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Barberspan

19./20. August 2015 – Flug Hannover – Zürich – Johannesburg; Von Johannesburg bis Barberspan (310 km)

Aufbruch ins nächste Afrika-Abenteuer

Dieses Jahr starten wir alles andere als entspannt in unser Afrikaabenteuer! Wir haben in der letzten Woche einen geliebten Menschen aus der Familie beim Sterben begleitet, was uns innerlich sehr zerrissen und mitgenommen hat. Unser Sohn Tim begleitet uns zum Flughafen Hannover. Die Flüge mit Swiss über Zürich verlaufen dank der sprichwörtlichen Pünktlichkeit der Schweizer perfekt, der Service an Board ist auffallend zuvorkommend. Unsere Buchung von Emergency Seats trägt dazu bei, dass wir (mit Hilfe eines Schlafmittels) gut schlafen können und somit nach dem Nachtflug ausgeruht in Johannesburg ankommen.

Wir tauschen erst einmal am ATM ein paar Tausend Rand und suchen dann den Fahrer von Bushlore. Und siehe da, es ist exakt derselbe Fahrer wie vor zwei Jahren, ein netter, wahrscheinlich von Rachitis geplagter älterer Mann, der sich an einem Krückstock fortbewegt. Er gibt vor, auch uns wiederzuerkennen und so machen wir uns mit ihm auf den Weg zum Bushlore Headquarter in Midrand. Dort lassen wir zunächst die üblichen administrativen Formalitäten über uns ergehen und anschließend auch die obligatorischen Einweisung in das Fahrzeug. Sicherheitshalber erklärt uns Lucas, der Mitarbeiter von Bushlore, auch noch einmal Funktionsweisen des Hi-Lift-Jacks – man vergisst nach einem Jahr sehr schnell, wie dieses überlebenswichtige Monstrum von Wagenheber funktioniert! Beim Check des Kühlschranks fällt uns auf, dass er nicht funktioniert. Schnell ist die Ursache gefunden: Der Stromversorgungsstecker ist abgerissen. Als kleine Warnung für unsachgemäßes Fahren auf Gravelroads steht ein völlig demolierter Hillux auf dem Bushlore Parkplatz. Lucas erklärt, dass die meisten Unfälle dieser Art auf den Gravelroads Namibias passieren, wenn der Fahrer schneller als 80 km/h fährt.

Zunächst einmal fahren wir zum Tanken die nahe Engen Tankstelle an der Old Pretoria Avenue an und bemerken danach ein aufleuchtendes Warnlicht, das ein fieses, nervendes Geräusch von sich gibt! Also fahren wir zurück zu Bushlore und schildern das Problem. Das sei nichts schlimmes, meint Lucas, und schon werden wir in die Werkstatt beordert, wo der Benzinfilter gereinigt wird. „Der Filter hat Wasser gezogen, das komme immer mal wieder vor“, meint der Techniker! Wahrscheinlich ist dem Vormieter gepanschter Diesel angedreht worden! Wir hoffen, dass es die letzte Panne unseres Trips ist und machen uns endlich auf den Weg.

Auf der N14, die schnurstracks in Richtung Westen führt, befinden sich derzeit diverse Baustellen, die unser Vorankommen verzögern. Schnell wird uns klar, dass wir unser heutiges geplantes Etappenziel Kuruman auf keinen Fall erreichen können. Entlang der N 14 reiht sich eine eingezäunte Rinderfarm an die nächste – die Landschaft ist ziemlich öde. Kurz vor Sonnenuntergang befinden wir uns vor Barberspan, ein 2.000 Hektar großes Vogelschutzgebiet an einem Stausee. Hier gibt es neben einer Campsite auch einige Chalets,
die angemietet werden können. Da es bereits dämmert und wir nicht unser Dachzelt bei Dunkelheit einrichten wollen, mieten wir uns für heute in eines der Chalets ein. Die Inhaberin macht uns einen „Special-Price“ von 400 Rand – ... und ehrlich gesagt, mehr sind diese Einfachunterkünfte auch nicht wert. Die Chalets wirken insgesamt ziemlich heruntergekommen, das Badezimmer verfügt über eine Badewanne ohne Duschvorrichtung, deren Zustand allerdings nicht gerade danach schreit, benutzt zu werden, um darin zu entspannen! Immerhin sind die Betten breit und recht bequem.

Die Campsites liegen alle sehr idyllisch, mit Blick auf den See und sind ausgestattet mit einer Feuerstelle – das wäre sicher die bessere Wahl gewesen, wenn wir etwas mehr Zeit gehabt hätten. Wir erleben die erste grandiose „afrikanische blaue Stunde“ am See mit fantastischen Farben und stoßen mit einem südafrikanischen Sauvignon Blanc auf den bevorstehenden Urlaub an.

Das Ambiente des Barberspan-Restaurants, in dem wir unser Dinner einnehmen, erinnert eher an einen Truckstopp aus einem US-Roadmovie. Im rauchgeschwängerten Raum befinden sich zwei Billardtische und eine Theke, an der sich einige Stammgäste auf Afrikaans angeregt unterhalten. Die Restaurantbesitzerin informiert über das Angebot des Tages: T-Bone Steak oder „Russians“ (kleine gebratene Würstchen), Burger seien leider aus! Dazu werden jeweils French Fries gereicht! Ok, wir entscheiden uns für das T-Bone Steak. Bei der Frage nach Wein verweist die Inhaberin auf drei Schlauchkanister, die am Rande der Theke stehen. Corinna schaut mich an und ich deute ihren Blick: „Was meinst du, der steht wahrscheinlich seit mehreren Wochen offen dort herum!?“ Wahrscheinlich wird in dieser Gegend kaum ein Gast Wein bestellen, somit entscheiden wir uns lieber für ein gut gekühltes Bier. Das Steak erweist sich als überraschend gut – auf den Punkt gebraten, zart und keinesfalls die befürchtete Schuhsohle! Da wir noch immer mit dem Schlafdefizit der letzten Woche zu kämpfen haben, begeben wir uns nach dem Dinner direkt in unser Chalet und schlafen den „Schlaf der Gerechten“ bis zum Sonnenaufgang.






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