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Chobe

Nach dieser spektakulären Sichtung fahren wir zurück ins Camp und frühstücken. Wir verlassen heute den Moremi und wollen eine Nacht im Tshaa Camp am Khwai River verbringen. Anders als vor drei Jahren kommen wir „trockenen Fußes“ auf die Transit Road in Richtung Savuti – die Wasserdurchfahrt hinter Khwai ist komplett ausgetrocknet. Unterwegs sehen wir Gabelracken auf exponierten Stämmen thronen, die nach Insekten Ausschau halten. Gleiches Ansinnen treibt Little Bee-Eater Paare auf aussichtsreiche Äste.


Gabelracke (Lilac-brested Roller)


Zwergspint (Little Bee-Eater)

Das Tshaa Camp ist nicht auf der Karte von Tracks4Africa verzeichnet und so passieren wir zunächst einmal das kleine Dörfchen Mababe, und befahren dort eine wundervolle Piste entlang eines sumpfigen Pools. Dort ergötzen wir uns an den Hippos, die im vollständig bewachsenen Wasser eintauchen und mit „Salatblättern“ dekoriert wieder auftauchen – wir können uns gar nicht satt sehen an diesem köstlichen Spektakel!





Unsere Suche nach dem Tschaa Camp setzt sich fort. Ein Blick auf unseren Voucher, den wir von Botswana Footprints bekommen haben, bringt Licht ins Dunkle: Das Camp wird nicht wie auf der Website als „Tshaa Camp“, sondern als „Xanakgiae Campsites“ geführt. Wir beschließen zurück nach Mababe zu fahren und finden vor dem Ort tatsächlich ein Hinweisschild. Schließlich stoßen wir auf das Basislager der Community, die das Camp betreibt. Sogleich stellt sich uns „Onks“ als Camp-Manager vor. Er klärt uns auf, dass Tshaa nichts anderes als „Wasser“ heißt und Xanakgiae der Name des Akazienbaumes sei, der hier überall entlang des Flusses wachse. Nächstes Mal mögen wir auch bitte direkt bei ihm buchen, dann würde die Community keine Provision verlieren - das Camp sei noch sehr jung und noch nicht sonderlich professionell aufgestellt. Ich verspreche ihm, auf unserer Website seine E-Mail Adresse zu veröffentlichen, damit deutschsprachige Reisende künftig direkt über die Community buchen können. Die Campsites sind wunderschön und direkt am Fluss gelegen. Die Lage ist um ein Vielfaches schöner als alle anderen Camps im Moremi und Chobe. Und es gibt beste Chancen, Wildtiere unmittelbar von der Campsite aus zu beobachten! Wir bedauern, dass wir für morgen bereits eine Buchung für Savuti haben – hier wären wir gerne auch noch eine Nacht länger geblieben!

Nach ein paar erholsamen Stunden am Khwai River bei 35 °C im Schatten raffen wir uns noch einmal zu einem kurzen Game Drive an die Hippo Pools hinter Mababe auf. Dort treffen wir auf eine riesige Elefantenherde mit zahlreichen Jungtieren und einer imposanten Matriachin mit gewaltigen Stoßzähnen – jeder Game Drive hat sein besonderes Highlight! Eine ganze Weile genießen wir das friedvolle Treiben in der traumhaften Sumpflandschaft.

Heute Abend gibt es eines unserer Afrika-Standardgerichte: Einen Eintopf mit Gemüse, Linsen, Nudeln und Fleisch (heute Kudu-Filet), auf offenem Feuer mit dem Potjie gekocht – einfach lecker! Mit einem Sauvignon Blanc stoßen wir auf den ereignisreichen Tag an. In der Nacht ziehen Elefanten unten am Fluss grasend an uns vorüber, ansonsten bleibt es ruhig.


 

9. November 2016 – Mababe bis Savuti (85 Kilometer)

Dürres, unwirtliches Savuti und ein süßes Löwenbaby
Heute Morgen lassen wir es ruhig angehen, es steht auch kein Game Drive auf dem Programm. Das Birding ist heute nicht sonderlich ergiebig – außer den üblichen Verdächtigen wie Tokos, Glanzstare und Gabelracken ist kaum etwas Spannendes zu entdecken.

Nach dem wir unser Camp abgebaut haben, machen wir uns auf den Weg nach Savuti. Wir müssen ein bisschen auf unseren Sprit achten, da wir den ersten Tank bereit verbraucht haben und der zweite nur noch etwas mehr als dreiviertelvoll anzeigt. Die nächste Tankgelegenheit bietet sich erst wieder hinter der Ngoma Border auf namibischer Seite. Offenbar befindet sich eine Luftblase im zweiten Tank, die eine Vollbetankung unmöglich macht (es passen nur maximal 140 statt 160 Liter in den Double-Tank). Ich versuche möglichst spritsparend zu fahren mit einer gleichbleibenden Geschwindigkeit von 40 km/h und möglichst ohne Allradantrieb, was auf der gut befahrbaren Sandridge Road hinter dem Mababe Gate problemlos möglich ist.

Am Mababe Gate hat man uns schon informiert, dass Savuti vollständig trocken sei – selbst der Channel führe kein Wasser. Wo vor drei Jahren noch unpassierbare Wasserstraßen waren, führen heute Sandpisten, die problemlos befahrbar sind. An einem mächtigen Baobab Tree, der mehrere 1.000 Jahre alt sein wird und gerade blüht, unterbrechen wir unsere Fahrt. Corinna misst den Umfang des Baumes, der ungefähr zehn Spannweiten, also rund siebzehn Meter beträgt.



Im Savuti Office kann uns einer der Angestellten Informationen über den Ausgang der amerikanischen Präsidentschaftswahl geben – die Aussage haut uns allerdings um und ist niederschmetternd! Nie und nimmer haben wir uns vorstellen können, dass eine „Unperson“ wie Donald Trump, der durch seine undiplomatische und radikale Politik den Weltfrieden gefährden könnte, neuer Präsident der USA wird! Was für ein Debakel, welch Schande für diese bedeutende Nation!

Bei 40°C im Schatten sitzen wir unter unserer Akazie auf Campsite No.3 und vertreiben uns die Zeit mit Faulenzen, Lesen, Reisebericht schreiben sowie Vögel fotografieren (u.a. Black-Backed Puffbacks, Blue Waxbills). Unser selbst gebautes Wasserloch inklusive „Futterstelle“ wird zuerst von einem Hörnchen entdeckt, dass sich gierig auf die ausgestreuten Rusk-Krümel stürzt. Wenig später okkupiert ein Frankolin die Wasserstelle und hackt alle Artgenossen, die sich ebenfalls einen Anteil sichern wollen, energisch aus dem Weg.

 
Angola-Schmetterlingsfink (Blue Waxbill)      /       Rotschnabelfrankolin (Red-billed Spurfowl)



Ohne jegliche Erwartungshaltung machen wir uns auf zu einem abendlichen Game-Drive. An einem der beiden Wasserlöcher verdingen sich Elefanten an dem wenigen verbliebenen Wasser.  Fast planlos fahren wir durch die trockene Einöde und versuchen wenigstens noch ein paar Vögel zu finden, die der Hitze trotzen.

Plötzlich erwecken zwei stehende Safariautos unsere Aufmerksamkeit. „Lass uns einmal schauen, was die dort entdeckt haben“, schlage ich vor. Und tatsächlich – unter einem Strauch döst ein komplettes Löwenrudel, bestehend aus insgesamt dreizehn Tieren, darunter auch Jungtiere unterschiedlichen Alters. Wir beobachten das Schauspiel fast bis zum Sonnenuntergang. Immer wieder stoßen weitere Safariautos dazu – längst haben sie sich untereinander über Funk über die Sichtung informiert!

 

Insbesondere der jüngste Spross des Rudels hat es uns angetan. Er hat noch die niedlichen Züge eines Löwenbabys. Später legt er sich direkt vor unser Auto und betrachtet uns aus nicht einmal zwei Metern Entfernung als wolle er sagen, „...was wollt ihr denn hier?“ Die Mutter beobachtet die Szenerie aufmerksam aus kurzer Entfernung und würde "todsicher" eingreifen, wenn wir ihrem Jungen zu nahe kämen!

 

Als wir zu unserer Campsite zurückkehren, trauen wir unseren Augen kaum: Unser Platz ist belegt von zwei anderen Autos, die sich bereits komplett eingerichtet haben. Auch sie hätten die Campsite No.3, beteuern sie. Wir schauen noch einmal in unserer Buchungsbestätigung nach und stellen fest, dass dort die Platzbezeichnung RSV3 und nicht MK3 aufgeführt ist. Es gibt tatsächlich Reserveplätze, die mit RSV gekennzeichnet sind. Der direkt hinter den Abolutions gelegene Platz RSV3 ist eine absolute Zumutung: Der Wasserblock ist umgestürzt und nicht funktionsfähig. Vor allem aber wird der Platz, ebenso wie weitere RSV Plätze permanent beschallt von einem lauten Dieselgenerator! So haben wir uns den Aufenthalt in Savuti wahrlich nicht vorgestellt, aber für einen Platzwechsel ist es jetzt definitiv zu spät. Es ist fast dunkel und Raubtiere und Elefanten queren regelmäßig das Camp bei Nacht - so beschließen wir in den sauren Apfel zu beißen und die eine Nacht auf diesem unzumutbaren Platz zu verbringen – eine weitere Nacht ist jedoch undenkbar! Längst steht unsere Entscheidung fest, dass wir die zweite Nacht in Savuti wie auch die Campsite im Linyanti-Camp am darauf folgenden Tag verfallen lassen werden – viel zu unwirtlich präsentiert sich Savuti im November 2016! Glücklicherweise wird zumindest der nervende Generator später ausgeschaltet. Die nächste Ruhestörung lässt jedoch nicht lange auf sich warten. Andere Camp-Gäste wenden mit dem Auto hin und her oder fahren eben kurz nochmal zu den Abolutions und strahlen unsere Campsite taghell aus. Was ist bloß aus Savuti geworden – dieser einstmals so magische Ort in der Wildnis verkommt zu einem Rummelplatz, der mit abgeschiedener Afrikaidylle so rein gar nichts mehr gemein hat.

Nachdem wir einen Kartoffel-Kürbis Auflauf im Potjie und gegrilltes Kudu-Filet zum Dinner genossen haben, begeben wir uns zur Ruhe. Die Hitze ist fast unerträglich – Abkühlung kommt erst am frühen Morgen, als ein kurzes aber heftiges Gewitter aufzieht. Der erste ergiebigere Regen seit langer Zeit!


10. November 2016 – Savuti bis Kasane (165 Kilometer)

Eine erfolglos balzende Riesentrappe

Ein letzter morgendlicher Game-Drive bringt uns noch einmal spektakuläre Sichtungen. Ein Teil des Löwenrudels liegt am Wasserloch und erholt sich von den Jagdstrapazen der Nacht. Die Löwenjungen tollen mit ihren Müttern herum, während der Pascha faul in der Morgensonne döst.





Kurz darauf entdecken wir zunächst mehrere Meyer´s Parrots – für uns eine Erstsichtung – und danach eine balzende Riesentrappe – ein richtig interessantes Schauspiel. Die beiden Weibchen, denen er gerne imponieren möchte, befinden sich ein gutes Stück entfernt und nehmen keinerlei Notiz von ihm. Er hingegen schmeißt sich voll ins Zeug, hat seinen Hals zu voller Schönheit aufgebläht und die Schwanzfedern imposant aufgestellt und „gockelt“ nun von links nach rechts und von rechts nach links - dabei riskiert er immer wieder einen kurzen Blick hinüber, ob eines der Weibchen ihm vielleicht doch inzwischen Beachtung schenkt.


Balzende Riesentrappe (Displaying Kori Bustard)


 

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