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Cilento Teil 1

Die Amalfitana von Amalfi nach Salerno ist nur im ersten Teil ähnlich spektakulär wie zwischen Amalfi und Positano. Irgendwann enden die lieblichen Zitronenterrassen und werden durch Eichen-, Lorbeer- und Kastanienwälder abgelöst. Da heute Sonntag ist, bevölkern unzählige Hobby Radrennfahrer die Amalfitana. Wir durchfahren die auf den ersten Blick schmucklose Hafenstadt Salerno. An der kilometerlangen Uferpromenade, die der Neustadt zuzuordnen ist, finden sich kaum architektonische Höhepunkte. In der Altstadt soll es hingegen durchaus Sehenswertes geben, jedoch steht dies nicht auf unserem Sighseeing-Programm. Auch die Küstenstraße am Golf von Salerno bietet wenig Erquickliches. Die heruntergekommene Uferpromenade wird gesäumt von zahlreichen uniformen Lidos und wir fragen uns, wie man an solchen Orten bloß Urlaub machen kann! Bei der berühmten griechischen Area Archeologica „Paestum“ beginnt ungefähr das Cilento.

Der
Cilento Nationalpark hat ein Ausmaß von 215 000 Hektar, besitzt rund 100 Kilometer Küstenlinie und ist somit einer der größten Nationalparks Italiens. Erst 1991 wurde der Nationalpark gegründet und gehört mittlerweile zu den rund 350 Biosphären, die von der UNESCO weltweit gefördert werden. Das Cilento hat sich dem sanften Tourismus verschrieben und ist zu einem Eldorado für Wanderer und Individualtouristen geworden.

Wir haben uns erneut in einem kleinen Agriturismo in dem kleinen Bergdörfchen Stella Cilento einquartiert. Das Agriturismo I Fornari liegt in einer wildromantischen Kulisse seicht abfallender Berghänge und in einer ursprünglichen Naturlandschaft. Wir werden freundlich von Irene, einer Mitarbeiterin des Hauses in Empfang genommen. Zunächst werden uns im Schnelldurchlauf die Sehenswürdigkeiten des Cilentos näher gebracht. Unser Zimmer ist sehr komfortabel ausgestattet und verfügt über eine sagenhaft schöne Terrasse mit tollem Ausblick. Im I Fornari gibt es einen in die tolle Landschaft eingefügten Pool, einen Whirlpool und sogar einen kleinen beheizten, überdachten Pool für Schlechtwettertage. Das I Fornari ist von seinem Komfort und seinen Einrichtungen her eher in der gehobenen Kategorie einzuordnen. Auf jeden Fall haben wir es bei der Auswahl unserer Unterkunft wieder einmal hervorragend getroffen. Wir zahlen für das Zimmer inklusive des Abendmenüs 120,-- € / Nacht. Später entdecken wir auf der Homepage des I Fornari noch ein erst kürzlich eingestelltes Lastminute Angebot, das Gästen im Mai und Juni 25 % Rabatt einräumt. Auf Anfrage wird uns nachträglich daraufhin immerhin noch 15 % Rabatt eingeräumt – sehr kulant, wie wir finden, da wir bereits im Februar gebucht haben. Somit beträgt unser Halbpensionspreis nur noch 102,-- € - ein für diese Qualität der Unterkunft hervorragender Preis. Sicher sollte man grundsätzlich darüber nachdenken, im Cilento, zumindest in der touristisch „toten Zeit“, Unterkünfte erst kurzfristig zu buchen. Man läuft man nur selten Gefahr, das gewünschte Quartier nicht mehr zu bekommen.

Bei einer ersten Erkundungsfahrt ans Meer fahren wir nach Acciaroli. Der Ort wirkt um diese Jahreszeit wie ausgestorben. Der Hafen, der im MM-Reiseführer als bildschön bezeichnet wird, ist komplett von einem Bauzaun umgeben, so dass sich uns die beschrieben Idylle leider nicht erschließt. Offenbar wird die Uferpromenade gerade ausgebaut – schon vorstellbar, dass der Hafen nach Fertigstellung einmal ein Schmuckstück sein wird. In der Nähe des Hafens lassen wir uns in einem der zahlreichen Fischrestaurants nieder, dem Porto di Mezzo. Man speist auf einer schönen, höher gelegenen Terrasse. Wir bestellen einen Fischteller (15,-- €), auf dem sich ein Stück Schwertfisch, zwei Gambas, sauer eingelegt Sardinen sowie Tintenfisch befinden. Der Tintenfisch ist leider etwas zäh, der Schwertfisch auch nicht besonders einfallsreich zubereitet. Auch die Antipasti Marinara für 12,-- € hatten wir in diesem Urlaub schon besser!

Acciaroli verfügt über zwei Strände. Der nördliche Strand wird verunziert durch das Restaurant Mediteraneo, mit dem sich offenbar ein Architekt ein zweifelhaftes Denkmal setzen wollte sowie das Hotel Stella Marina, ein unansehnlicher Betonklotz. Der Strand am südlichen Ende des Örtchens gefällt uns dann schon wesentlich besser. Er wird gesäumt von prachtvoll restaurierten alten Palazzi. Da der Himmel heute leider bedeckt ist, lassen wir uns nur für ein kurzes Weilchen nieder. Sehenswert in Acciaroli ist das Sträßchen unmittelbar hinter dem Hafen mit seinen alten Häusern aus dem 19. Jahrhundert, eine Fußgängerzone, die nicht durch knatternde Mopeds und Autos gestört werden kann.

Unsere zweite Station ist das kleine Straßendörfchen Pioppi. Der Charme des Örtchens am Meer erschließt sich dem Besucher erst auf den zweiten Blick. Wir schlendern die ebenfalls wie ausgestorben wirkende Uferpromenade entlang und stoßen auf die Hauptsehenswürdigkeit des Ortes, den Palazzo Vinciprova aus dem 17. Jahrhundert, der heute gleich zwei Museen enthält. Besonders das Museum über die „Dieta Mediterranea“ interessiert uns sehr, ist aber leider heute geschlossen (in der Nebensaison sonntags und dienstags geschlossen, in der Hauptsaison nur dienstags). Tatsächlich wurde die Mittelmeerdiät hier durch den amerikanischen Ernährungswissenschaftler Ancel Keys erforscht und für äußerst gesund befunden. Eindrucksvolles Beispiel für die Richtigkeit seiner Ernährungstheorien: Ancel Keys starb 2004 im hohen Alter von 100 Jahren. Ihm zu Ehren trägt die Uferpromenade heute seinen Namen.

Ganz gespannt sind wir auf das Abendmenü im I Fornari, welches von zahlreichen Gästen bei Tripadvisor in höchsten Tönen gelobt wird. Ähnlich wie im Serafina gibt es im I Fornari ein einheitliches Viergänge Menü, das allen Gäste ab 20.00 Uhr serviert wird. In dem gemütlichen Restaurant wurde früher das Olivenöl gepresst, ein Mühlstein und weitere Einrichtungsgegenstände zeugen von der ursprünglichen Bestimmung des Raumes. Die Küche des I Fornari erhebt den Anspruch, cilentanische Spezialitäten nach Rezepten vieler Generationen zuzubereiten und ausschließlich Lebensmitteln aus der Region auf den Tisch zu bringen. Wir verzichten darauf, das Menü im I Fornari mit dem im Serafina zu vergleichen. Im Serafina wurden nahezu alle eingesetzten Produkte auf dem eigenen Hof in Bioqualität hergestellt und zu einfachen ländlichen aber köstlichen Speisen weiter verarbeitet. Das I Fornari hat einen deutlich höheren kulinarischen Anspruch, verwendet aber nicht ausschließlich eigene Produkte.

Die Weinauswahl kann sich durchaus sehen lassen. Vom edlen Bolgheri-Tropfen aus der Toskana für stolze 190,-- € bis hin zum Amarone ist nahezu die komplette Weinlandschaft Italiens auf der Weinkarte vertreten. Wir entscheiden uns für einen heimischen DOC-Wein aus der Aglianico Traube, im Barriquefass gereift (18,-- €). Das Menü besteht aus

► Antipasti: Drei verschiedene Käsesorten mit Feigenmarmelade sowie gemischtes mediterranes Gemüse
Primo Piatto: Hausgemachte Pasta mit Auberginen
Segundo Piatto: Scallopine mit Steinpilzen
Dulci: Honigmelone

Wir sind sehr begeistert von diesem kulinarischen Auftakt und sind gespannt, welche Köstlichkeiten uns in den nächsten Tagen noch im I Fornari erwarten.

21. Mai 2012
Das Frühstück im I Fornari ist für italienische Verhältnisse feudal! Das Frühstücksbüffet lässt keine Wünsche offen – es gibt neben verschiedenen selbstgebackenen Kuchen und anderen süßen Leckereien, diverse hausgemachte Marmeladen sowie eine Auswahl an Käse und Wurst. Koch und Restaurantmanager Gianluca, der uns bereits gestern Abend verwöhnt hat, serviert uns sogar noch ein Rührei! Welch ungewohnter Luxus beim Frühstück in Italien. Gianluca ist der Schwager des Besitzers von I Fornari, versteht kein Wort englisch, aber wir sind ja mittlerweile erprobt im italienischen Smalltalk halten und können uns ausreichend mit ihm verständigen. Er bietet uns sogar an, Verpflegung für unsere Wanderungen vom Büffet zu nehmen. Diese praktizierte Gastfreundlichkeit und Großzügigkeit ist nicht selbstverständlich und wir halten es daher für explizit erwähnenswert.

Wir befragen Irene in der Rezeption nach der Besitzerfamilie da Marco sowie die hausgemachten Produkte, die im Agriturismo angeboten werden. Es gibt diverse in Öl eingelegte Gemüsesorten, zum Beispiel Artischocken, Pilze, Tomaten etc. sowie Marmeladen, auch das Hauptprodukt des Agriturismos, Olivenöl, kann man neben diversen Pastasaucen erwerben. Bedauerlich, dass wir nicht viel im Flugzeug mit nach Hause nehmen können!

Wir wollen heute eine Wanderung von Marina di Camerota zum Porto degli Infreschi machen. Entgegen der Wettervorhersage herrscht strahlender Sonnenschein und wir haben im 
Rother Wanderführer gelesen, dass man am Porto degli Infreschi hervorragend baden kann. Auf dem Hinweg fahren wir die Küstenstraße 447 entlang, vor allem im letzten Abschnitt ein „elendiges Gegurke“! Wir stellen unser Auto unterhalb der kleinen Kapelle ab. Gerade der erste Teil des Weges ist nicht besonders attraktiv. Nach einem unwegsamen Treppenpfad folgt ein asphaltiertes Sträßchen, mit von Blumen übersähten Olivenhainen am Wegesrand.

Es folgt ein gerölliger, unangenehm zu laufender breiter Pfad hinab zur Cala Bianca, an der sich die Reste eines Torres befinden. Die Hälfte des Weges liegt an diesem Punkt hinter uns. An der Cala Bianca gibt es eine kleine Bar, das Ristoro Polazzo, dass wir jedoch erst auf dem Rückweg aufsuchen wollen. Wir setzen unseren Weg fort durch teilweise überwachsene schmale Pfade. Zahlreiche Schlangen kreuzen heute unseren Weg. Es handelt sich dabei um eine unscheinbare schwarze Natter, die hier sehr häufig zu sehen ist. Diese Spezies ist harmlos, jedoch sollte man sich vor der giftigen bräunlichen Sandviper in Acht nehmen, gut zu erkennen an der gezackten Zeichnung auf dem Rücken. Falls es zu einem Biss kommt - was selten geschieht, da die Viper zumeist das Weite sucht, wenn sich Menschen nähern - sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Des Weiteren treffen wir auf zahlreiche schillernd grün-blau gemusterte Smaragdeidechsen, die auf Felsblöcken ein Sonnenbad nehmen. Diese Reptilien können bis zu 50 Zentimeter groß werden, leider hatten wir noch nicht das Glück, solch große Tiere zu sichten.

Wir stoßen auf einen Schotterweg, von dem sich der Blick auf die malerische Bucht von Porto degli Infreschi öffnet. Wir sind die einzigen Badegäste, lediglich eine Yacht liegt hier vor Anker. Wir klettern noch über einen Felsen neben dem Steg, um zu der kleinen Nachbarbucht zu gelangen. Dieser kleine Abstecher sei aber nur trittsicheren und schwindelfreien Wanderern empfohlen, da gerade der Rückweg beim Abstieg des Felsens nicht ganz ohne ist! Lohn unserer kleinen Kletterei ist eine fantastische kleine Kiesbucht, in der wir es uns einige Stunden gemütlich machen. Ich wage sogar ein kurzes Bad in dem noch recht kalten Mittelmeer.


Fußfaule Wanderer können sich auch von einem Boot aus der Bucht abholen lassen, sofern sie in Marina de Camerota ein entsprechendes Arrangement getroffen haben. Wir bevorzugen die sportliche Variante und laufen auf gleichem Weg zurück. Am Ristoro Polazzo machen wir wie geplant einen Zwischenstopp. Ein altes Mütterchen verkauft uns kühle Getränke, mit denen wir es uns an dem ebenfalls tollen Strand der Cala Bianca gemütlich machen. Wir bringen schließlich noch das letzte Wegstück bis zum Auto hinter uns und fahren dann über die deutlich angenehmer zu fahrende Varianta 18 zurück zu unserem Agriturismo.

Das Abendessen ist erneut fantastisch. Zunächst gibt es als Antipasti Käse, einige Stücke Pfeffersalami sowie warmen Blumenkohl. Die hausgemachten Pasta mit Wildschweinsoße sind ein Gedicht und auch das mit Tomaten und Mozzarella überbackene Kalbfleisch ist mehr als überzeugend. Dazu gibt es einen frischen Greco di Tuffo, der aus der Region kommt. Obwohl wir schon gut gesättigt sind gibt es heute als Dulci eine leckere Tarta de la Nonna (Torte nach Großmutters Art).

 
  


22. Mai 2012

Da sich der Himmel heute nicht von seiner besten Seite zeigt, fahren wir nach Paestum, für viele kulturliebende Italienurlauber sicherlich ein Highlight. Direkt an der für Autofahrer gesperrten Via Magna Grecia, über die man das Gelände betritt, befindet sich ein Parkplatz und wir wundern uns über die moderaten Parkgebühren von 2,50,-- €. Zum Glück scheint mittlerweile die Sonne, so dass die überwältigende Szenerie der Tempelanlagen ins rechte (Foto-) Licht gerückt wird. Über den Bergen rücken allerdings bedrohlich dunkle Wolken näher. Wir schießen von der Via Magna Grecia aus zunächst ein paar Fotos von den fantastischen Tempeln, wenden uns dann jedoch zunächst dem Museum zu. Wir zahlen je 10,-- € Eintritt für den Besuch von Museum und Ausgrabungsstätte, ein angemessener Preis für eine solch bedeutende Sehenswürdigkeit, die sich auch mit dem Titel UNESCO Weltkulturerbe schmückt.

Die Ausstellungsstücke sind unbeschreiblich beeindruckend. Höhepunkte der Sammlung sind die zahlreichen bunt verzierten Gebrauchsgegenstände, allen voran zwei prächtige Vasen, die den Raub der Europa sowie die Geburt der Aphrodite darstellen, die der Sage nach aus dem Schaum des Meeres erschaffen wurde. Unfassbar, wie gut erhalten, farbintensiv und ausdrucksstark diese Stücke sind. Ein weiteres Highlight der Sammlung sind die Grabplatten aus griechisch – lukanischer Zeit, allen voran die bekannte Deckplatte vom „Grab des Tauchers“. Dem Betrachter bleibt die Deutung selbst überlassen, ob es sich dabei tatsächlich um den symbolischen Sprung des Toten in eine neue Welt handelt.

 

Wir betreten die Area Archeolgica in der Nähe des Ceres-Tempels. Die Stadt Poseidonia – später in Paestum umbenannt - wurde neben zahlreichen anderen griechischen Kolonien Süditaliens um das Jahr 700 v.Chr. gegründet, da die wirtschaftlichen und geistigen Möglichkeiten der griechischen Großstädte den Bewohner kaum noch Perspektiven boten. Den Namen verdankt die Stadt dem Meeresgott Poseidon, der die Schiffe der Pioniere der Stadt unbehelligt ließ. Zwischen 550 und 450 v.Chr. wurden auch die drei großen Tempel der Stadt errichtet. Nach diversen kriegerischen Scharmützeln wurde die Stadt im Jahre 273 v.Chr. zu einem Verbündeten Roms und aus Poseidonia wurde Paestum. In der Folgezeit wurden zwischen den Tempeln zahlreiche weitere öffentliche Gebäude errichtet, wie das Amphitheater, das Forum oder das Gymnasium, deren Grundmauern heute noch zu bewundern sind.

Der vor uns liegende Ceres-Tempel ist an der höchsten Stelle von Poseidonia errichtet und der Göttin Athene geweiht. Ebenso wie bei den beiden anderen Tempeln sind sämtliche Säulen sowie die Giebel bestens erhalten. Antike Dichter wie Ovid rühmten die Rosenpracht, die um Paestum rankte. Heute ist nicht mehr all zu viel davon zu sehen, außer einiger weniger Rosenbüsche in der Nähe des Ceres-Tempels, die von den rund um die Uhr beschäftigten Gärtner hier wieder angepflanzt worden sind.

Wir setzen unseren Rundgang fort über die gepflasterte Via Sacra entlang der römischen Bürgerhäuser fort und gelangen über den Platz des Gymnasiums zum Amphitheater, das in den verschiedenen Zeitepochen den unterschiedlichsten Zwecken diente. Genau zu diesem Zeitpunkt prasselt ein heftiger Regenschauer auf uns nieder. Wir finden Schutz in dem Torbogen und können uns glücklich schätzen, dass der Eingang zum Amphitheater so gut erhalten ist. Er bietet zumindest soviel Schutz, dass wir einigermaßen trocken bleiben. Der Schauer ist nur von kurzer Dauer, so dass wir unseren Rundgang alsbald fortsetzen können.

Der Poseidontempel ist der berühmteste der drei Tempel und Motiv zahlreicher Postkarten. Hervorragend erhalten sind die beiden Giebel und auch im Innern ist die dreischiffige Aufteilung noch gut erkennbar. Unklar ist, ob der Poseidontempel allein der Göttin Hera gewidmet ist oder ob die Opfergaben und Zeremonielle, die hier stattfanden, nicht doch dem Meeresgott und Namensgeber der Stadt, Poseidon, galten.

Direkt neben dem Poseidontempel steht die „Basilika“. Der älteste der drei Tempel ist der Göttin Hera geweiht. Er gehört zu den am besten erhaltenen griechischen Tempeln der Welt. Wie alle griechischen Tempel ist auch er von Westen nach Osten ausgerichtet. Der Name „Basilika“, der im antiken Griechenland ein Justizgebäude bezeichnete, ist irrtümlich im 18. Jahrhundert entstanden. Erst die spätere Entdeckung des Altars vor dem Gebäude klärte den Irrtum auf.

Rund drei Stunden verbringen wir in Museum und Ausgrabungsstätte – ein Zeitaufwand, den jeder Besucher für diesen magischen Ort minimal aufwenden sollte. Zweite Station unseres Ausfluges ist der Besuch einer Büffelfarm, in welcher der berühmte Mozzarella di Bufala hergestellt wird. Die Fattoria la Casara befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Paestum auf dem Weg nach Licinella. Die Wasserbüffel, aus deren Milch der köstliche Käse produziert wird, finden in der Sele-Ebene von Paestum optimale Lebensbedingungen vor: Ein warmes Klima und einen feuchten sumpfigen Boden. Aus diesem Grund haben sich zahlreiche Farmen in der Gegend angesiedelt. In dem kleinen Hofladen kann man die Käsespezialitäten verkosten. Wir lassen uns im Gastraum nieder und bestellen eine gemischte Käse-Wurstplatte. Zunächst wird uns eine üppige Käseplatte mit verschiedenen Käsesorten vom Büffel serviert. Anschließend kommt dann die bestellte gemischte Platte. Da wir nicht alles bewältigen können, lassen wir uns den Rest einpacken. Nirgendwo war der Preis für die Verkostung verzeichnet, wir sind auf jeden Fall von der Höhe der Rechnung etwas überrascht: 32,-- € zahlen wir für Käse, zwei Gläser Wein und ein Wasser. Unser Tipp für einen Besuch der Fattoria: Unbedingt zuvor nach dem Preis erkundigen, dann bleibt am Ende die Überraschung aus. Die Preise für den Käse zum Mitnehmen im Hofladen sind im Übrigen relativ niedrig – sie liegen bei 11,-- € / Kilo. Abschließend besichtigen wir noch das Gehege der Wasserbüffel, die sich vor dem Hofladen im Schlamm wälzen.

 

Unser letzter Programmpunkt muss leider ausfallen, da es mittlerweile in Strömen regnet und wir es vorziehen, trocken unser Agriturismo anzusteuern. Eigentlich wollten wir uns das mittelalterliche Bergdörfchen Castellabate anschauen, das als eines der schönsten Dörfchen des Cilentos gilt – vielleicht kommen wir in den nächsten Tagen noch einmal in der Nähe vorbei.

Unser heutiges Abendmenü:

Antipasti: Schinken mit Ziegenkäse, angemachte Zucchiniblüten
Primo Piatto: Mit Ricotta gefüllt Riesen-Tortellini mit Tomatensauce
Segundo Piatto: gegrilltes Schweinefleisch – gut, aber nicht ganz so fantastisch wie im Serafina – mit Salat
Dulci: verschiedene Früchte


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