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Chobe 1

3. Oktober 2013, North Gate Camp, Moremi NP – Savuti, Chobe NP

Im legendären Savuti Camp
Wir haben gestern Abend die Tischdecke unter unserem Tisch mit einer Klammer verbunden, doch es hilft nichts, die Tokos haben einen Zwischenraum entdeckt und wecken uns auf gleiche Weise wie gestern. Wie jeden Morgen ordnen wir unsere Sachen und packen das Zelt für die morgendliche Pischfahrt zusammen, als Corinna plötzlich hinter der Auto hervorstürmt und schreit: „Das kann doch wohl nicht wahr sein, mach bloß, dass du verschwindest“! Ein dreister Monkey ist in einem kurzen Augenblick der Unachtsamkeit in unser Auto geklettert und hat die Packung Kekse geklaut, auf die er es bereits gestern abgesehen hatte. Jetzt macht er sich von dannen, gefolgt von der restlichen Affenhorde, die gerne einen Teil der Beute abhaben wollen. Auch die Pavianbande lässt nicht lange auf sich warten. Der Chef hockt sich auf einen Termitenhügel, während sein Gefolge Jagd auf die Monkeys macht! Doch die kleinen Meerkatzen sind viel zu flink und verziehen sich samt des Kekspaketes auf einen nahen Baum. Der Pavianchef scheint sich massiv zu ärgern, dass die Monkeybande wieder einmal cleverer war, er hingegen leer ausgegangen ist. Jetzt passen wir besser auf und lassen die Paviane, die uns von einem Termitenhügel aus neigierig beäugt, nicht mehr an unser Auto heran.

Am Gate lassen wir uns noch Tipps für die Fahrt nach Savuti geben. Nach dem Dorf Khwai wartet erneut eine Wasserdurchfahrt auf uns – Corinna graut es bereits jetzt davor. Ich lasse mir vom Ranger den exakten Weg durch das Wasser erklären. Wir sollen uns immer rechts am Ufer halten und nicht den direkten Weg nehmen. Als wir vor der Lagune stehen, stelle ich erneut fest: „Das ist eigentlich komplett unlogisch, der direkte Weg sieht so einfach und kurz aus! Wenn man es nicht besser wüsste, würde man auch hier ganz sicher geradeaus fahren“. Ich habe aber aus meinem Fehler gelernt und folge genau der Beschreibung. Corinna will aber auf Nummer sicher gehen und prüft mit einem Stock die Tiefe des Wassers und die Beschaffenheit des Untergrundes. Die Durchfahrt ist wie vom Ranger angekündigt letztlich ein Kinderspiel, das Wasser reicht gerade einmal bis zur Oberkante der Reifen.

Es gibt von Khwai eine neue Transit-Road nach Savuti, die noch in kaum einer Karte verzeichnet ist, die Calcrete Road. Es ist eine harte Gravel Road, auf der man problemlos 50 km/h fahren kann. Auch die Two-Spoor-Sand Piste hinter der ausgeschilderten Abzweigung nach Savuti ist in sehr gutem Zustand. Bis zum Mababe Gate benötigt man nicht einmal 4x4. Am Gate erledigen wir schnell die Formalitäten und erkundigen uns nach dem besten Weg zum Savuti Camp. Die alte Piste über die Magwikhwe Sandridge ist tiefsandig und wird nicht empfohlen. Es gibt eine neue ruppige, aber harte Piste, die in Richtung Tsukwe Pans führt – diese Route wird uns empfohlen. Unterwegs kreuzt ein einsamer Büffelbulle unseren Weg. Eine Giraffenherde sucht Schutz vor der glühenden Mittagshitze unter einer einsamen Akazie.

Wir durchfahren auf den letzten Kilometern eine bizarre Wüstenlandschaft mit Baumgerippen, die nach Dauerüberflutungen abgestorben sind. Am Wegesrand liegt das Skelett eines Elefanten – unglaublich wie voluminös die Knochen sind.

Die letzten Kilometer vor dem Camp sind extrem tiefsandig und ich bin froh, dass wir diese Mal ohne Freischaufeln durchkommen. Wir haben die Campsite Nummer 6 von SKL zugewiesen bekommen (76 € p.d.), ein Tausch mit einem der Campsites am Savuti Channel (2, 4 und insbesondere die Campsite „Paradise“) hat leider nicht geklappt. Corinna macht sich im Abolution Block erst einmal frisch und kehrt zurück mit einem netten holländischen Paar, das sie bereits im North Gate Camp beim Duschen kennengelernt hat. Wir plaudern eine ganze Weile über die jeweiligen Erlebnisse unserer Reise.

Savuti eilt ein legendärer Ruf voraus, da das Gebiet extrem reich an Wildtieren ist und es einer der besten Plätze in ganz Afrika für Elefanten- und Raubtierbeobachtungen überhaupt sein soll. Der Savuti Campsite hat allerdings in der Zwischenzeit ein wenig seiner wilden Romantik eingebüßt. Zum einen ist der Abolution Block zu einer für Elefanten uneinnehmbaren Festung geworden, umringt von einem befestigten steinernen Wall.

Die Wasserhähne an den Stellflächen sind eingefasst in einen steinernen Block, um sie vor den Pavianen zu schützen, die Sanitäranlagen in einem tadellosen Zustand und gepflegt. Zum anderen sind am Savuti Channel, an dem sich früher alle Campsites befanden, inzwischen teure Lodges mit luxuriösen Safari-Tents (340 – 410 € pro Person und Nacht!) errichtet worden, so dass man Abgeschiedenheit und extreme Stille hier sicher nicht mehr erwarten kann. Es ist der belebteste Ort, den wir auf unserer Reise bislang angetroffen haben.

Alle Wasserlöcher in Savuti sind zu dieser Jahreszeit ausgetrocknet. Auch die „Artificial Waterholes“ werden nicht mehr mit Wasser versorgt, seitdem der Savuti Channel wieder Wasser führt. Gegen Nachmittag fahren wir das Gebiet am Savuti Channel ab. Höhepunkt ist ein Leopard, der auf einem Baum liegend eine Impalaherde beobachtet. Natürlich haben sich um das prachtvolle Tier bereits einige Safariautos versammelt. Wir stellen einhellig fest, dass der Adrenalinkick ein wenig ausbleibt, wenn andere Safariautos ein Tier entdeckt haben und man sich dann einfach dazugesellt. Selbst entdeckte Tiererlebnisse, die man möglichst mit Niemandem teilen muss, sind hingegen ein unvergleichliches Erlebnis.

Wir sind am Abend verabredet mit Ryan und Rebekka, unseren australischen „Rettern“ von Dead Tree Island. Sie müssen leider das Einladungsdinner ausschlagen, da sie es verständlicherweise vermeiden wollen, im Dunkeln zu ihrer Campsite zu Fuß zurück zu laufen. Die Campsites liegen alle ein gutes Stück auseinander und sind umgeben von Buschwerk. Alle Raubtiere und auch Elefanten streifen gerade in den nächtlichen Stunden regelmäßig quer durch das Camp. Wir plaudern eine ganze Weile mit den Beiden bei einem Bier. Während dessen zieht ein Elefantenbulle entspannt an unserem Platz vorbei.

Wir lassen den Abend ausklingen mit einem leckeren Braai – es gibt ein köstliches Rib Eye Steak mit Salat und in Alufolie gegartem Butternutkürbis.


 

4. Oktober 2013, Game-Drives in Savuti, Chobe NP

Ein Löwenrudel reißt einen unglückseligen kleinen Elefanten
Die Gegend um Jackal Island ist uns von Nick, den wir in der Haina-Lodge getroffen haben, wärmstens ans Herz gelegt worden. In diesem wasserreichen und fruchtbaren Gebiet tummeln sich zahlreiche Wildtiere und auch Vögel. Kehrseite der Medaille ist, wir müssen uns das wildreiche Feuchtgebiet durch zahlreiche Wasserdurchfahrten „hart erarbeiten“. Corinna ist alles andere als begeistert, doch wir fassen den Plan, einfach einem Safariauto zu folgen, der uns die besten Passagen durch das Wasser schon zeigen wird. Erneut schwappt das Wasser teilweise bis über die Windschutzscheibe hinaus, jedoch erweist sich der Untergrund überall als hart und gut befahrbar.

Farbenfrohen Gabelracken oder Wasservögel wie Hammerköpfe und unterschiedliche Reiher sind überall am Wegesrand anzutreffen.

 
Gabelracke (Lilac-breasted Roller)

 
Seidenreiher (Little egret)    /    Hammerkopf (Hammerkop)

Und immer wieder begeistern uns die niedlichen kleinen Steinböckchen, die in der Regel schnell das Weite suchen, wenn man sich ihnen nähert.


Steinböckchen (Steenbok)

Plötzlich sehen wir bei Motsibi Island direkt vor uns eine Löwin, die durch das Unterholz schleicht. Der Guide des vorausgefahrenen Fahrzeuges erklärt uns, dass heute Morgen ein Löwenrudel ein Gnu gerissen hat und seine Beute wenig später an eine Herde von fast zwanzig Tüpfelhyänen eingebüßt hat.

Tatsächlich sind Hyänen in der Lage, Löwen von ihrem Riss zu vertreiben. Mit dem Fernglas entdecken wir auf der Ebene zehn bis zwölf Hyänen, die sich an ihrer Beute zu schaffen machen. Daneben lauert schon ein Schakal, der in der Reihenfolge als nächster zum Zuge kommen könnte. Die letzten „Resteverwerter“ sind schließlich die Geier, die am Horizont ebenfalls schon kreisen.

Tüpfelhyänen sind  in Afrika weit verbreitet. Sie sind hoch effiziente Jäger und mehr oder weniger Allesfresser. Da jegliches Aas, unabhängig davon wie alt es ist, von ihnen mit Haut und Knochen gefressen wird, spielen sie ein wichtige Rolle bei der Verhinderung von Seuchen- und Krankheitsausbrüchen. Primär sind Tüpfelhyänen nachtaktiv und leben in einem von einem dominanten Weibchen geführten Clan. Da Hyänen regelmäßige Besucher der Camps sind und sämtliche Ausrüstungsgegenstände von Schuhen über Geschirr bis hin zu Lampen vor ihnen nicht sicher sind, sollte man nachts alles zurück ins Auto räumen. Vom Grundsatz sind Hyänen dem Menschen gegenüber allerdings eher scheu und zurückhaltend, da Menschen eine potentielle Bedrohung darstellen. Markant ist ihr langgezogener Ruf bei Nacht oder das schaurig klingende Gelächter, das Ausdruck ihrer Angst ist.

Kurz darauf wartet das nächste Highlight: Nachdem das Löwenrudel von den dreisten Hyänen vertrieben worden ist, haben sie wenig später einen kleinen unglückseligen Elefanten unweit der Ebene gerissen. Drei Löwinnen zerren hechelnd und mit blutverschmierten Mäulern an dem Kadaver.



Der Löwenmann kommt bei der Beute grundsätzlich als erster zum Zuge und vertilgt zunächst seinen sprichwörtlichen „Löwenanteil“. Er ist offenbar bereits satt und döst gähnend im Schatten eines Busches vor sich hin. Wir schauen dem stolzen Löwenmann direkt in seine großen gelben Augen – welch fantastisches Erlebnis, das uns einen (angenehmen) Schauder über den Rücken treibt!

Nachdem sich auch die drei Löwinnen satt gefressen haben, ziehen sie sich ebenfalls in den Schatten zurück. Die Anstrengung der Jagd und auch des Festmahl ist ihnen regelrecht anzusehen, schwer atmend ruhen sie sich von den Strapazen der Jagd und der „Fressorgie“ aus. Die heutige Beute ist so umfangreich, dass selbst vier ausgewachsene Löwen nur einen Bruchteil des Fleisches in einer Mahlzeit verspeisen können. Da werden sicher noch einige „Trittbrettfahrer“ zum Zuge kommen!

Erneut verbringen wir die heißen Stunden des Tages in unserem Camp unter unserer schattenspendenden Akazie mit Lesen, Reisebericht schreiben und Fotos auf Festplatte speichern. Ein Lüftchen macht die brütende Hitze unter dem Baum sehr erträglich.

Nochmals befahren wir die fruchtbare Ebene in der Nähe von Jackal Island. Unterwegs sichten wir einen Leoparden, der jedoch alsbald im dichten Busch verschwindet. Auch sind zahlreiche Wasserböcke hier zu beobachten.
An einem Aussichtspunkt am Savuti Channel steht plötzlich Paul mit dem netten Berliner Paar, unsere Bekanntschaft aus Third Bridge, neben uns. Wir berichten über unser morgendliches Erlebnis mit den vier Löwen und dem gerissenen Elefanten und erklären uns bereit, ihnen die Stelle zu zeigen. Es ist gleichzeitig ein beruhigendes Gefühl, mit Paul gemeinsam die zahlreichen Wasserdurchquerungen (er fährt mit seinem hoch gelegten Landcruiser vor!) zu machen.

Das Löwenrudel ist tatsächlich noch immer mit seinem Riss beschäftigt. Viel Zeit können wir allerdings nicht hier verbringen, da die Sonne bereits untergeht. Jede Wasserpassage, insbesondere die letzte durch den Savuti Channel, die das Wasser erneut über die Windschutzscheibe treibt, verursacht aufs Neue einen Adrenalinstoß.

Im Camp entfachen wir schnell ein Feuerchen, da es bereits dunkel ist und bauen in aller Schnelle unser Dachzelt auf. Heute gibt es endlich einmal wieder Potjie mit Linsen, Rinderfilet, Kürbis und Zwiebeln – lecker! Während wir das Essen zubereiten, bekommen wir erneut Besuch von einem Elefantenbullen, der sich genussvoll an einem Baum schabt. 

 

 






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