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Amalfi Teil 2

 

18. Mai 2012
Heute steht einer der berühmtesten und schönsten Wanderwege Europas auf dem Programm, der „Sentiero Degli Dei“, der Weg der Götter. Den Namen verdankt der Weg einer Reihe von Tempeln, die zu Ehren der Götter Minerva, Mitra und Ceres entlang des Pfades in der Römerzeit errichtet worden sind. In der Neuzeit diente der Götterweg lediglich als Verbindung zwischen den Ortschaften Montepertuso an der Küste und dem Bergdorf Agerola, heutzutage ist er nur noch Ziel zahlreicher Wanderer, die sich diesen Traumpfad auf Schusters Rappen erschließen wollen.

Wir fahren in das von unserer Unterkunft fünf Kilometer entfernte Agerola. Eine gute Parkmöglichkeit für die Wanderer ist der kostenlose Parkplatz 100 Meter unterhalb der Piazza Paolo Capasso. An der Piazza beginnt auch die Wanderung und man folgt fortan einer rot-weißen Markierung. Zunächst führt der Weg über eine schmale betonierte Straßen bis zum Einstieg in den Sentiero. Sofort öffnet sich uns ein atemberaubender Blick in die Bucht von Praiano, auch unser Agriturismo ist von hier oben zu bewundern. Von hier oben erkennt man erst, in welch landschaftlich priviligierter Lage wir wohnen! 

Auf einem Eselsweg geht es vorbei an der Grotta Biscotto und weiteren in die Felshöhlen gebauten Felsbehausungen bis zur Passhöhe des Colle la Serra. An einer Weggabelung, an der es links nach Praiano und rechts nach Positano geht, folgt der nächste fantastische Weitblick auf das unterhalb gelegene Praiano sowie im weiteren Verlauf auf die komplette nördliche Amalfiküste bis hin zu Insel Capri.

Die Markierungen des Sentieros sind hervorragend, anders als im Michael Müller Reiseführer beschrieben. Der Sentiero Degli Dei ist wie erwartet relativ stark frequentiert. Bereits auf dem ersten Teilstück begegnen uns auch einige geführte Trekkinggruppen. Auf den nächsten Kilometern macht der Götterweg seinem Namen alle Ehre. Ein landschaftlicher Höhepunkt jagt den nächsten. Bei einer Pause mit Ausblick auf das jetzt unter uns liegende Positano entdecken wir in der Nähe unseres Rastplatzes auf einem sonnigen Felsen ein botanisches Highlight, ein äußerst seltenes Exemplar einer „Spinnen-Orchidee“.

Wir queren noch einige tiefe Taleinschnitte mit Kastanien- und Steineichenwäldern, bis wir nach einer sieben Kilometer langen Wegstrecke das Bergdörfchen Nocelle erreichen. Wer jetzt bereits müde ist, kann sich von hier aus mit dem Sita Bus hinunter nach Positano bringen lassen. Keine Alternative für uns - wir werden zu Fuß laufen. An der kleinen Kirchenpiazza Maria Santissima del Carmelo beginnt der Sentiero ins Nachbardorf Montepertuso. Kaum zu glauben, dass Nocelle erst vor elf Jahren eine Straßenanbindung erhalten hat. Bis dahin mussten die Bewohner sämtliche Dinge des alltäglichen Lebens über den kleinen Pfad von Montepertuso ins Dorf transportieren! Bei der Brücke, die eine dramatische Schlucht überspannt, stößt der Verbindungsweg auf die neue Straße, der wir nun bis nach Montepertuso folgen. Eigentlich wollen wir in dem schön gelegenen Ausflugslokal La Tagliata, vor dem als „Hinweisschild“ ein alter knallig orangefarbener Fiat Cinqueciento herhalten muss, eine Rast einlegen, jedoch ist hier soeben eine lärmende Touristengruppe eingefallen, so dass wir unsere Pläne ändern. Wir laufen hinunter bis zum Ortskern. Oberhalb des Ortes ist ein Felsen mit einem riesigen Loch zu bewundern mit einem Ausmaß, wie wir es bisher nur im Südwesten der USA zu sehen bekommen haben. An der Piazza von Montepertuso verläuft rechts unterhalb der Kirche die Via Pestella, Ausgangspunkt des Treppenweges hinunter nach Positano. Rund 2.000 Stufen müssen wir jetzt bewältigen – für unsere ohnehin schon geschundenen Knie nicht gerade eine Freude. Wir passieren den hübschen Friedhof von Positano und kreuzen schließlich die Amalfitana, um über die letzten Treppenwege im Ort zum Strand und zum Porto zu gelangen. Bis Nocelle ist der Götterweg  relativ moderat zu begehen, der Treppenweg von Montepertuso nach Positano mit 400 Höhenmetern hat es jedoch in sich.

Unten am Strand von Positano befinden sich eine Reihe von Touristenlokalen, deren Rummel und geschäftiges Treiben auf den Individualreisenden befremdlich erscheinen mag. Teuer sind sie allesmal, dennoch entscheiden wir uns, in einem der Lokale ein Panini einzunehmen. Wir haben geplant, mit dem Boot nach Amalfi zu fahren und erwerben an der Anlegestelle Tickets für 7,-- € pro Person. Die Boote verkehren um diese Jahreszeit nahezu im Stundentakt entlang der Küstenlinie und verbinden die großen Orte miteinander. Die Fahrt nach Amalfi dauert 25 Minuten. Dort lassen wir noch eine Weile das urbane Treiben des Städtchens auf uns wirken. An einer der zahlreichen Eisdielen kaufen wir ein sündhaft teures Eis (5,--€ für einen kleinen Becher) und setzen uns auf die monumentale Freitreppe des Sant´Andrea Doms (67 Stufen). Der eindrucksvolle Dom besticht durch seinen farbenfrohen arabisch-romanischen Baustil und den markanten seitlichen Glockenturm. Eine Weile beobachten wir das bunte Treiben auf der Kirchpiazza.  

 
 
Zurück fahren wir mit dem Sita-Linienbus nach Agerola – in der Tat ein abenteuerliches Unterfangen. Für die Fahrt entlang der Amalfitana und der schmalen Bergstraße hinauf nach Agerola sollte man tunlichst keinen empfindlichen Magen besitzen. Vor jeder Kurve warnt der Busfahrer mit seinem eindrucksvollen Horn den Gegenverkehr. In Agerola angekommen fahren wir auf direktem Weg zurück in unser Agriturismo.

Unser heutiges Abendmenü bietet einen ähnlichen Verlauf wie die Tage zuvor. Als Segundo Piatto wird Tintenfisch mit Kartoffeln in Tomatensauce serviert.

     


19. Mai 2012
Endlich wollen wir einmal ein ausgiebiges entspannendes Sonnenbad genießen. Nach dem Frühstück machen wir es uns zunächst auf der großen Terrasse unseres Agriturismos gemütlich und erkunden danach die Obst- und Gemüseterrassen. Alle Zitruspflanzen wachsen entlang eines Naturholzgerüstes und überdachen somit die kompletten Terrassen. Somit lassen sich die Früchte sehr leicht im Stehen ernten. Der Duft unter den Zitrusdächern ist betörend!


Eine kleine Wanderung absolvieren wir aber dennoch und beschließen die gleiche Runde zur Marina di Praia wie vor zwei Tagen, lediglich in umgekehrter Richtung, in Angriff zu nehmen. Wir stellen schnell fest, dass der Weg in diese Richtung insgesamt wesentlich eindrucksvoller ist.
Unten an der Marina herrscht lebhaftes Treiben – soeben wurde dort eine Szene eines amerikanischen Werbefilmes für die Einführung des Fiat Cinqueciento in den USA gedreht. Idee des PR-Spots ist, dass das Auto an der Amalfiküste in Italien ins Meer fährt und im „Land der unbegrenzten Möglickeiten“ wieder aus dem Meer auftaucht. Zu diesem Zweck wird das Fiat Ciqueciento Cabrio einfach einmal im Meer versenkt! Das schöne Auto ruht noch in der Nähe des Strandes im Wasser als wir am Praia ankommen, wird aber wenig später von dem Filmteam herausgezogen.


Wir suchen uns ein schönes Plätzchen im Restaurant „Il Pirata“, das uns vorgestern bereits ins Auge gesprungen ist und bestellen von der „Snackkarte“ der Bar einen Salat „Big Italiana“, der für 10,-- € jedoch etwas enttäuschend ausfällt sowie Bruschetta mit Mozzarella und Tomaten sowie Anchovis und Zwiebeln (je 5,-- €), ebenfalls keine kulinarischen Offenbarung. Das Preisniveau des Restaurants ist aufgrund seiner exponierten Lage erwartungsgemäß als gehoben zu bezeichnen – dies zeigt uns ein Blick in die Abendkarte.


Anschließend machen wir es uns auf einer betonierten Plattform unterhalb des Torre Assiola gemütlich und nehmen ein ausgiebiges Sonnenbad. Am Ende der „Passegiatta Romantica“ befindet sich die Diskothek Africana, die auch durch Shuttleboote aus Positano und Amalfi angesteuert wird. Man kann sich leicht vorstellen, dass dieses Etablissement den Anwohnern ein Dorn im Auge ist, da sie in den Abendstunden mit Sicherheit die Ruhe dieses idyllischen Örtchens stört.
  Zurück wandern wir den Treppenweg hinauf nach Praiano, finden dann aber den Einstieg in den Sentiero nicht, so dass wir erst über Umwege zurück zu unserem Agriturismo gelangen. In Praiano oberhalb der Kirche sollte man nicht den ersten Parallelweg nehmen sondern muss noch eine weitere Etage auf die höchste Ebene des Ortes ansteigen, um auf den Sentiero Barbarena zu gelangen. 

Unser letztes Abendessen im Serafina. Heute gibt es als Primo Piatto Raviolis, gefüllt mit Ricotta und Rucola sowie als Segundo Piatto geschmortes Schwein in Tomatensauce. Überflüssig zu erwähnen, dass uns alles erneut hervorragend mundet. Wenn überhaupt irgendetwas an dem hervorragenden Essen im Serafina zu beanstanden ist, dann ist es die Tatsache, dass es jeden Abend als Dessert Obst gibt. Wir hätten uns auch einmal ein Tiramisu oder ein anderes italienisches Dessert gewünscht.
 


20. Mai 2012
Nach dem Frühstück erwerben wir noch bei Domenico je eine Flasche des köstlichen Limoncellos und des Mandarinenlikörs (je 10,-- €). Natürlich interessiert uns das Rezept des Limoncellos, das uns Giuseppine nur zu gerne in die Feder diktiert: In einem Liter 95 %igen Alkohol wird die Schale von 6 großen Limonen 4 – 5 Tage eingelegt. Aus einem Liter Wasser und 700 Gramm Zucker wird ein Sirup gekocht, der nach dem Abkühlen mit dem Filtrat des Limonen-Alkohols gut vermischt wird. Klingt gar nicht so schwer, einziges Problem wird in der Heimat sein, solch fantastische Zitronen zu beschaffen!  Wir erhalten noch eine Limonen-Marmelade als Abschiedsgeschenk, tragen uns in das Gästebuch ein und brechen dann auf. Unser Gepäck wird von Domenico mittels eines rostigen alten Lastenliftes nach oben zur Straße transportiert. Sicher werden wir eines Tages an diesen besonderen Ort zurückkehren!
 





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