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Caño Negro

12. Februar 2017 – Von Boca Tapada nach Caño Negro

An einem DER Vogel-Hotspots Costa Ricas
Am heutigen Morgen schwirren auch erstmals Aracari-Tukane durch den Garten. Ansonsten findet sich die übliche Vogelschar an den Futterplätzen bei der Lobby ein.

Halsbandarassari (Collared Aracari)

Nach dem Frühstück zahlen wir unsere Rechnung und machen uns dann auf den Weg nach Caño Negro. Eine gute Stunde benötigen wir auf der Schotterpiste zurück nach Pital. In Boca Arenal erhaschen wir schon einmal einen ersten Blick auf den imposanten Arenal Volcano. Hier biegt die Landstraße 35 in Richtung Norden ab. Die letzten zwanzig Kilometer müssen wir nochmals eine mit Schlaglöchern durchsetzte Schotterpiste befahren, bevor wir das kleine verschlafene Nest Caño Negro erreichen. Hier finden sich ausschließlich Naturliebhaber ein, insbesondere Ornithologen, um außergewöhnliche Vögel zu beobachten.

Der Nationalpark Caño Negro liegt im Norden Costa Ricas, nahe der Grenze zu Nicaragua. Das Schutzgebiet umfasst eine Fläche von rund 10.000 Hektar und ist das wichtigste Feuchtgebiet Costa Ricas. Benannt ist der Park nach der Cano Negro Lagune, der sich zur Trockenzeit von Januar bis April in ein ausgedehntes Sumpfgebiet verwandelt und schließlich ganz austrocknet. Die Lagune wird aus dem Rio Frio gespeist und dient dem Fluss gleichzeitig als Überlauf während der Regenzeit.

Das Hotel de Campo liegt an der Lagune und außerhalb der Trockenzeit kann man direkt vom Hotel aus mit dem Boot auf das Wasser. Jetzt aber ist der Wasserstand bereits zu niedrig und man muss für Bootsfahrten zum Anleger im Nationalpark fahren. Das Hotel liegt inmitten eines großen botanischen Gartens, in dem unterschiedlichste Bäume und Sträucher angepflanzt worden sind.


                                                                                                                Rotkehlspecht, Männchen (Cinnamon Woodpecker)

Die Zimmer sind funktionell eingerichtet und verfügen über ein gutes Kingsize-Bett und sogar eine Klimaanlage (95 $ inklusive Frühstück). Nachdem wir einen kleinen Mittagssnack eingenommen haben, unter anderem eine extrem leckere Sopa Negra (aus schwarzen Bohnen), erkunden wir zunächst den zwei Hektar großen Wald, der zum Hotel de Campo gehört. Wir erspähen einen wunderschönen Baird´s Trogon, der auf einem Ast sitzt und sich geduldig von uns fotografieren lässt! Leider dreht er uns den Rücken zu, denn er hat eine knallrote Brust, die er uns aber leider vorenthält! Dieser Trogon ist ziemlich selten, endemisch und kommt normalerweise laut unseres Field Guides und unserer Vogel-App ausschließlich in der südlichen Pazifikregion vor, keinesfalls jedoch in Caño Negro! Später entdecken wir auch noch zwei aneinander kuschelnde Tropical Screech-Owls.


Baird´s Trogon


Choliba-Kreischeule (Tropical Screech-Owl)

Wir kehren zum Hotel zurück und machen es uns erst einmal gemütlich am Pool. Kaum haben wir uns niedergelassen, da gibt uns Mauro, der Hotel-Inhaber, wild gestikulierend zu verstehen, dass er in seinem Garten gerade Spider-Monkeys gesichtet habe. Natürlich eilen wir sofort zu der Stelle und tatsächlich tobt eine ganze Gruppe der Kletterkünstler durch die Baumwipfel. Es ist immer wieder spektakulär, die Turnkünste und Sprünge von Baum zu Baum dieser Spezies in luftiger Höhe zu beobachten! Ein Fehlgriff kann für die Tiere durchaus tödlich enden!

Zum Dinner setzen wir uns an den Tisch eines allein reisenden Schweizer Tierarztes und haben nette Gespräche über Gott und die Welt, insbesondere natürlich über die bisherigen Reiseerlebnisse in Costa Rica. Wir bestellen frischen Tilapia, der direkt aus dem Becken des Hotels kommt. Caño Negro ist schon ein vergleichsweise kostspieliger Spot - so auch das Restaurant des Hauses. Die Gerichte sind aber solide und gut.



13. Februar 2017 – Caño Negro

Bootsfahrt auf dem Rio Frio
Die beste Möglichkeit, sich durch den Nationalpark Caño Negro zu bewegen, ist sich ein Boot mit Guide zu mieten. Im Dörfchen gibt es eine Reihe von Anbietern, wir buchen jedoch direkt in unserem Hotel (60 $ für ca. zwei Stunden). Der Eintritt in den Nationalpark beträgt 10 $, das verfallene Kassenhäuschen am Parkeingang ist jedoch in der Regel verwaist. Alonzo, unser Guide, holt uns vom Anleger ab. Leider ist es heute Morgen bedeckt, so dass nicht gerade optimale Fotobedingungen herrschen. Wir befahren den mit Mangroven bewachsenen Río Frío und entschließen uns auf dem Wasserweg die üppige Vogelwelt.

Am Flussufer mussten leider große Teile des Regenwaldes und des Marschlandes Viehweiden weichen, dadurch konzentriert sich die Fauna auf den schmalen Streifen entlang des Flusses. Alonzo hat ein fantastisches Auge und zeigt uns die unterschiedlichsten Wasservögel, die sich zum Teil im dichten Mangrovengewirr versteckt halten - ohne ihn hätten wir einige von ihnen sicher niemals erspäht. Unzählige Kingfisher schwirren krächzend über das Wasser oder tauchen blitzschnell ein, um kleine Fische zu erbeuten. Auch den niedlichen Pygmy Kingfisher, mit gerade einmal 13 Zentimeter der kleinste Kingfisher Costa Ricas, sehen wir einige Male.


Amazon Kingfisher (female)         /              Zwergkönigsfischer (Pygmy Kingfisher, female)


Rotschulterstärling (Red-winged Blackbird)              /                 Nacktkehlreiher (Bare-throated Tiger-Heron)


Cayenneralle (Gray-necked Wood-Rail)             /                Silberreiher (Great Egret)

Auch ungewöhnliche Vögel, wie der Boat-billed Heron beäugen uns neugierig vom Ufer aus. Kaimane wärmen sich in der Sonne auf und lassen sich auch nicht durch unser Boot dabei stören.


                                          Kaiman                                    /                                       
Kahnschnabel (Boat-billed Heron)

Wir fahren zurück zur Lodge, frühstücken und machen uns anschließend nochmals zu Fuß auf, um ein bisschen entlang der Lagune zu laufen. Mit Gummistiefeln ausgerüstet kämpfen wir uns entlang des mittlerweile nahezu ausgetrockneten, wenn auch noch morastigen Lagunenufers. Es macht sehr viel Spaß, in dieser tollen Landschaft auf eigene Faust Flora und Fauna zu entdecken.


Amerikanischer Stelzenläufer (Black-necked Stilt)

Wir beobachten Fischer in der Lagune, die bis zum Hals im Wasser stehen - eine interessante Art und Weise zu angeln.

Schließlich kommen wir am Eingang des Nationalparks heraus und besuchen den dortigen Schmetterlingsgarten, nichts weiter, als ein kleines, mit einem Netz abgedecktes Areal, in dem Blumen des Regenwaldes blühen und auf denen sich die verschiedensten bunten Schmetterlinge gütlich tun. Natürlich dürfen auch die wundervollen Blue Morphos nicht fehlen, die allerdings in „aufgeklapptem Zustand“ kaum zu fotografieren sind. Wenn sie sich niederlassen, klappen sie zumeist sofort ihre Flügel zusammen. Auf der Unterseite sind sie unscheinbar bräunlich und mit einem „Auge“ versehen – ein Täuschungsmanöver für Fressfeinde, um die lebenswichtigen empfindlichen Organe zu schützen und das einige andere Schmetterlingsarten ebenfalls aufweisen!


Grey Cracker (Hamadyras februa)              /                Cream Spotted Tigerwing

Zurück an unserem Hotel relaxen wir eine ganze Weile. Auch heute toben am späten Nachmittag wieder Spider Monkeys durch die Bäume des Gartens. Sie lieben die Blüten des Ylang Ylang Baumes, die abends einen betörenden Duft abgeben - übrigens die Basisingredienz für das berühmte Parfüm Channel No. 5! Mauro führt uns durch seinen Botanischen Garten und zeigt uns einige Heilpflanzen, unter anderem einen „Dragonblood Baum“, dessen blutroter Saft antiseptische Wirkung hat. Man kann den Saft aus der Rinde gewinnen, wenn man sie anritzt - nach dem Verreiben bildet sich ein weißlicher Film. Ich probiere es direkt an einem meiner zahlreichen Moskitostiche mit Erfolg aus. Der Garten ist ein Eldorado auch für Chachalacas (Braunflügelguan), die in den Bäumen für einigen Wirbel sorgen!

Gegen Abend genießen wir bei einem Sundowner (ein Imperial Bier) die Ruhe über dem Rio Frio am Bootsanleger des Nationalparks. Einige Green-Kingfisher jagen noch immer unermüdlich über die Wasseroberfläche und schießen dann und wann in die Fluten, um Fische zu erbeuten. Andere Vögel wiederum suchen sich bereits ihre Schlafplätze – ganz in unserer Nähe lassen sich Hunderte von Snowy Egrets auf ihrem Schlafbaum nieder und färben den Baum weiß ein. Nach dem Abendessen, das wir wiederum im Hotel einnehmen, fallen wir nach diesem ereignisreichen Tag todmüde ins Bett.


 

14. Februar 2017 – Von Cano Negro nach Santa Elena

Ein Agami-Reiher und Birding-Glücksgefühle
Da die gestrige Bootstour auf dem Rio Frio uns derartig begeistert hat, wiederholen wir sie heute Morgen direkt noch einmal. Wieder geht es in aller Herrgottsfrühe um sechs Uhr los. Heute haben wir strahlend blauen Himmel und somit optimales Fotolicht. Auf dem Weg zum Anleger sichten wir einen Jesus Christ Lizzard, der kurze Strecken über Wasser laufen kann und daher diesen Namen erhalten hat.

Ich frage unseren Guide Alonso nach dem extrem seltenen Agami-Reiher, der in Cano Negro heimisch ist. Er gibt mir zu verstehen, dass wir am Ende unserer Tour versuchen werden, ihn zu finden. Diese Reiherart ist immer für eine kurze Zeit von ungefähr zwei Wochen an der gleichen Stelle anzutreffen und natürlich informieren sich die Guides gegenseitig über aktuelle Positionen. Wir fahren zunächst den südlichen Teil der Lagune ab, der landschaftlich traumhaft schön ist.


Natürlich sehen wir wieder die üblichen Verdächtigen, aber auch zahlreiche neue Vögel bekommen wir vor die Linse. Am Flussufer gehen einige Einheimische einer ihrer Hauptbeschäftigungen nach, dem Angeln.


Brauner Sichler (Glossy Ibis)                                                                                                                           


Amazon Kingfisher (male, female)                /                 
Silberreiher (Great Egret)


White Ibis

In Caño Negro sind auch viele Sportangler unterwegs auf der Suche nach dem ultimativen Tarpun. Der Tarpun ist ein urtümlicher Knochenfisch, der bis zu 2,5 Meter lang werden kann. Tarpune werden übrigens von den Sportanglern, die häufig eine Menge Geld für ihre Leidenschaft ausgeben, keinesfalls verspeist, sondern nach dem Trophäen-Foto wieder lebend in den Fluss geworfen.

Über den Fluss fahren wir zurück, vorbei am Hotel und nach einiger Zeit in einen schmalen Seitenarm hinein. Ein anderes Boot „ankert“ hier bereits und einige Birder sind ausgestiegen, und schießen Fotos. Der Guide des anderen Bootes gibt uns zu verstehen, dass er im hinteren Bereich des Seitenarms einen Agami gesichtet habe. Durch tiefen Morast kämpfen wir uns zu Fuß einige Meter voran und dann sehen wir einen Agami einige Meter vor uns in den Mangroven sitzen. Auch wenn wir keine fanatischen Birder sind, ist es auch für uns ein sensationelles Gefühl, einen solch seltenen und wunderschönen Vogel zu Gesicht zu bekommen.


Speerreiher (Agami-Heron)

Mit Glückshormonen gespeist machen wir uns auf den Rückweg – auch der erneut einsetzende Regen kann uns dieses erneut grandiose Naturerlebnis nicht ansatzweise vermiesen.


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