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Blyde Canyon

Blyde Canyon – Tag 1
Von White River bis nach Graskop benötigen wir eine gute Stunde. Die Straße ist bereits Teil der Panoramaroute, die als eine der schönsten Strecken Südafrikas gilt. Bis Graskop können wir diese Aussage jedoch nicht uneingeschränkt bestätigen, beherrschen doch wiederum die für die Holzwirtschaft bestimmten Monokulturen, wie zum Beispiel Eukalyptus-Plantagen das Bild.

Wir werden das Gefühl nicht los, dass die Südafrikaner ihr Land – zumindest in dem von uns bereisten Teil - mit dem Anbau von schnell wachsenden Gehölzen ziemlich sinnfrei ausbeuten! Wir kaufen im Spar Supermarkt von Graskop einige Dinge für ein Picknick ein und finden in einem der Curio Shops, in denen einheimisches Kunsthandwerk angeboten wird, drei schöne Bilder auf Leinwand mit afrikanischen Motiven, die unser Heim sicher verschönern werden.

Ab Graskop befinden sich an der Panoramaroute (R 532) diverse Stichstraßen, die zu Wasserfällen oder aussichtsreichen und spektakulären Ausblicken in den 33 Kilometer langen Blyde Canyon führen. Unmittelbar hinter Graskop führt ein Loop zu zwei Viewpoints. Warum einer der Aussichtspunkte „God´s Window“ heißt, erschließt sich daher dem Besucher schnell, befindet man sich doch auf einer Höhe von ca. 2.000 Metern über dem Meeresspiegel und kann von hier aus einen unglaublich weiten Ausblick auf das Lowveld genießen. Hier sollte man in jedem Fall den „Wonderview“ dem Viewpoint von „God´s Windows“ vorziehen, da in Letzterem Busladungen von Touristen abgesetzt werden und zahlreiche Souvenirhändler auf Kundschaft lauern, während man den „Wonderview“ mehr oder weniger für sich alleine hat.

 Knapp zwanzig Kilometer hinter dem God´s Window Loop befindet sich ein View Point, der nicht auf der Reiseroute der Touristenbusse steht, den wir aber für einen der sehenswertesten Punkt im Blyde Canyon halten. Wir stellen unser Auto vor einer verrosteten Stahlbrücke ab und klettern über Felsen auf der rechten Seite des Blyde Rivers stromabwärts zu einem fantastischen Wasserfall. Diesen Blick muss man sich im Gegensatz zu den meisten anderen Viewpoints erarbeiten, dafür kann man diesen großartigen Ort ohne lärmende Touristenheerscharen genießen!


Wir verweilen eine Zeit lang auf einem Felsen oberhalb der Wasserfälle und laufen dann zurück zu der kleinen Dustroad, an dessen Ende sich die Pot Luck Bush Kitchen befindet. Hier wird über offenem Feuer in verrosteten alten Autofelgen typisch afrikanische Cuisine gekocht bzw. gegrillt (von 12 – 15 Uhr). Man sitzt idyllisch an dem an dieser Stelle gemächlich dahin plätschernden Blyde River. Lucky, die freundliche Bedienung, gibt uns bereitwillig Auskunft über seine „Bush Kitchen“ und serviert uns eine kühle Coke Light.

Der nächste Stopp sind die Bourkes Luck Potholes, deren Name von einem glücklichen Goldgräber herrührt, der an dieser Stelle eine Mine erreichtet hat. Wir entrichten zunächst 55 Rand „Entrance Fee“ und fahren dann zu einem Parkplatz, an dem zahlreiche Souvenirhändler aufgebaut sind. Die bizarren Potholes haben sich gebildet beim Zusammentreffen der Wasserstrudel des Blyde und des Treur Rivers und werden ziemlich von allen Sightseeing-Bussen angesteuert. Unglücklicherweise trifft zusammen mit uns einer dieser Busse auf dem Parkplatz ein und ein Ameisenhaufen von Touris verteilt sich sogleich auf die diversen Aussichtspunkte. Wir hören in der halben Stunde bei den Potholes mehr deutsche Töne als in den gesamten zwei Wochen zuvor! Dennoch sind die Potholes ein wahrhaft magischer Ort, der uns ein wenig an die ausgewaschenen Felsen des Antelope Canyons im Südwesten der USA erinnern. Empfehlenswert ist ein Besuch der Potholes zur Mittagszeit, da die senkrecht stehende Sonne den Canyon zu diesem Zeitpunkt optimal ausleuchtet (leider wissen das die Busfahrer auch!).

Bei der Lowveld Viewside machen wir ein Lunch Picknick unter einem schattigen kleinen Baum. Obwohl wir uns auf 2000 Meter Höhe befinden, zeigt das Thermometer heute Mittag über 30 Grad an. Auf den Felsen vor uns kämpfen zwei Siedleragamen um ihr Revier. Die Männchen bekommen zur Paarungszeit einen leuchtend blauen Kopf. Auch einige der endemischen Natal-Plattgürtelschweife mit ihrer ungewöhnlichen orange-grünen Färbung nehmen auf den aufgeheizten Felsen ein Sonnenbad. Von hier aus kann man bereits die berühmten „Three Rondavels“ sehen. Wir laufen hinab bis zur Abbruchkante des Canyons. Der Blyde Canyon ist der drittgrößte Canyon der Welt, dennoch stellen wir fest, dass die Sprachlosigkeit angesichts der Szenerie, die wir vor einigen Jahren beim Grand Canyon empfunden haben, an dieser Stelle bei uns ausbleibt. Dennoch ist der Blyde Canyon in jedem Fall ein Wunder der Natur und einen Ausflug wert!


Auch bei den berühmten Three Rondavels, drei zylinderartige Felsen auf der gegenüber liegenden Canyonseite, die ihre Namensgeber an die Dächer der typisch afrikanischen Rundhütten erinnerten, herrscht reger Betrieb.


Beim Parkplatz oberhalb der Viewpoints, an dem erneut zahlreiche einheimische Händler Kunsthandwerk anbieten, entlassen wieder zahlreiche Busse ihre überwiegend deutschen und französischen Touristen. Nur von diesem Punkt aus kann man die drei Fels-Rondavels in ihrer Gesamtheit betrachten. Auch hier ist ein Eintrittsgeld von 25 Rand pro Person zu entrichten. Die Three Rondavels sind ein bemerkenswerter Ort, da der Blyde River tief unten in der Schlucht eine 180 Grad Kurve beschreibt und der Flusslauf vom Aussichtspunkt aus nahezu komplett sichtbar ist.


Blyde Canyon – Tag 2

Nach einem gemütlichen Frühstück in unserer Lodge machen wir uns erneut auf den Weg zum Blyde Canyon, um eine Wanderung hinunter in den Canyon zu machen. Es gibt nicht mehr all zu viele Möglichkeiten, im Canyon zu wandern oder gar eine Mehrtagestour zu unternehmen. In Graskop haben wir uns bei unserem ersten Besuch bei der Touristeninformation erkundigt und dort die Auskunft erhalten, dass die Hikes eingestellt worden seien. Auch gibt es nirgendwo brauchbares Kartenmaterial, so dass auch Hikes auf eigene Faust schwierig sind. Es gibt wohl einen Trail, der bei der Blyde Canyon Lodge (Aventura Ressort) beginnt. Informationen sind in der Lodge erhältlich.

Bei unserem Besuch der Bourkes Luck Potholes haben wir im dortigen Office eine Wandermöglichkeit hinein in die Schlucht entdeckt, den sogenannten Belvedere Day Walk. Zunächst einmal müssen wir erneut die Entrance Fee von 25 Rand bezahlen, hinzu kommt die Hiking Permit von 30 Rand pro Person. Auf dem gesamten Trail ist mit ziemlich großer Sicherheit keine Menschenseele unterwegs – kaum jemand kennt diese Wanderung. Wir erhalten im Office eine Kurzbeschreibung und eine (unbrauchbare) Karte, die uns den Weg zum Dientijie Wasserfall weisen soll. Die Karte ist überflüssig, da grüne „Footprints“ den Weg gut sichtbar weisen.

Zunächst laufen wir auf dem Canyon-Rim einen ebenen Weg durch Blumenwiesen, die von bunten Käfern umschwirrt werden.



Der Pfad führt zu einem steil hinabführenden ausgetrockneten Bachlauf, dem wir nunmehr folgen. Diese Wegstrecke ist bereits abwärts anstrengend zu laufen und wir können uns bereits jetzt gut vorstellen, wie schweißtreibend der Aufstieg nachher sein wird. Nach ca. 1,5 Stunden gelangen wir zu einer Kreuzung, die mit einem grünen Footprint und einem nach oben führenden Pfeil gekennzeichnet ist. Auf diesem Pfad gelangt man zum mittlerweile still gelegten Belvedere House, einer ehemaligen Unterkunftsmöglichkeit hier unten im Canyon. Den nun folgenden An- und Abstieg kann man sich allerdings getrost sparen, da er völlig unspektakulär ist. Anstatt dessen kann man an der Weggabelung dem unwegsamen abwärts führenden und teilweise ziemlich überwucherten Pfad nach links folgen. Nach ungefähr 300 Metern gelangt man wieder auf den nach unten führenden Pfad zum Wasserfall.

Der Dientjie Waterfall ist einfach nur atemberaubend wir halten ihn sogar für spektakulärer als die Bourkes Luck Potholes. Zunächst einmal erfrischen wir uns mit einem Bad in einem der Pools oberhalb der Wasserfälle. Man muss höllisch aufpassen, dass man nicht ausrutscht, da die ausgewaschenen  Felsen unglaublich glitschig sind. Nach der Strapaze des Abstiegs ist das kühle Nass eine wahre Wonne.





Mit Ausblick auf den hinabstürzenden Bach genießen wir ein ausgiebiges Picknick. Um genug Zeit hier unten am Wasserfall verbringen zu können, sollte man den Trail spätestens um 10 Uhr morgens beginnen.

Der Aufstieg ist dann eine schweißtreibende Angelegenheit, die wir nur gut trainierten Hikern empfehlen können. Zum Glück ist es heute nicht ganz so heiß wie an den beiden Tagen zuvor. Hinzu kommt, dass der einstündige Aufstieg über den ausgetrockneten Bachlauf im Schatten eines kleinen Wäldchens erfolgt. Schweißgebadet erreichen wir den Canyonrim und wandern zurück zum Ausgangspunkt an den Potholes. Dort beobachten wir noch eine Weile einen Pavian, der akrobatisch auf einem Brückengeländer balanciert.
Wir tragen uns im Office noch aus dem Trailregister aus und machen uns danach auf den Heimweg.

Auf dem Rückweg geraten wir in den Nebel, den viele Blyde Canyon Besucher in ihren Berichten beschreiben. Man sieht buchstäblich die Hand vor Augen nicht. Wir haben großes Glück gehabt, dass wir unseren Hike bei klarer Sicht und Sonnenschein beenden konnten. Wir bringen die Rückfahrt nach White River mehr schlecht als recht hinter uns, ein großer Spaß ist der „Blindflug“ allerdings nicht. Zahlreiche Kreuze am Straßenrand zeugen davon, dass die Strecke insbesondere bei Nebel unfallträchtig ist.


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