapelle und Weinberg den Weg. Wir müssen somit das Grundstück über eine geteerte Straße vor dem idyllischen B & B „Villa Leucosia“ umgehen. Entlang einer begrenzenden Steinmauer gelangen wir über einen Pfad zurück zur Küste. Hier beginnt der schönste Teil der Wanderung. Der schmale Pfad windet sich entlang der zerklüfteten Küste mal auf, mal ab, an einigen Stellen müssen wir auch in den benachbarten Pinienwald ausweichen, um unseren Weg fortzusetzen. Teilweise verliert sich der Pfad auch im dichten Gestrüpp und ist dann etwas unangenehm zu gehen. Einziges Manko an dem aussichtsreichen Pfad ist der angeschwemmte Müll, der das Gesamtambiente stört. Kurz vor der Marina d´Ogliastro versperrt ein Tor auf der parallel verlaufenden Asphaltstraße den Weg, was schon dazu geführt haben soll, dass Wanderern das Passieren verwehrt wurde. Hier ist es wohl in der Vergangenheit zu Rechtsstreitigkeiten gekommen, die scheinbar noch immer nicht ausgeräumt sind. Man kann jedoch die Konfrontation am Tor vermeiden, indem man an der Küste bis zu einem alten Torre geht, dann in Richtung des verfallenen Gutshauses, an dem man bequem über ein kleines Tor steigen kann, um die Straße zu erreichen.

Zwischen Marina d´Oligastro und San Marco pendelt ein Bus, mit dem wir zurück zum Ausgangspunkt fahren wollen. Da wir noch eine Stunde Zeit haben, schauen wir uns noch in Marina d´Oligastro um, einem sehr ruhigen kleinen Ferienort mit kleinem Strand. Die Busfahrt nach San Marco kostet ganze 1,20 €, die Haltestelle ist unmittelbar am Porto. Oberhalb des Hafens befindet sich die Bar Gelateria „Il Gabbiano“. Spezialität des Hauses und auch des gesamten Cilentos ist ein Gericht namens „L´Acquasale“, ein einfaches Gericht, das von Fischern auf See zubereitet wurde. Hartes Brot wird in Salzwasser eingeweicht (L´Acquasale). Dazu gibt man Tomaten, frischen Oregano und gutes Olivenöl – einfach aber extrem lecker!

Über den schönen Promenadenweg Il Grotto laufen wir bis nach Santa Maria und genießen am Strand noch ein herrliches Sonnenbad samt Erfrischung im Meer. Auf dem Rückweg durch San Marco stellen wir fest, dass der kleine Badeort durchaus seinen Charme hat und uns fast noch besser gefällt als das benachbarte Santa Maria, sicher im Sommer längst nicht so trubelig wie der bekanntere Nachbar und ausgestatte mit vielen kleinen netten B&B Pensionen, Hotels und Restaurants.


Wir verbringen das Abendessen erneut mit Kirsten und Ole und haben wieder anregende Gespräche. Es gibt zunächst als Antipasti Schinken, Käse und eine überbackene Aubergine, als Primo Piatto Pasta mit einer Fleischsauce, als Segundo Piatto eine für Italien ungewöhnlich üppige Grillplatte mit verschiedenen Fleischstücken - leider ist das Fleisch etwas trocken - sowie einem Bohnensalat und schließlich als Dulci eine Tarta aus Ricotta und Birnen.


 

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