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Central Kalahari 1

19. September 2013, Hainaveld Gamereserve – Maun

Außerplanmäßiger Tripp nach Maun
Eines vorab: Einen „gebrauchten Tag“ wie den heutigen wollten wir eigentlich in diesem Urlaub vermeiden. Nach einem kurzen Frühstück ist unser ursprünglicher Plan, gemütlich in die Central Kalahari aufzubrechen. „Was ist das für ein Geräusch“, frage ich Corinna, als wir von der Campsite herunterfahren. Vorne links ist an unserem Toyota ein deutliches Schleifgeräusch auszumachen. Ich schlage den Reifen ein und schnell wird das Problem sichtbar: Eine Gummiummantelung, die die Achse vor Schmutz schützen soll ist eingerissen. Durch den sich in der Achse sammelnden Dreck werden die Schleifgeräusche verursacht. Wir fahren zur Lodge und Adrian sagt, wir sollen zunächst einmal zur „Werkstatt“ der Lodge fahren. Dort versuchen Adrian und ein Angestellter das Problem mit Bordmitteln zu beheben. Der Gummischutz wird an der defekten Stelle kurzerhand abgeschnitten, die Achse anschließend mit Druckluft und Schmiere gereinigt. Da Adrian sich nicht sicher ist, ob wir mit diesem notdürftig geflickten Fahrzeug in die Kalahari fahren können, entscheiden wir ohne zu zögern, unsere Pläne zu ändern und sofort nach Maun zum nächsten Toyota Händler zu fahren. „So ein Mist, 300 Extra-Kilometer und Sunday Pan ade“, fluche ich. Einer der besten Campsites in der Kalahari, den wir für den ersten Tag in der Central Kalahari gebucht haben, ist somit Geschichte! Wir versuchen zwar noch bei Bigfoot, dem Betreiber des Campsites, einen Wechsel kurzfristig zu arrangieren, erhalten jedoch kurze Zeit später eine Mail, dass im Sunday Pan an einem der nächsten Tag kein Platz verfügbar sei!

Also machen uns auf den unvorhergesehenen Weg nach Maun, eine öde Angelegenheit! Lediglich einige Große Singhabichte beäugen uns von ihren exponierten Aussichtspunkten auf blühenden Akazien. Über zwei Stunde entlang des Veterinary Fence ohne jegliche landschaftliche Abwechslung. Bei Kuke Corner entgehen wir zumindest der Veterinärkontrolle, da wir zuvor parallel zum Veterinärzaun in Richtung Maun abbiegen.

 
                                                                                                           Großer Singhabicht (Southern Pale chanting Goshawk)

Beim Toyotahändler in Maun angekommen, werden wir sogleich auf die Rampe beordert und einige Mechaniker machen sich an die Arbeit. Es entsteht eine Diskussion bezüglich der Übernahme der Kosten. Eine Lady des Officepersonals eröffnet uns nach dem ersten Check des Fahrzeugs auf der Rampe, dass dieser Schaden nicht im Rahmen der Toyota-Garantieleistung abgewickelt werden kann. OK, das hatten wir uns schon gedacht, wenn es denn nur schnell geht! Schließlich haben uns die Bushlore Leute in Johannesburg gesagt, dass wir in der Regel die Rechnung bei einer etwaigen Reparatur zunächst übernehmen müssen und eine Erstattung dann später in Johannesburg erfolgt.

Es stellt sich heraus, dass die gesamte Antriebswelle ausgetaucht werden muss, da etwas gebrochen zu sein scheint. Die ganze Angelegenheit ist innerhalb einer Stunde erledigt, wir zahlen die Reparaturkosten in Höhe von 3.000 Pula und fahren hinein nach Maun.

 

Ein zweites Problem, das an diesem Tag auftaucht, ist, dass die Papiere unseres Autos unauffindbar sind. Wir telefonieren mit Wanda in der Haina Lodge, da sie die Unterlagen mit ins Office genommen hat, als sie Bushlore für uns kontaktiert hat. Sie kann die Papiere zunächst nicht finden, später tauchen sie dann tatsächlich auf - Adrian hat sie in einem anderen Büro abgelegt. Sie bieten uns an, die Papiere per Flugzeug nach Maun zu schicken und dort in einem Büro für uns zu hinterlegen. Zufällig startet heute ein Flugzeug vom „Bush-Airport“ der Haina Lodge nach Maun – wir haben also Glück im Unglück. Später holen wir dann die Papiere in dem vereinbarten Büro ab.

Als Unterkunft haben wir uns die Okavango-Riverlodge ausgesucht, 12 Kilometer außerhalb Mauns gelegen. Die Campsites liegen sehr idyllisch am Fluss und der vielfach zitierte Lärm in den Lodges vor Maun bleibt glücklicherweise auch aus. Malerisch geht die Sonne über dem Thamalakane River unter. Im Fluss tummeln sich zahlreiche Krokodile, was die einheimischen Kinder dennoch nicht daran hindert, hier zu baden!

Abends nehmen wir unser Dinner in der Bar der Lodge ein, das T-Bone Steak ist nicht gerade eine Offenbarung, Corinnas Pasta hingegen ganz ok! Wir kommen ins Gespräch mit einer Australierin, die fünf Wochen als Volunteer in Khumaga gearbeitet hat – dort werden wir auch noch Station machen. Sie macht uns schon einmal Geschmack auf das reiche Wildlife in der Gegend rund um den Boteti River.


20. September 2013, Maun – CKGR, Kori Pan

"Cry of the Kalahari" - Auf den Spuren von Delia & Marc Owens
Wie üblich werden wir geweckt vom Konzert der Vögel. Von früh bis spät ist im ganzen südlichen Afrika der Ruf der Capturteltauben omnipräsent, aufgrund ihres Gurrens auch „Work Harder Bird“ genannt. Aber auch viele ungewöhnliche Vogelstimmen sind zu vernehmen – der Thamalakane River ist ein Eldorado für „Birder“. Nach einem schnellen Frühstück fahren wir auf den gleichen Weg zurück bis nach Kuke Corner. Da wir aus Richtung Maun kommen, müssen wir an der Veterinärkontrollstation mit der Inspektion unseres Kühlschranks rechnen. „Rotes Fleisch“ darf nicht den Veterinary Fence passieren. Einen Kilometer vor der Station verstecken wir unsere Rinderfiletpakete in einer unserer Taschen. Am Vet-Fence werden Schuhe und Reifen des Autos desinfiziert. Wir müssen uns in ein Registerbuch eintragen und verneinen brav die Frage, ob wir rotes Fleisch mit uns führen – dann dürfen wir passieren. Einen Kilometer hinter der Kontrollstation packen wir unser Fleisch zurück in den Kühlschrank! Von Kuke Corner sind es noch 20 Kilometer bis zum Matswere Gate, dem Eingang zur Central Kalahari. Wir zeigen dem freundlichen Beamten unsere Permits und tragen uns erneut in ein Register ein. Nochmals wird uns durch einen Bigfoot-Mitarbeiter, der direkt am Gate arbeitet, erklärt, dass Sunday Pan ausgebucht sei und wir nicht wechseln können. Einen Versuch war es wert!


Bigfoot betreibt diverse Campsites in der Kalahari, unter anderem die beiden attraktivsten Camps im CKGR in unmittelbarer Nähe zu einem Wasserloch Sunday Pan sowie Piper´s Pan.

Die Central Kalahari gehört zu den größten zusammenhängende Sandfläche der Welt, ist jedoch streng genommen keine klassische Wüste wie zum Beispiel es die Sahara ist. In der Kalahari sind unterschiedliche Vegetationszonen anzutreffen, in erster Linie ist sie eine Trockensavanne, die viele Pfannenlandschaften, ausgedehnte Grasebenen, fossile Flussläufe und sogar kleine Wälder aufweist. Die Kalahari zeichnet sich vor allem durch grenzenlose Einsamkeit aus, in der allerdings eine erstaunliche Artenvielfalt an Tieren zu entdecken ist. Das Central Kalahari Game Reserve (CKGR) ist das zweitgrößte Schutzgebiet der Welt.

Die 38 Kilometer bis zum legendären Deception Valley (=Tal der Täuschungen) sind für unseren 4x4 kein Problem. Unterwegs sieht man überall an den trockenen Sträuchern und Bäumen, wie sich zartes Grün nach und nach durchsetzt. Es hat seit Monaten hier nicht geregnet und der Boden ist ringsum staubtrocken! Die Kalahari-Pflanzen sind ebenso perfekt an diese unwirtlichen Bedingungen angepasst, wie die zahlreichen Tierarten, die ihren Lebensraum hier haben. Zur Regenzeit verwandelt sich das karge Tal in ein riesiges Grasmeer.


Schließlich überqueren wir den Rand des fossilen Flusslaufes von Deception Valley und werden direkt von einer Oryx-Antilope, die unter Akazien Schutz vor der Gluthitze sucht, begrüßt. Mit großer Begeisterung haben wir das Buch des amerikanischen Ehepaars Delia und Mark Owens, „Cry of the Kalahari“ gelesen. Sie haben im Deception Valley von 1974 – 1981 unter primitivsten Bedingungen die Lebensweise der Braunen Hyänen und der Kalahari-Löwen erforscht.

 

Bei der Durchfahrt entdecken wir viele Tiere, unter anderem niedliche Steinböckchen mit ihren großen dunklen Kulleraugen sowie possierliche Borstenhörnchen.

Unser Ziel ist heute aber zunächst die Sunday Pan, bei der wir ja aufgrund unserer Autopanne leider nicht übernachten können. So wollen wir doch wenigstens tagsüber hier einige Zeit verbringen. Die Campsites der Sunday Pan sind besonders beliebt, da sie in der Nähe eines Wasserloches liegen und die Chance, Löwen, Leoparden oder Geparden in den frühen Morgenstunden oder am Abend zu Gesicht zu bekommen, besonders groß ist. Zur Mittagszeit treffen wir am Wasserloch eine Gruppe von Oryx-Antilopen sowie einige Springböcke an. Wie alle anderen Wasserstellen der Kalahari handelt es sich um ein künstlich angelegtes Wasserloch, das durch eine solarbetriebene Pumpe mit Wasser bestückt wird. Wir richten uns am Wasserloch häuslich ein und bereiten erst einmal einen Salat zu. Ein kleines selbst konstruiertes „Wasserloch“, aus einem abgeschnittenen und eingebuddelten Wasserkanister bestehend, soll uns Vögel vor die Kamera locken. Tatsächlich bevölkern nach einer Weile unzählige Vögel unsere kleine Tränke, zumal es hier leckeres Süßwasser gibt, während das Wasserloch lediglich vom salzigen Kalahari-Grundwasser gespeist wird. Unter anderem interessieren sich zahlreiche Kalahari-Spatzen, aber auch farbenfrohe Rotbauchwürger für die unverhoffte Wasserquelle. Später sichten wir auch noch eine Weißflügeltrappe und eine immer wieder schön anzuschauende farbenprächtige Gabelracke.

 
Crimson-Breasted Shrike (Rotbauchwürger)   /   Great-Sparrows, White-Browed-Sparrow-Weavers, Männchen und Weibchen


Northern Black Korhaan (Weißflügeltrappe)        /         Lilac-breasted Roller (Gabelracke)

Gegen Nachmittag brechen wir auf zu unserer gebuchten Campsite, Kori Pan 4. Kori Pan ist einer der staatlich betriebenen Camps. Das Plätzchen liegt sehr idyllisch und leicht erhöht, mit Blick auf das weitläufige Deception Valley.

Wie auf den meisten Campsites im CKGR gibt es hier ein Plumpsklo aus Stein sowie einen befüllbaren Eimer mit einem Duschkopf. Wenn einem bewusst wird, welch kostbares Gut Wasser an diesem Ort ist, kommt man ohne Weiteres mit maximal fünf Litern Wasser während des Duschens inklusive Haarewaschen aus!

Abends am Lagerfeuer grillen wir Rinderfilets, dazu gibt es Kartoffeln mit Kräuterquark. Es ist stockdunkel, da der Mond durch Wolken bedeckt ist. Natürlich wissen wir, dass Raubkatzen Feuer meiden und eigentlich auch den Geruch von Menschen nicht mögen. Dennoch befällt uns ein leicht mulmiges Gefühl, da wir zahlreiche Raubtiere um uns herum wissen. Regelmäßig scannen wir den Busch nach funkelnden Augen ab, in unmittelbarer Nähe entdecken wir allerdings heute keine.


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