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Berg der Kreuze

Die Strecke nach Litauen ist bestens ausgebaut - hinter Kaunas beginnt sogar eine zweispurige Autobahn. So benötigen wir nicht einmal vier Stunden für die Fahrt nach Siauliai zum Berg der Kreuze und kommen gerade noch rechtzeitig eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang. Um diese Zeit ist das Licht zum Fotografieren an diesem magischen Ort am besten – am Morgen hingegen befindet sich die Treppe hinauf zum Berg im Gegenlicht.



 
Der Berg der Kreuze, ein neun Meter hoher sattelförmiger Grabhügel, ist Ausdruck des tief katholischen Glaubens des litauischen Volkes. Ursprünglich war der Hügel ein mittelalterlicher Burghügel, dessen Burg 1348 von Kreuzrittern zerstört worden ist. Nach den Aufstände gegen das zaristische Regime in den Jahren 1830/31 sowie im 1863/64, die blutig niedergeschlagen wurden, begannen die Bewohner der Umgebung, auf dem Hügel Kreuze für ihre getöteten Angehörigen aufzustellen, von denen sie nicht wussten, wo sie begraben sind. Nach der sowjetischen Okkupation 1940 wurden mehr als 100.000 Litauer in die Gulags Sibiriens deportiert. Die Überlebenden stellten nach Stalins Tod im Jahre 1953 weitere Kreuze für die Verstorbenen auf. Der Berg wurde dadurch nach und nach zu einem litauischen Wallfahrtsort und zu einem politischen Symbol gegen die kommunistische Herrschaft der Sowjets. Dem Regime war der symbolträchtige Ort natürlich ein Dorn im Auge und so walzten Bulldozer ab 1961 immer wieder die Kreuze nieder. In den Siebzigern wiederholten sich die Zerstörungsaktionen des Regimes, jedoch erneut blieb der Kreuzzug der Kommunisten erfolglos – im Gegenteil, der Berg wurde zunehmend zu einem Symbol des nationalen Widerstands. 1990 sollen bereits 40.000 Kreuze auf dem Hügel gestanden haben, heute sogar über 200.000!


Wir laufen bis zum Sonnenuntergang kreuz und quer durch die kleinen Pfade zwischen den Kreuzen. Um diese Tageszeit hat man den Berg fast für sich allein!



Wir stellen für die Nacht unser Wohnmobil beim Gasthaus Angelu ab – dieser Platz erscheint uns heimeliger zu sein als der benachbarte kostenpflichtige Parkplatz unmittelbar am Berg der Kreuze. Die Besitzer sind nicht anwesend, so dass wir den Stellplatz für die Nacht nicht einmal bezahlen können. Wir brutzeln uns noch ein schnelles Abendessen zusammen und fallen dann todmüde ins Bett.

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