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Cape Vidal

2.11.2012
Wir haben noch den Zeitrhythmus aus der Wildnis verinnerlicht und wachen in aller Herrgottsfrühe auf. Der Frühstücksraum des Santa Lucia Guesthouse gleicht einem kleinen Museum. Überall steht kurioser „Deko-Plünn“ herum, angefangen von einem herrlichen gehäkelten quietschgrünen Teekannenwärmer in Form eines Frosches, über dekorative Serviettenringe mit allerlei Getier bis hin zu kleinen mit Perlen behangenen Häkeldeckchen, die Saft- und Milchkaraffen abdecken. Alles ist jedoch liebevoll gestaltet und immerhin wird ein Stil um ganzen Haus durchgezogen, auch wenn dieser nicht unbedingt unseren Geschmack widerspiegelt! Das Frühstück ist wahrlich als außergewöhnlich gut zu bezeichnen. Es gibt Obst in allen Variationen mit diversen Joghurtsorten, Eierspeisen nach Wahl, selbstgemachte leckere Pancakes, diverse Käse- und Wurstsorten, hausgemachte Marmeladen und vieles mehr.    

Rika und Francoise werden vertreten von Marty, einer reizenden leitenden Angestellten des Hauses. Wir berichten auch Marty von unserem Outdoor-Abenteuer im Umfolozi Park und sie gibt uns ihrerseits Empfehlungen zu unserem geplanten Ausflug zum Cape Vidal. Sie rät uns, nicht in der Nähe der Flussmündung des Umfolozi Rivers im Meer zu baden, da die „Braune Brühe“ des Flusses das Meer unschön einfärbt. Als wir erwidern, dass wir genau dieses Wasser noch vor wenigen Tagen getrunken haben, bekommt sie vor Erstaunen kaum den Mund zu! Wir haben heute Morgen unsere komplette Dreckwäsche von unserem fünftägigen Outdoor-Abenteuer im Umfolozi Park bei Marty abgegeben, und sie hat für uns einen Wäschedienst bestellt, der die Säcke abholt und heute Abend gereinigt wieder ins Guesthouse bringt. Wir zahlen für die beiden großen Wäschesäcke 120 Rand.

Nach dem Frühstück fahren wir zum Bhangazi Gate, dem Eingang zum Eastern Shore Game Reserve. Von hier aus gelangt man über eine asphaltierte Straße in 35 Kilometern zum Cape Vidal. Das Eastern Shore Game Reserve ist Teil des iSimangaliso Wetland Park, Südafrikas drittgrößte Naturpark mit insgesamt 280 Kilometern Küste, von der mosambikanischen Grenze im Norden ausgehend bis zum Kap St. Lucia, südlich der St. Lucia-Mündung. Die Landschaft des 250.000 Hektar großen Weltnaturerbes mit seinen unterschiedlichen Ökosystemen zwischen Meer und Steppe ist paradiesisch schön.


Täglich werden nur insgesamt 120 Fahrzeuge in das Reserve hineingelassen, also sollte man nicht zu spät kommen. Am Gate wird zunächst eine Registrierung vorgenommen und Daten wie Adresse, Passport Nummer, Fahrzeugregistrierung etc. aufgenommen. Unter anderem müssen wir die Frage beantworten, ob wir eine Waffe mit uns führen! Wir schauen uns verwundert an, verneinen und zahlen schließlich  die 55 Rand Entrance Fee pro Person. Der Ranger empfiehlt uns, die Loops entlang der Hauptstraße von Süd nach Nord abzufahren.

Der erste Loop entlang der Straße ist der Pan Loop, der zu einem kleinen See führt. Hier bekommen wir sogleich die ersten Hippos zu sehen. Im verhältnismäßig kleinen iSimangaliso Wetland Park leben mehr Krokodile und Hippos als im weltberühmten Krüger Nationalpark oder auch im Okawango-Delta.

Am anderen Ufer pickt ein farbenfrohes Kronenkranich Pärchen nach Würmern. Diese prachtvollen Tiere können aufgerichtet über einen Meter groß werden.
Überall entlang der Straße sind bunte Vögel, Büffel, Wasserböcke, Kudus, Warzenschweine und auch Nashörner zu beobachten. Die Artenvielfalt, die man hier antreffen kann ist berauschend. Am Mission Rock gelangt man über einen kurzen Spazierweg zu zwei Aussichtspunkten. Außerhalb der ausgewiesenen Walks darf man ansonsten das Auto aufgrund der Hippos, Krokodile und der Leoparden nicht verlassen. Gerade die Hippos darf man nicht unterschätzen. Sie sind äußerst angriffslustig, verlassen allerdings in der Regel nur in den Abendstunden die Gewässer, um nach frischem Grün zu suchen. Dabei dringen sie bisweilen bis in die Vorgärten St. Lucias vor, manch eines ist gar schon in einem Pool eines Ferienhauses gelandet! Durch sie werden erstaunlicherweise die meisten Wildlife-Unfälle mit tödlichem Ausgang in Südafrika verursacht!

Kronenkraniche (Grey crowned Crane)

Über eine Dirt Road kommt man hier hinunter bis ans Meer. Wir setzen uns eine Weile auf die Felsen und genießen den weiten Blick über den heute ziemlich aufgewühlten Indischen Ozean.

An der Catalina Bay kann man über den großen St. Lucia See schauen. Der See gehört zum größten „Estuaries System“ der Welt, einem durch Trichtermündungen mit dem Meer verbundenen Wasserstraßensystem, das fünf verschiedene Ökosystemen beinhaltet: Das maritime Ökosystem, das Küsten-Dünen System, das Seensystem, die Sumpfgebiete sowie eine Ökozone im Inland mit subtropischer Vegetation und Großwildbesatz. Hier tummeln sich zahlreiche Wasservögel auf dem mit Seerosen bewachsenen See.

 
Schwarzhalsreiher (Black headed Heron)    /     Nilgans (Egyptian Goose) und Witwenpfeifgans (White-faced whistling Duck)


                         Rallenreiher (Squacco Heron)                       /                         Wollhalsstorch (Wooly necked Stork)

Wir fahren bis ans Ende des Capes. Hier befinden sich auch ein Campground sowie einige idyllisch gelegene Cottages, die über KZN Wildlife gebucht werden können. Wenn wir noch einmal in St. Lucia Station kommen, werden wir sicher diese Unterkunft dem etwas trubeligen Ort St. Lucia vorziehen. Entlang des traumhaften Sandstrandes kann man ausgedehnte einsame Spaziergänge unternehmen. Wir nehmen ein kurzes Sonnenbad und setzen dann unsere Tour fort.


Der Ezibomvini Loop führt zu den Red Dunes und ist für uns eines der landschaftlichen Highlights des Eastern Shore Game Reserves. Die Gravel Road führt zunächst entlang des Lakes Banghazi, an dessen Ufer wir zahlreiche riesige Krokodile ausmachen, übergehend in eine überwiegend flache sattgrüne Sumpflandschaft, in der wir angestrengt Ausschau nach Leoparden halten. Hier besteht eine gute Chance, diese wundervollen Raubkatzen zu entdecken. Leider haben wir am heutigen Tag keinen Erfolg. Am Pan Loop bewundern wir schließlich noch die untergehende Sonne über der Sumpflandschaft und fahren dann zurück zu unserem Guesthouse.

Wir sind zum Essen verabredet mit Keara und Tor, die nach dem anstrengenden Umfolozi Abenteuer ebenfalls noch zwei Tage in St. Lucia zum Entspannen verbringen. Unsere Wahl fällt auf das Alfredo´s, einem italienischen Restaurant. Wir haben leider Pech mit der farbigen Kellnerin, die uns in einer geradezu unverschämten Art und Weise bedient. Das Essen ist indes sehr gut. Wir ordern unter anderem als Starter ein vorzügliches Gericht mit Hühnchenleber in Soße (40 Rand) sowie als Hauptgerichte  ein Oxtail-Stew (120  Rand) sowie „Fish of the Day“, heute ein Stück Makrelenfilet (85 Rand). Diese besondere Makrelenart kann über einen Meter lang werden, ist eine Spezialität in St. Lucia und schmeckt vorzüglich. Wir haben einen überaus netten Abend mit unseren Reisefreunden aus dem Umfolozi Park, tauschen noch unsere Adressen aus und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen in Dublin oder Hannover.


3.11.2012
Nach dem gewohnt opulenten Frühstück im Santa Lucia Guesthouse beraten wir über das heutige Programm. Es werden verschiedene Hippo Bootstouren in den Kanälen von St. Lucia angeboten, Kostenpunt 170 Rand p.P. Wir befürchten, dass die zweistündigen Fahrten für unseren Geschmack zu touristisch sind und entscheiden, zunächst für einen ausgedehnten Strandspaziergang am Cape Vidal zu unternehmen. Wir zahlen erneut die Entrance Fee und fahren auf direktem Weg zum Cape.

Dort beobachten wir eine ganze Zeit lang eine Gruppe von Grünmeerkatzen, die unter den Kiefern herumtollen. Ein besonderes Markenzeichen dieser Halbaffenart ist, dass die dominanten und größeren Männchen einen knallblau leuchtenden Hoden aufweisen. Auch hier gilt wieder ein viel beobachtetes Phänomen der Tierwelt: Je auffälliger die Farbe des Männchens ist - und das betrifft auch wie gesehen schon einmal "das beste Stück" des Tieres -, desto mehr beeindruckt es damit die Weibchen! Auch sehen wir einige Affenmütter mit wenige Tage alten Affenbabys, die sich unter dem Bauch festkrallen.


 


Grünmeerkatze (Vervet Monkey)

Wir laufen am Strand entlang in nördlicher Richtung. Schon nach 500 Metern haben wir den traumhaften Strand mit den dahinter gelagerten hohen Dünen ganz für uns allein. Wir hoffen am Strand ein paar außergewöhnliche Muscheln zu finden, stellen jedoch schnell fest, dass der Strand am Cape Vidal kein ausgesprochener Muschelspot ist! Am Strand machen wir ein kleines Picknick, bestehend aus Billtong (getrocknetes Wildfleisch), einer südafrikanischen Spezialität, die in jedem gut sortierten Supermarkt zu finden ist sowie aus einem Trockenfrucht-Mix mit Mangos, Datteln, Aprikosen, Bananen und allerlei Nüssen – mit anderen Worten eine Art afrikanisches „Studentenfutter“!


Der Strand am Parkplatz des Cape Vidals ist geschützt durch ein vorgelagertes Riff, so dass man an dieser Stelle gefahrlos baden kann. Auch heute herrscht wieder ein extrem rauer Wellengang. Ich nehme ein kurzes Bad im Indischen Ozean, Corinna ziert sich ein wenig, obwohl das Wasser mit gut 25 Grad genau ihre Temperatur hat. Meine Hoffnungen, in Riffnähe bunte Fische beobachten zu können, erfüllen sich nicht – das Meer ist zu aufgewühlt und trübe.

Auf der Rückfahrt befahren wir nochmals den Loop entlang der Red Dunes, jedoch sehen wir heute nicht annähernd so viele Tiere wie gestern. Aufgrund des kräftigen Windes, der heute herrscht, bevorzugen die Tiere geschütztere und weniger einsehbare Gebiete. Direkt am Ausgang haben wir dann doch noch ein eindrucksvolles Erfolgserlebnis: Direkt am Straßenrand äst ein Black Rhino (Spitzmaulnashorn) an einem stacheligen Strauch. Die Spitzmaulnashörner sind vom Aussterben bedroht und sehr selten geworden, von daher haben wir heute Abend richtig Glück!


Am Crocodile Center, unmittelbar am Gate zum Park, kann man diverse „self guided Walks“ unternehmen. Da es schon kurz vor Sonnenuntergang ist, machen wir lediglich eine kleine Runde über den einen Kilometer langen iMvubu Trail. Am Eingang weisen Schilder darauf hin, dass das Begehen der Trails auf eigene Gefahr erfolgt. Auch hier können Hippos, Leoparden oder Krokodile eine lebensbedrohliche Gefahr darstellen.

Nach der kleinen (und unspektakulären) Runde fahren wir hinunter zum Strand von St. Lucia. Eine Gruppe von Hippos liegt träge im einmündenden Kanal. Ein Bulle reißt bedrohlich sein Maul auf, während es sich ein kleines Kalb auf dem Rücken der Mutter gemütlich macht. Da wir um die Gefahr bei Beginn der Dämmerung wissen, bevorzugen wir nach einem kurzen „Fotoshooting“ den Rückzug. Auf der Rückfahrt wird das bestätigt, was wir bereits in diversen Reiseberichten gelesen haben und vor dem uns auch unsere Gastgeber im Guesthouse gewarnt haben: Ein Hippo grast in aller Seelenruhe in der Pelikan Street, eben der Straße, in der unser Guesthouse liegt. Es ist gerade einmal 18 Uhr und die Sonne ist noch nicht einmal untergegangen. Eine Traube von Fahrzeugen hat sich bereits um das Tier versammelt, um Fotos zu schießen. Nach einer Weile wird uns die Szenerie zu bedrohlich, da sich immer mehr Fahrzeuge um das Hippo scharen. Daher setzen wir unseren Weg fort zu unserem Guesthouse.

Unseren Abschiedsabend in St. Lucia verbringen wir erneut im Reef & Dune. Das Essen ist erneut ok und wir müssen uns auch nicht über eine unverschämte Bedienung ärgern, im Gegensatz zum Vorabend im Alfredo´s.


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