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Caprivi-2

9. April 2014 – Divundu - Mavunje Camp (230 Km, 2,5 Stunden)


T4Africa Karte: Divundu - Mavunje Camp

 

Vorbereitung auf unsere Fluss-Safari
Unsere heutige Etappe ist nicht ganz so lang. Nach dem Frühstück machen wir noch einen kurzen Abstecher zu den Popa Falls, den man sich allerdings sparen kann, wenn der Okavango gut gefüllt ist! Das Wort "Popa" leitet sich von Mpupo ab, was soviel heißt wie stürzendes Wasser. Vielmehr als ein paar Stromschnellen sind allerdings nicht zu sehen. Der Okavango „stürzt“ an dieser Stelle ganze drei Meter in die Tiefe. Der Zutritt erfolgt über die Popa Falls Lodge, an der Rezeption entrichtet man 10 NAM $ Entrance Fee.

Über den Trans-Caprivi-Highway fahren wir mitten durch den Bwabwata Nationalpark. Am Straßenrand warnen Schilder vor querenden Elefanten – tatsächlich sehen wir unmittelbar hinter der Kontrollstation Elefanten am Straßenrand friedlich grasen. Der Rest der Strecke ist erneut ziemlich eintönig, die gut befahrbare Straße führt immer schnurgeradeaus!

Der Caprivistreifen ist ca. 450 Kilometer lang und 50 Kilometer breit. Benannt ist er nach dem deutschen Reichskanzler Graf von Caprivi. In der britisch-deutsch bestimmten Kolonialzeit erhielt Deutschland am 1. Juli 1890 von England im Tausch gegen Sansibar neben Helgoland auch den Caprivi-Streifen, der den Zugang von Deutsch-Südwestafrika zum Sambesi garantierte. Die heutige namibische Regierung hat die Bezeichnung Caprivi aus dem Sprachgebrauch gestrichen und umbenannt in Zambezi-Region.

In Kongola biegen wir ab auf die C 49. Nach zwölf Kilometern führt ein kleiner sandiger Pfad zu den
Mavunje Campsites, dem Base-Camp für die „Mashi River Safaris“. Unterwegs werden wir angehalten von Clement, einem nahezu zahnlosen Angestellten. Er erklärt uns, dass er uns schon erwartet habe. Dan, der Besitzer des Mavunje Camps befinde sich bis morgen Mittag auf einer Fluss-Safari, aber er würde uns alles zeigen. Er steigt bei uns ein und wir fahren gemeinsam zum Camp.

Das Konzept des Mavunje Camps garantiert Individualität und Dan hat bei der Errichtung großen Wert auf eine minimale Störung der Umwelt gelegt – ein Camp wie gemacht für uns! Natürlich sind wir wieder einmal die einzigen Gäste. Jede der beiden Campsites (135 NAM $ p.P.) ist mit Strohhütten ausgestattet, die auf einer Landzunge namens Mavunje platziert worden sind. Sie passen sich perfekt in die natürliche Umgebung ein. Zu unserer Campsite gehören eine Dusch- und Toilettenhütte, eine Küchenhütte sowie ein „Dining-Room“ mit toller Aussicht auf die Mavunje Auen und einer Lagune des Kwandos. Clement erklärt, dass noch heute Morgen direkt vor der Hütte mehrere Elefanten den Fluss durchquert haben. Zum Mavunje Camp gehört auch noch ein Tented Camp mit drei Safari Tents.


Wir relaxen an diesem einzigartigen Plätzchen bis die Sonne untergeht. Mittlerweile ist William, ein anderer Angestellter von Dan, eingetroffen und erklärt, dass er heute Nacht auf uns aufpassen wolle – wie beruhigend! Wieder einmal berauschen uns die Farben der untergehenden afrikanischen Sonne, begleitet von dem uns mittlerweile vertrauten Klicken der Frösche in afrikanischen Feuchtgebieten. Heute Abend wird auf offenem Feuer im Potjie eine Sauce Bolognese gekocht – einfach lecker. Corinna meint, während wir am Campfire sitzen, dass sie dieser spezielle Ort an die Memela Bush Lodge in Südafrika erinnert, wo wir einige Tage 2012 verbracht haben. Ich stimme ihr zu und wir stellen fest, dass zwei Menschen in Südafrika ganz besonders dazu beigetragen haben, dass in uns die Liebe für Afrika geweckt worden ist: Zum einen ist dies Willis, der Inhaber der Memela Bush Lodge, der mit uns im iSimangaliso Wetland Park ausgedehnte Wanderungen gemacht hat, zum anderen Sicelo, unser Führer unserer mehrtägigen Walking-Safari im Hluhluwe Park in Kwazulu Natal, einem der wohl charismatischsten und mitreißendsten Guides, die wir je erlebt haben. Ihre Leidenschaft für den afrikanischen Busch hat uns infiziert. Und wenn wir die berauschenden Farben der untergehenden Sonne, die sich in der Lagune des Kwando spiegelt, betrachten, dann versteht man sehr schnell die große "Infektionsgefahr" Afrikas!


 10. April 2014 – Mavunje Camp

Game-Drive im unberührten Mudumu Nationalpark
Heute wollen wir zum nur wenige Kilometer entfernten Mudumu Nationalpark fahren. Die C 49 von Kongola wird gerade asphaltiert – in den Tracks4Africa GPS-Karten ist die Straße noch als Gravelroad ausgewiesen. An der Susuwe Ranger Station werden wir von einem schläfrigen Angestellten in Empfang genommen – wir sind die ersten Besucher und viele werden heute wohl auch nicht mehr kommen. Der Ranger meint, „I´m tired, yesterday it was very busy“. Das Registrierbuch weist fünf Gäste für den gestrigen Tag aus, was im Mudumu Park soviel  wie „busy“ bedeutet! Wir werden im Park nicht ein einziges Fahrzeug zu Gesicht bekommen! Nachdem der übliche Papierkram erledigt ist, entrichten wir unsere 45 NAM $ p.P. für die Permits. Der Mudumu Park ist nicht eingezäunt und in die Migration der Wildtiere aus dem Okavanko Delta integriert.

Im Iwanowski Reiseführer
wird vor der Befahrung in den Mudumu geradezu gewarnt, man solle mit mindestens zwei Fahrzeugen in den Park fahren und detailliertes Kartenmaterial dabei haben – dies wird nicht die einzige Ausführung im Iwanowski bleiben, die wir gar nicht teilen können. Aus unserer Sicht kann man Mudumu um diese Jahreszeit recht gut befahren, wenn auch immer wieder Schlammlöcher passiert werden müssen. Ein GPS-Gerät ist allerdings obligatorisch – manche Pads sind derartig überwachsen, dass die beiden Fahrspuren kaum noch zu erkennen sind. Erstmals spannen wir auch unseren Grasfänger vor dem Kühler auf, der verhindern soll, dass sich Grassamen ablagern und diese durch den heißen Kühler in Brand geraten. Auf diese Weise ist schon so manches 4x4 Auto unerfahrener Safaritouristen in Afrika abgebrannt! Auch reduzieren wir den Reifendruck von 2,5 auf 1,8 Atü, da der Untergrund weich und sandig ist.

Durch das hohe Gras sind natürlich auch die Wildtiere schwer auszumachen. Selbst Elefanten sind nicht auf Anhieb zu entdecken. Wir stoßen auf eine riesige Herde, die trotz unseres großen Abstandes ziemlich nervös wirkt. Das Leittier trompetet zur Warnung in unsere Richtung und läuft ein paar Schritte auf uns zu. Die erfahrenen Tiere haben sicher noch gut in Erinnerung, dass vor noch nicht allzu langer Zeit Wilderer hier ihr Unwesen trieben. Bei den Bauern sind die Dickhäuter zudem bis zum heutigen Tag nicht gerne gesehene Besucher, da sie Felder und Anpflanzungen zertrampeln. Sie vertreiben die Tiere mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln – nachvollziehbar, dass der Naturschutz bei den Einheimischen eine untergeordnete Bedeutung einnimmt, wenn die eigenen Existenz auf dem Spiel steht. Das Erstaunliche bei Elefanten ist, dass sich die Leittiere genau ihre Umgebungen einprägen können und ihr Verhalten entsprechend anpassen. Nur wenige Kilometer entfernt jenseits des Flusses im nahen Chobe Nationalpark in Botswana können die gleichen Tiere in ähnlicher Situation völlig gelassen und relaxed reagieren. Hier haben sie gelernt, dass ihnen von Menschen in Autos keinerlei Gefahr droht.
 

 

Auf einer Ebene schwirren zahlreiche Zwergspinte umher und jagen Schmetterlinge und andere Insekten. Diese farbenfrohen Vögel sind sehr erfolgreiche Jäger. Sie erspähen auf einen erhabenen Ast sitzend ihre Beute, stürzen sich im Sturzflug darauf und schnappen im Flug zu. Kaum ein Insekt entkommt den flinken Vögeln. Aber auch viele andere Vögel sind im Park zu entdecken, natürlich auch die lautstark krächzenden und allgegenwärtigen Rotschnabel-Tokos, Klunkerkraniche und Weißbrauenkuckucke.


Rotschnabeltoko


Klunkerkraniche (Wattled Crane)


Weißbrauenkuckuck (White-browed Coucal)

Kurz darauf stoßen wir auf eine große Impala-Herde. Der Bock röhrt ohrenbetäubend, um zum einen männliche Rivalen abzuschrecken und seine Dominanz auszudrücken. Gleichzeitig signalisiert er damit, paarungsbereit zu sein. Wenig später wird die Herde aufgrund unserer Anwesenheit nervös und  flieht in den Busch.



Wir stoßen auf den Kwando River – am anderen Ufer ist Botswana. Nicht weit davon entfernt haben wir noch vor einem halben Jahr am Linyanti River gecampt. Der Weg ist teilweise nun kaum noch zu erkennen und wir benötigen ein ums andere Mal das GPS-Gerät, um wieder zurück auf den überwucherten Pad zu finden.

Schließlich verlassen wir den Park, da wir noch das Lizauli Traditional Village besuchen wollen. Hier zeigt ein geschäftstüchtiger Familienclan das traditionelle Leben in einem herkömmlichen Caprivi-Dorf (Eintritt 50 NAM $ p.P.). Unser Guide zeigt uns, wie Hirsemehl aus Korn hergestellt wird, wie Fallen für Mäuse, die es auf den Kornbestand abgesehen haben, hergestellt werden oder wie die Frauen kunstvolle Körbe flechten. Höhepunkt ist natürlich das Wirken des Medizinmannes, der mit seiner Heilkunst, aber auch durch Tanz und Gesang Erkrankten helfen soll. Natürlich ist der Rundgang etwas touristisch ausgerichtet, aber wir halten die Unterstützung des Projektes in jedem Fall für wichtig, da die Einheimischen dadurch lernen, vom Tourismus profitieren zu können. Wie schon erwähnt verirren sich in diese Gegend ohnehin nur wenige Touristen.

 

Zurück im Mavunje Camp lernen wir Besitzer Dan kennen, ein Engländer, der seit vier Jahren hier lebt. Wir plaudern eine ganze Weile mit ihm und er erzählt uns unter anderem, dass „Molly´s Kitchen“ deswegen so heißt, da sich in der vergangenen Woche eine Schwarze Mamba im Dachgeflecht verirrt hat und Dan den ungebetenen Gast so benannt hat. Er hat das hochgiftige Tier eingefangen und 25 Kilometer von Mavunje entfernt ausgesetzt. Mambas sind durchaus territorial und er hatte die Befürchtung, dass sich die Schlange an den leckeren Mais in der Küchenhütte erinnern würde und sich hier dauerhaft einnisten könnte. Dann würde sie natürlich zur Gefahr für die Gäste werden - der Biss einer Mamba in dieser Umgebung würde unweigerlich zum Tod führen, da das nächste Krankenhaus mit Gegengift Hunderte von Kilometern entfernt ist. Ab heute werden wir wohl noch ein bisschen mehr hinschauen, wo wir hintreten und vor allem, wenn wir eine der Strohhütten betreten!

Es hat schon wieder angefangen zu regnen. Den ganzen Tag hat es heute immer wieder den einen oder anderen kleineren Schauer gegeben. Die Regenzeit ist halt noch nicht ganz zu Ende. Natürlich hoffen wir, dass es in den kommenden drei Tagen besser wird, da wir mit Dan eine Overnight-Safari machen wollen und in der Wildnis auf dem Kwando unterwegs sind. Unser Campfire kommt aufgrund der Feuchtigkeit nur schwer in Fahrt, so dass wir uns in Geduld üben müssen. Es gibt gegrillten Springbock, dazu in Alufolie gebackenen Gem Squash Kürbis und Kartoffeln. Es regnet mehr oder weniger die ganze Nacht durch – erst gegen Morgen verziehen sich die Wolken und geben die Sicht frei auf den afrikanischen Sternenhimmel.


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