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Caprivi-3

11. April 2014 – Safari auf dem Kwando

Corinnas verpasste Chance, ihre Lieblingsszene aus „Out of Africa“ nachzuspielenHeute startet die dreitägige Tour auf dem Kwando mit Dan. Wir packen unsere sieben Sachen zusammen. Außer unsere persönlichen Sachen brauchen wir an nichts zu denken. Dan sorgt für Vollverpflegung und all die Dinge, die für die Errichtung des Camps benötigt werden. Die Tour kostet 3.050 NM $ p.P. und wird grundsätzlich mit nur einer Gruppe durchgeführt - eine Vermischung von Gästen lässt er nicht zu. Auf diese Weise kann er auf individuelle Wünsche und Vorlieben der Teilnehmer optimal eingehen. Die Campsite ist für Dan eigentlich nur ein Nebengeschäft, sein Hauptinteresse liegt hauptsächlich auf den Aktivitäten auf den Kwando Channels.

Diverse Cooler-Boxes, Lebensmittel und Campingutensilien werden auf dem Boot verstaut – eine Ausrüstung, gefühlt wie für eine dreiwöchige Expedition. Schließlich sind wir gegen 10.30 Uhr startklar. Begleitet werden wir von William, einem Angestellten von Dan, der in einem der benachbarten Villages lebt. Es dauert nicht lange, da stoßen wir auch schon auf die erste Hippofamilie. Ungefähr zehn große und kleine Augenpaare ragen aus dem Wasser heraus und beäugen uns neugierig. Leider sorgt das trübe Wetter nicht gerade für optimale Fotobedingungen!


Wir legen auf einer idyllischen Insel an. Es erwartet uns eine wahre grüne Hölle! Dan zeigt uns unterschiedliche uralte Bäume, einige davon sind bereits Elefanten zum Opfer gefallen. Die Insel liegt genau auf einem Elefantenpfad, die hier regelmäßig durchziehen. Leider soll hier demnächst eine Lodge entstehen. Das zuständige Conservancy-Management hat bereits seine Zustimmung erklärt. Dan kann die Entscheidung kaum verstehen, da die Lebensgewohnheiten der heimischen Elefanten dadurch stark beeinträchtigt werden. Unter einem Marula-Baum finden wir reife Früchte und kosten sie erstmals in unserem Leben. Eine überreife Frucht ist bereits fermentiert, und man kann den alkoholischen Geschmack wahrnehmen. Es ist allerdings eine Mär, dass Elefanten von fermentierten Marula-Früchten betrunken werden können – dafür ist die Körpermasse von Elefanten natürlich viel zu groß! Zurück am Boot gibt es Lunch mit Brot, Käse, Wurst, Oliven und vielem mehr.

Im weiteren Verlauf sehen wir weitere Hippofamilien in einigen Nebenkanälen. In einem Seitenarm des Kwando stoßen wir auf zahlreiche Elefanten, die im Schilf grasen. Wir lassen uns mit unserem Boot geräuschlos und gegen den Wind vorsichtig an einen jungen Elefantenbullen heran treiben. Auge in Auge stehen wir dem Dickhäuter gegenüber, keine vier Meter entfernt – kaum zu glauben, dass er uns nicht wahrnehmen kann, solange wir uns nicht schnell bewegen oder Geräusche von uns geben. Elefanten sehen extrem schlecht – ihr Geruchssinn ist dagegen fantastisch.



 

Wir setzen unsere Fahrt fort und legen nochmals bei einer weitläufigen Ebene an. Von einem mächtigen Termitenhügel aus kann man das komplette Feld übersehen. Zur Trockenzeit sei die Ebene übervölkert von Tieren – riesige Elefanten- und Büffelherden ziehen hier durch, erklärt Dan. Leoparden und sogar Wilddogs können hier ebenfalls beobachtet werden. Rund um die Kwando-Channels fühlen sich sogar einige Wilddogs-Rudel, die stark vom Aussterben bedroht sind, wohl.

William steuert anschließend unser Boot auf eine winzige, mit Schilf bewachsene Insel. Davor dümpelt ein weiterer Hippo-Clan mit einem mächtigen Bullen. Die Bullen müssen sich ihre Frauen übrigens nicht suchen – je besser das Territorium eines Bullen ist und je stärker er wirkt, desto anziehender wirkt er auf Weibchen, die sich ihm dann anschließen. Geduckt und lautlos schleichen wir uns näher an die Kolosse heran und sitzen eine ganze Weile wenige Meter von der Gruppe entfernt auf dem kleinen Eiland – alle Tiere beäugen uns zwar durchgängig, sind jedoch komplett relaxed. Erst als ein mächtiges Weibchen näher an uns herankommt, ordnet Dan den vorsichtigen Rückzug an.

Häufig wird in Berichten versucht, Hippos als die „Killer Afrikas“ darzustellen. Es ist zwar richtig, dass die meisten tödlichen Wildtier-Unfälle mit Hippos passieren, jedoch haben immer die Opfer die Angriffe durch ihr falsches Verhalten selbst ausgelöst. Die meisten Unfälle passieren, wenn sich in der Dämmerung Menschen zwischen Hippo und Wasser stellen und die Tiere keine Rückzugsmöglichkeit sehen. In diesen Fällen greifen Hippos sofort an, rennen ihre Opfer über den Haufen oder rammen ihre messerscharfen Zähne in den Körper. Auch ereignen sich regelmäßig fatale Zwischenfälle in Mokoros (Einbäume), die sich vor allem im Okavango-Delta großer Beliebtheit erfreuen. Wir kennen keinen Menschen, der sich mit Hippos besser auskennt als Dan, und er selbst würde sich niemals in ein Mokoro setzen, wenn sich Hippos im Gewässer aufhalten. Mokoro-Trips sind jedoch ein zu großes Geschäft in Botswana, um dieses Business einzustellen.


Die Dämmerung hat mittlerweile eingesetzt. Auf dem Weg zu unserem ersten Camp entdecken wir einen Kap-Sperlingskauz (African barred owlet) – einen sehr kleinen ohrlose Nachtvogel. Dan hat auf seinem Handy eine App (Roberts – African Birds), in der alle afrikanischen Vögel verzeichnet sind, und mit der auch der Ruf der Tiere abgespielt werden kann. Damit lockt er den kleinen Nachtvogel an, damit wir Fotos schießen können. Wieder einmal kommen wir mit Dan auf Corinnas Lieblingsfilm „Jenseits von Afrika“ zu sprechen und ich erzähle von der berühmten Filmszene und ihrem noch immer „unerfülltem Traum“: Zu Mozartmusik sich im afrikanischen Busch von einem Traummann die Haare waschen zu lassen! „Robert Redford und ein Grammophon sind zwar nicht verfügbar, der Rest lässt sich aber schon arrangieren“, scherzt Dan (die Mozartmusik befindet sich sogar auf meinem Handy und könnte eingespielt werden!). Corinna verzichtet am Ende dann jedoch dankend auf das freundliche Angebot!

Wir erreichen unseren Schlafplatz. Die Zelte stehen noch von der vorherigen Gruppe an dieser Stelle, so dass wir das Camp nicht aufbauen müssen. Während William und Dan das Abendessen vorbereiten, dürfen wir bei einem kühlen Bier relaxen und die ruhige Abendstimmung genießen. Ein stilvoller Tisch wird gedeckt und dann gibt es scharfes Hühnchen und Gemüse aus dem Potjie – eine Mavunje Camp Spezialität. Für romantisches Licht sorgen zwei Petroleumleuchten. Unser „Bett“ im Zelt, bestehend aus einer guten Campingmatratze und einem darauf liegenden Schlafsack ist bequem – so viel Luxus hatten wir auf dieser Tour gar nicht erwartet. Die Krönung allen Komforts aber ist eine Bush-Toilette inklusive Toilettenstuhl! 

 


12. April 2014 – Boots-Safari auf dem Kwando

Ein verregneter Tag auf dem Fluss

Es regnet die ganze Nacht durch. Aus diesem Grund verschieben wir den geplanten frühen Aufbruch. Als der Regen dann doch noch etwas nachlässt, machen wir uns ein erstes schnelles Frühstück, eine Tasse Kaffee und Rusks, in der Hoffnung, am Morgen viele Vögel und auch andere Tiere zu sehen. Daraus wird nichts - die meisten Tiere verstecken sich vor dem Regen im dichten Busch. Dann zeigt uns Dan doch noch etwas Interessantes: Auf einer Ebene entdecken wir eine Herde Letschwe-Antilopen mit einem einzelnen Wasserbock. Die meisten Wasserböcke sind vor einigen Jahren aus der Gegend verschwunden, kein Mensch weiß warum. Nur dieser eine Wasserbock ist geblieben und fühlt sich merkwürdiger Weise bei der Letschwe-Herde pudelwohl. Dan ist sich sogar sicher, dass sich der Bock bereits mit einer Letschwe-Kuh gepaart hat – er „habe bereits merkwürdig aussehende Antilopen in der Gegend gesehen“! Mittlerweile hat die Conservancy Hundert Wasserböcke aus anderen Gegenden am Kwando wieder angesiedelt – der „kuriose Bock“ ist dennoch bei seiner Letschwe-Herde geblieben und zeigt nach wie vor an seinen eigenen Artgenossen kein Interesse.



Zurück am Lager gibt es ein ausgedehntes Frühstück mit French Toast, geschmorten Tomaten und Speck. Danach bauen wir das Lager ab und verstauen alles im Boot. Auf der Weiterfahrt in Richtung Horseshoe, einer 180 °Grad Biegung eines Flussarmes, im Bwabwata Nationalpark gelegen, beobachten wir noch zahlreiche Hippos. Es regnet immer noch ununterbrochen. Mitte April ist die Regenwahrscheinlichkeit in der Caprivi-Region normalerweise nicht so hoch – so ein Pech!!! Für unser zweites Nachtlager werden wir vor die Wahl gestellt: Komfortcamp vs. Bushcamp. „Bushcamp“ posaunt Corinna spontan aus – schließlich sind wir keine Weicheier! Wenn wir uns für das Komfortcamp entschieden hätten, wären wir in den Genuss heißer Duschen im Nambwa Community Camp gekommen. Nun werden wir uns wieder eine Campsite irgendwo in der Wildnis suchen.


Bei unserem abendlichen Gamedrive führt uns Dan zu einer Lichtung, wo sich häufig Wilddogs aufhalten. Der Zeitpunkt ist eigentlich optimal, da der Regen gerade aufgehört hat und die Beutetiere aus dem Busch herauskommen, um sich in der Sonne zu trocknen. Leider haben wir heute Abend kein Glück. Immerhin sehen wir einige Schreiseeadler und farbenfrohe Afrikanische Zwergenten aus nächster Nähe.


Schreiseeadler (Fish Eagle)    /     Afrikanische Zwergente (African Pygmy Goose)

Wir errichten unser Camp in einer Flussschleife, von der Dan berichtet, „hier lebe das größte Krokodil (über 5 Meter groß), das er je in den Kwando Channels gesehen habe“. William hat offenbar großen Respekt vor dem Krokodil, denn er zieht es vor, sein Zelt ein kleines Stückchen vom Fluss entfernt zu errichten. Unser Zelt ist ebenfalls gute zehn Meter entfernt – so weit wagt sich normaler Weise kein Krokodil aus dem Wasser – hoffen wir jedenfalls!

Pünktlich zum Abendessen hat der Regen aufgehört. Nachdem das Campfire entfacht ist, gibt es ein Braai mit Burenwurst und Rib-Eye Steak, dazu Braai-Brot (gegrillt mit Käse, Zwiebeln und Tomaten). Zahlreiche große Glühwürmchen umschwirren uns. Wir haben sehr interessante Gespräche mit Dan am Lagerfeuer. Unter anderem erklärt er uns die Bedeutung des Huntings in Conservancies. Natürlich ist Dan ebenso wie wir ein scharfer Gegner jeglicher Jagdgenehmigungen, dennoch wäre die Arbeit in vielen Conservancies ohne das horrende Geld armeseliger Trophäenjäger sehr viel schwerer nur möglich. Es ist für uns kaum nachvollziehbar, das irgendwelche Irren 30.000 NAM $  für die Abschussgenehmigung eines Hippo-Bullen, zuzüglich der Kosten für Unterkunft, Bootstransfer etc. bezahlen, um sich dessen Kopf an die Wand zu nageln. Sogar Ungeübte wie wir, die noch niemals in ihrem Leben ein Gewehr in der Hand gehalten haben (und auch niemals halten werden ...), könnten ohne jegliches Problem ein Hippo abschießen! Wo um alles in der Welt liegt nun die Herausforderung eine solche Jagdtrophäe zu erbeuten? Wir werden die Gedankengänge dieser kopfkranken Menschen nie ergründen können! Jedoch würden wir uns sehr wünschen, dass die Erhaltung dieser einzigartigen Natur auch ohne ("touristische") Jagdaktivitäten funktionieren würde. Ein gutes Stück voran käme man sicherlich, wenn ausgebildete Manager den Conservancies voranstehen würden, die das wenige zur Verfügung stehende Geld sinnvoll verwalten und es sich nicht in die eigene Tasche stecken. Doch davon ist man in Namibia unglücklicherweise allerorts ein ganzes Stück entfernt!


13. April 2014 – Boots-Safari auf dem Kwando

Abschied vom Kwando

Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Es regnet beim Aufstehen nicht! Während unseres ersten Frühstücks kommt sogar für einen kurzen Moment die Sonne heraus. Wir bauen unser Camp ab und schon hat uns der Fluss wieder. Wir treffen auf eine große Gruppe Hippos, die sich bei dem kalten Wetter in der Nähe des Ufers im Schilf dicht gedrängt ihren Schlafplatz gesucht haben. Der Motor unseres Bootes hat die Tiere geweckt, nachdem Dan den Motor ausgeschaltet hat, fallen den meisten alsbald wieder die Augen zu. Schlafende Hippos im Wasser haben wir zuvor noch nie gesehen!


Wir fahren zum Nambwa Community Camp, da Dan sich nach dem Fortgang eines Lodge-Bauprojektes vor Ort erkundigen möchte. Das Camp liegt wieder einmal an einem einzigartigen Plätzchen (Unsere Campsite-Empfehlung: No. 2!!!). In absehbarer Zeit werden hier aber neun Chalets entstehen. Ob die Idylle dann hier erhalten bleibt, bleibt fraglich. Wir trinken am Ufer noch einen Tee, beobachtet von einer Meerkatzen-Bande, die sich auf allen Campsites Afrikas wohl fühlen und alles klauen, was nicht niet- und nagelfest ist.

Auf einem letzten Boots Game-Drive halten wir noch einmal erfolglos Ausschau nach Elefanten – in dem gleichen Kanal, in dem wir vorgestern auf die große Herde gestoßen sind. Dafür beobachten wir zahlreiche Blue-cheeked Bee-Eater (
Blauwangenspinte) die sich auf die über dem Kanal schwirrenden Schmetterlinge stürzen.

Auf der Fahrt zurück ins Camp trefen wir noch auf einige Graueisvögel und eine "Hadeda-Truppe", die uns von einer Baumkrone herab ineressiert beäugt. Diese Vögel können einen Heidenspektakel machen, wenn sie in Höchstform sind. Um 1 Uhr mittags ist unser Flussabenteuer dann leider zu Ende und wir entladen das Boot am Mavunje Camp. Den Rest des Tages verbringen wir im Camp und relaxen.

 
Hadeda-Ibis   /    Grauer Eisvogel (Pied Kingfisher)
 

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